Musk bietet Geld für Stimmen, Wahlbeeinflussung in Wisconsin?

Ein Millionengeschenk für Stimmen? Elon Musk sorgt erneut für Aufsehen: Angeblich wollte er zwei Wähler der Wisconsin Supreme Court-Wahl mit je einer Million Dollar belohnen – eine Aktion, die juristische Konsequenzen hatte.

Die Behauptung

Elon Musk bot zwei Wählern in Wisconsin je 1 Million US-Dollar für ihre Stimmabgabe bei der Supreme Court-Wahl an.

Wahr

Wahr, aber mit geänderten Bedingungen. Musk machte das Angebot, löschte es später und änderte die Konditionen – mutmaßlich, um einem Gesetzesverstoß zu entgehen. Dennoch bleibt die Aktion hochgradig problematisch.

Kurze Faktenübersicht:

  • Ursprüngliches Angebot: Zwei Wählern sollten für ihre Stimmabgabe je 1 Mio. USD erhalten.

  • Gesetzesverstoß: Wisconsin verbietet jegliche Gegenleistung für die Stimmabgabe.

  • Reaktion der Justiz: Klage durch den Attorney General – später Rücknahme nach Regeländerung.

  • Taktik bekannt: Musk setzte diese Methode schon 2024 in anderen Swing States ein.

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Musk, Millionengeschenke und der Wahlkampf in Wisconsin

Was ist passiert? Musk und die angebliche Stimmen-Kaufaktion

Am 27. März 2025 kündigte Elon Musk auf seiner Plattform X an, bei einer Wahlkampfveranstaltung in Green Bay, Wisconsin, zwei Personen mit je 1 Million US-Dollar zu belohnen, vorausgesetzt, sie hätten zuvor an der bevorstehenden Wahl zum Supreme Court teilgenommen. Die Aktion sollte „Dank für die Zeit zum Wählen“ sein.

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Musk bietet Geld für Stimmen, Wahlbeeinflussung in Wisconsin? – mimikama.org
Screenshot des Postings

Nur einen Tag später löschte Musk den Beitrag. Die Empörung war zu diesem Zeitpunkt bereits entfacht: In sozialen Medien hagelte es Kritik. Viele warfen ihm Wahlbestechung vor. Snopes bestätigte: Er hatte den Post veröffentlicht, doch was folgte, war ein juristisches Tauziehen und eine PR-Strategie mit doppeltem Boden.

Der politische Hintergrund, Wahl mit Millioneneinsatz

Die Wahl in Wisconsin war keine gewöhnliche. Es ging um das ideologische Gleichgewicht im Obersten Gerichtshof des Bundesstaats. Aktuell hat das Gericht eine knappe 4:3-Mehrheit für liberal ausgerichtete Richter, doch der Rücktritt einer Richterin machte die Wahl zur Machtprobe zwischen Demokraten und Republikanern.

Obwohl offiziell parteilos, wurde der Wahlkampf offen politisiert: Trump unterstützte Brad Schimel, Obama sprach sich für Susan Crawford aus. Das Ergebnis der Wahl könnte die Trump-Agenda maßgeblich beeinflussen. Und genau in dieses Spannungsfeld platzierte Musk seine Aktion.

Von Stimmenkauf zu „Sprecherrolle“, die Strategie hinter dem Rückzug

Nach der massiven Kritik änderte Musk die Bedingungen. Statt Belohnung für Wähler sollten nun Unterzeichner einer Petition gegen „aktivistische Richter“ die Chance auf das Geld erhalten, angeblich als „Sprecher“ der Kampagne.

Die Petition war von Musks America PAC initiiert worden. Teilnehmer konnten 100 US-Dollar für ihre Unterschrift und weitere 100 Dollar für jede geworbene Person kassieren. Der Inhalt: klassische konservative Justizkritik. Angeblich sollten Richter, die Trumps Politik blockieren, entmachtet werden.

Am 30. März übergab er bei einer Rede tatsächlich zwei Schecks über je eine Million Dollar, offiziell nicht mehr an Wähler, sondern an Unterzeichner der Petition. Die Klage von Wisconsins Generalstaatsanwalt wurde daraufhin fallen gelassen, obwohl Experten die rechtliche Lage weiterhin als „grau“ einstufen.

Wiederholungstäter mit Kalkül, Musk und die Swing-State-Taktik

Es ist nicht das erste Mal, dass Musk mit dieser Masche auffällt. Bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2024 in Pennsylvania, Michigan und Arizona versprach er Geld für Wähler, zunächst 47 Dollar, später 100, dann eine Million. Auch hier reagierte die Justiz, auch hier zog Musk sich formal zurück, änderte die Bedingungen, und verteilte das Geld trotzdem.

Der Trick ist stets derselbe: Aus der „Belohnung für Wähler“ wird eine „Marketingmaßnahme“, aus dem „Zufallsprinzip“ eine gezielte Auswahl von „geeigneten Repräsentanten“. In Pennsylvania bezeichnete ein Richter diese Strategie als legal, da der Zufallsaspekt angeblich nicht zutraf. Doch das öffnet Tür und Tor für künftige Manipulationen mit semantischen Tricks.

Expertenmeinungen und juristische Bewertung

Laut AP halten viele Rechtsexperten selbst die geänderte Version der Aktion für „fragwürdig“. So nennt der frühere Ethikchef des Weißen Hauses, Richard Painter, Musks Vorgehen „grenzwertig legal“. Bryna Godar von der University of Wisconsin spricht gar von einem „rechtlichen Graubereich“.

UCLA-Professor Rick Hasen kritisierte die ganze Aktion bereits 2024 als „klar illegal“. Die Aussagen von America PAC, dass die Millionen „nicht zufällig, sondern gezielt“ vergeben wurden, könnten außerdem gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen, Stichwort: Irreführung.

Fazit zum Thema

Was bleibt übrig vom Musk-Millionenversprechen?

Die Fakten sind eindeutig: Elon Musk bot ursprünglich Geld für die Stimmabgabe an, ein klarer Verstoß gegen geltendes Wahlrecht. Erst durch geschickte Umformulierung konnte er dem Gesetzeshammer entgehen. Doch das Muster ist bekannt, die Strategie durchschaubar: Einflussnahme durch monetäre Anreize, kaschiert als Aktivismus.

Was bedeutet das für die Leser?
Wachsamkeit ist gefragt, insbesondere, wenn Millionäre und Konzerne plötzlich „Demokratie fördern“ wollen. Stimmenkauf bleibt Stimmenkauf, auch wenn er sich hinter juristischen Formulierungen versteckt.

Quelle: snopes

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