Die Behauptung
Es gibt eine muslimische Dating-Plattform, die sich auf die Vermittlung jungfräulicher Frauen an Männer spezialisiert hat und dabei explizit Polygamie unterstützt.
Aufgestellt von: Unbekannt
Wahr
Wahr. Die Plattform „NikkahGram“ existiert tatsächlich und propagiert offen die Vermittlung jungfräulicher muslimischer Frauen, die sich einer Ehe mit einem Mann – oft auch als Zweit-, Dritt- oder Viertfrau – unterwerfen sollen. Die Inhalte auf der Website sowie auf ihren Social-Media-Kanälen sind durchsetzt mit frauenverachtenden, radikalisierenden Aussagen. Besonders problematisch: Der Zugang ist für bestimmte Frauen kostenlos, vor allem, wenn sie sich als Jungfrau deklarieren oder Polygamie akzeptieren.
Kurze Faktenübersicht:
„NikkahGram“ ist kein Mythos, sondern Realität. Die Plattform bietet:
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Partnervermittlung für Männer auf der Suche nach Jungfrauen oder mehreren Ehefrauen
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Kostenlosen Zugang für jungfräuliche Frauen unter 35 Jahren, Männer zahlen
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Explizite Inhalte zu Polygamie, Unterwerfung der Frau und patriarchale Normen
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Kein direkter Kontakt erlaubt: Nur über einen männlichen Vormund
„Jungfrauen zahlen nichts.“ Das ist kein Slogan aus einem schlechten Astrologie-Satiremagazin, sondern reale Werbung der Plattform „NikkahGram“.
Wie NikkahGram mit Jungfräulichkeit und Polygamie wirbt
Die Seite verspricht muslimischen Männern Zugang zu „reinen“ Frauen, definiert als solche, deren „Intimbereich niemals sexuell berührt wurde“. Diese Frauen dürfen sich kostenlos anmelden, sofern sie unter 35 Jahre alt sind und bereit sind, auch eine von mehreren Ehefrauen zu werden.
Diese gezielte wirtschaftliche Bevorzugung soll offensichtlich Männer anlocken, die sexuelle Kontrolle und traditionelle Geschlechterrollen zum Zentrum ihrer Ehe machen. Die Plattform erhebt sich zum moralischen Wächter: Wer eine „moderne Frau“ mit Karrierewunsch, feministischer Haltung oder sexueller Selbstbestimmung sucht, ist dort nicht willkommen. Stattdessen propagiert man das Ideal der gehorsamen Ehefrau, die sich verhüllt, nicht arbeitet, dem Mann dient und bestenfalls bereits mit dem Gedanken an Polygamie vertraut ist.
Frauen mit Behinderung, Witwen, Konvertitinnen und Waisen, zusammengefasst als „vernachlässigte Schwestern“, dürfen sich ebenfalls kostenlos anmelden. Auch hier ist das Signal klar: Die Plattform will gezielt Frauen ansprechen, die sich in einer verletzlichen Lage befinden.
Sexistische Partnervermittlung unter dem Deckmantel der Religion
Die Plattform „NikkahGram“ präsentiert sich als islamische Partnervermittlungsseite für gläubige Muslime. In der Praxis offenbart sich jedoch ein hochproblematisches System: Männer, die mehrere Ehefrauen suchen oder gezielt nach „jungfräulichen“ Bräuten Ausschau halten, werden hier gezielt angesprochen. Die Seite spricht von „schüchternen, unberührten“ Frauen, die dem Mann untergeordnet sein sollen. Frauen, die diesem Ideal nicht entsprechen – weil sie älter sind, sexuelle Vorerfahrungen haben oder sich feministisch äußern –, werden abgewertet oder ausgeschlossen.
Beispiele dafür gibt es reichlich. So wird etwa in einem Social-Media-Post behauptet, dass Sex mit Nicht-Jungfrauen Krebs verursachen könne. Diese absurde und medizinisch völlig unbelegte Aussage dient offenbar nur einem Zweck: Frauen, die selbstbestimmt mit ihrer Sexualität umgehen, als „verderbt“ darzustellen.
Noch schockierender sind die Aussagen zur Gewalt gegen Frauen. In Videos, die mit dem Logo von „NikkahGram“ versehen sind, wird diskutiert, wann und wie ein Mann seine Frau „symbolisch“ schlagen darf, sofern sie sich ihm widersetzt. Zwar wird betont, dass dies „nicht missbräuchlich“ gemeint sei, aber solche Formulierungen normalisieren Gewalt gegen Frauen, und das unter dem Deckmantel religiöser Auslegung.
Plattform mit extremistischen Inhalten und gefährlicher Reichweite
Was bei „NikkahGram“ auffällt, ist nicht nur die Partnervermittlung, sondern das ideologische Fundament dahinter. Auf Instagram und TikTok verbreitet die Plattform regelmäßig Inhalte, die mit der westlichen Vorstellung von Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Menschenwürde kollidieren.
Beispiel: In einem Beitrag wird behauptet, dass „intellektuelle Mängel“ typisch für Frauen seien, ein altbekanntes misogynes Klischee, das dort als religiös begründet dargestellt wird. In einem anderen Video erklärt ein Prediger, wann ein Mann seine Frau „mit einem Miswak“ – einem symbolischen Stock – schlagen dürfe, und nennt dies eine „islamische Eheberatung“.
Auch der Umgang mit zivilrechtlichen Ehen in westlichen Staaten zeigt, wie weit sich diese Plattform von gesetzlichen Normen entfernt. Männer werden aktiv davon abgeraten, ihre Ehen offiziell registrieren zu lassen. Stattdessen wird eine „nicht registrierte Verbindung“ angeboten. Begründet wird dies damit, dass staatliche Regelungen zu „Ungerechtigkeit“ führen würden. Das bedeutet in der Praxis: Keine rechtliche Absicherung für die Frau, kein Anspruch auf Unterhalt oder Vermögensaufteilung im Scheidungsfall. Das ist eine Anleitung zur Entrechtung.
Experten schlagen Alarm: „Eine Plattform voller Frauenverachtung“
Sowohl Politiker:innen als auch muslimische Frauenorganisationen haben die Plattform scharf kritisiert. Die britische Abgeordnete Naz Shah etwa nannte die Seite „abscheulich und zutiefst beunruhigend“. Besonders empört zeigte sie sich über die Aufteilung von Frauen in „Jungfrauen“ und „Nicht-Jungfrauen“. Das sei entmenschlichend und verletze jede Form ethischer Würde.
Lady Shaista Gohir vom Muslim Women’s Network UK erklärte, dass „NikkahGram“ eine extreme Ideologie befördere, die es gezielt auf verletzliche Frauen abgesehen habe: Konvertitinnen, junge Musliminnen mit wenig religiösem Wissen oder jene, die auf der Suche nach ihrer Identität seien. Diese würden dann in ein System gedrängt, in dem sie sich Männern unterwerfen sollen, ohne eigene Rechte, ohne rechtlichen Schutz.
Auch der prominente Name eines Arztes taucht auf: Asif Munaf, ein ehemaliger NHS-Mediziner, der wegen antisemitischer Aussagen suspendiert wurde, ist als „Coach“ auf der Plattform gelistet. Auf seiner inzwischen deaktivierten Buchungsseite konnte man für knapp 100 Pfund ein Coaching mit „medizinischer Expertise“ buchen, offenbar ohne jede Kontrolle, was dort vermittelt wird.
FAQ
Ist NikkahGram eine echte Plattform?
NikkahGram ist eine real existierende, im Vereinigten Königreich registrierte Plattform. Die Seite betreibt aktiv Werbung, hat Social-Media-Kanäle mit hunderten Beiträgen und bietet kostenpflichtige Mitgliedschaften für Männer.
Was macht die Plattform so problematisch?
Sie propagiert eine Ideologie, die Frauen in sexuelle Kategorien einteilt, Polygamie romantisiert und direkte Gewalt gegen Frauen legitimiert. Dazu kommen medizinisch falsche Aussagen und die gezielte Ansprache vulnerabler Gruppen.
Wer steckt hinter NikkahGram?
Bekannt ist u.a. der Name Asif Munaf, ein ehemaliger Arzt, der in Großbritannien suspendiert wurde. Die Betreiber berufen sich auf Religionsfreiheit, um sich rechtlich abzusichern. Kritiker werfen ihnen ideologische Manipulation vor.
Ist das Angebot in Großbritannien legal?
Polygamie ist in Großbritannien nicht rechtskräftig anerkannt. Die Plattform bietet „nicht registrierte“ Ehen an, um sich der Gesetzgebung zu entziehen. Ob das rechtlich haltbar ist, ist umstritten. Politische Stimmen fordern eine Prüfung.
Gibt es vergleichbare Plattformen?
Ja, immer wieder entstehen in Online-Communities islamisch geprägte Partnerbörsen mit traditionellen Rollenbildern. Doch NikkahGram sticht durch seine Radikalität und Reichweite besonders hervor.
Die gefährliche Normalisierung von Frauenverachtung
„NikkahGram“ ist mehr als eine Dating-Plattform, es ist ein Paradebeispiel dafür, wie unter dem Deckmantel von Religion Frauen entmenschlicht, kontrolliert und systematisch abgewertet werden. Die Seite tarnt sich als Service für Gläubige, bedient in Wahrheit aber eine zutiefst misogyn geprägte Klientel. Die politische und gesellschaftliche Reaktion auf diese Plattform ist bislang unzureichend.
Wer solche Seiten duldet, öffnet Extremismus, Frauenhass und Radikalisierung Tür und Tor. Der Skandal um „NikkahGram“ muss ein Weckruf sein: für Politik, Gesellschaft und jede Form von Regulierung im digitalen Raum. Denn wo Jungfräulichkeit zum Geschäftsmodell wird, ist der Weg zur totalen Kontrolle über Frauen nicht mehr weit.
Quellen: Telegraph, puls24
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