Die Behauptung
Die neue Corona-Variante NB.1.8.1, auch „Nimbus“ genannt, verbreitet sich schnell und sorgt bei einigen Menschen angeblich für besonders starke Halsschmerzen. Virologen sollen deshalb Alarm schlagen.
Aufgestellt von: Unbekannt
Irreführend
Die Variante NB.1.8.1 („Nimbus“) weist eine erhöhte Übertragbarkeit auf und breitet sich in mehreren Ländern aus. Allerdings gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sie schwerere Krankheitsverläufe verursacht als vorherige Varianten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Gesundheitsrisiko aktuell als gering ein. Berichte über außergewöhnlich starke Halsschmerzen sind bisher anekdotisch und wissenschaftlich nicht belegt.
Kurze Faktenübersicht:
- NB.1.8.1 ist eine Omikron-Subvariante mit erhöhtem Übertragungspotenzial.
- Die WHO klassifiziert sie als „Variante unter Beobachtung“ mit geringem Risiko.
- Symptome ähneln denen vorheriger Varianten: Fieber, Husten, Halsschmerzen.
- Aktuelle Impfstoffe bieten weiterhin Schutz vor schweren Verläufen.
Ursprung und Verbreitung der Variante NB.1.8.1 „Nimbus“
Die Variante NB.1.8.1, auch als „Nimbus“ bezeichnet, wurde im Januar 2025 identifiziert. Sie ist eine Weiterentwicklung der bekannten Omikron-Variante und weist mehrere Mutationen im Spike-Protein auf. Diese Veränderungen können dazu führen, dass sich das Virus leichter von Mensch zu Mensch überträgt.
Seit März 2025 wurde NB.1.8.1 auch in Deutschland nachgewiesen. Laut RKI war im Mai etwa jede fünfte gemeldete Corona-Infektion auf diese Variante zurückzuführen. In vielen anderen Ländern sieht es ähnlich aus. Das heißt: Die Variante ist auf dem Vormarsch, aber die Gesamtzahl der Corona-Fälle bleibt niedrig.
Ist NB.1.8.1 gefährlicher als andere Corona-Varianten?
Das RKI und die WHO sehen aktuell keinen Grund zur Sorge. Zwar kann sich die neue Variante offenbar schneller verbreiten, doch die bisherigen Daten zeigen keine Hinweise darauf, dass Menschen dadurch schwerer erkranken als bei anderen Varianten. Obwohl in einigen Ländern mit hoher Verbreitung von NB.1.8.1 ein Anstieg der Fallzahlen und Hospitalisierungen beobachtet wurde, gibt es keine Hinweise darauf, dass diese Variante schwerere Krankheitsverläufe verursacht.
„NB.1.8.1 nimmt im Vergleich zu den zirkulierenden Varianten rasch zu. NB.1.8.1 weist jedoch nur eine geringfügige zusätzliche Immunumgehung gegenüber LP.8.1 auf. Während in einigen der WPR-Länder, in denen der Anteil von NB.1.8.1 am höchsten ist, ein Anstieg der Fälle und Krankenhausaufenthalte gemeldet wird, gibt es keine Berichte, die darauf hindeuten, dass die damit verbundene Krankheitsschwere im Vergleich zu anderen zirkulierenden Varianten höher ist.
Die verfügbaren Daten zu NB.1.8.1 deuten nicht auf zusätzliche Risiken für die öffentliche Gesundheit im Vergleich zu den anderen derzeit zirkulierenden Omikron-Deszendentenlinien hin.“
WHO Risikobewertung NB.1.8.1
Anm.: WPR steht für „Western Pacific Region“. Darunter fallen Länder im westlichen Pazifikraum wie China, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland und weitere Länder in Südostasien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nutzt diese regionale Einteilung zur Beobachtung von Krankheitsausbrüchen weltweit.
Wie bei jeder Virusvariante ist es normal, dass sich das Virus anpasst. Das heißt nicht automatisch, dass es gefährlicher wird. Die Fachleute beobachten das genau und würden bei einer ernsthaften Gefahr entsprechende Empfehlungen geben.
Symptome und klinische Merkmale
Die Symptome einer Infektion mit NB.1.8.1 ähneln denen anderer Omikron-Varianten:
- Halsschmerzen
- Fieber
- Husten
- Müdigkeit
- Muskelschmerzen
- Verstopfte Nase
Einige Berichte erwähnen besonders starke Halsschmerzen, beschrieben als „Rasierklingen im Hals“. Solche Aussagen sind oft Einzelfälle oder beruhen auf persönlichen Erfahrungen, daher sind diese bisher als anekdotisch anzusehen.
Impfstoffwirksamkeit und Empfehlungen
Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass bestehende COVID-19-Impfstoffe weiterhin wirksam gegen NB.1.8.1 sind, insbesondere in Bezug auf den Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nach wie vor jährliche Auffrischungsimpfungen für Personen mit erhöhtem Risiko.
Dazu zählen:
- Ältere Menschen ab 60 Jahren
- Menschen mit chronischen Erkrankungen
- Pflege- und Gesundheitspersonal
FAQ zur Corona-Variante „Nimbus“ NB.1.8.1
Was ist NB.1.8.1 genau?
„Nimbus“, eine neue Untervariante des Coronavirus, die zu Omikron gehört. Sie wurde erstmals im Januar 2025 identifiziert und weist mehrere Mutationen im Spike-Protein auf, die ihre Übertragbarkeit erhöhen könnten
Wie verbreitet ist die Variante?
In Deutschland wurde NB.1.8.1 erstmals Ende März 2025 nachgewiesen. Bis Ende Mai stieg der Anteil der Infektionen mit dieser Variante auf 21 %.
Welche Symptome treten auf?
Die Symptome ähneln denen anderer Omikron-Varianten: Halsschmerzen, Fieber, Husten, Müdigkeit, Muskelschmerzen und verstopfte Nase.
Wie gefährlich ist NB.1.8.1?
Bislang gibt es keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe als bei anderen Varianten.
Was sagt die WHO?
Die WHO beobachtet die Variante, stuft das Risiko aber als gering ein.
Hilft die Impfung auch gegen NB.1.8.1?
Ja, aktuelle COVID-19-Impfstoffe bieten weiterhin Schutz vor schweren Verläufen einer Infektion mit NB.1.8.1. Auffrischungsimpfungen werden insbesondere für Risikogruppen empfohlen.
Fazit
Die neue Corona-Variante NB.1.8.1 sollte aufmerksam beobachtet werden, aber sie gibt aktuell keinen Grund zur Panik. Die Gesundheitsbehörden behalten die Lage im Blick und würden bei einer echten Gefahr schnell reagieren. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich weiterhin regelmäßig impfen lassen.
Quellen:
WHO: Risk evaluation for SARS-CoV-2 Variant Under Monitoring: NB.1.8.1 (Als PDF)
RKI: ARE-Bericht Kalenderwoche 22/2025 (26.5.-1.6.2025)
Neue Corona-Variante: Wie gefährlich ist „Nimbus“? | BR24
Infektionsradar: Aktuelle Infos: Akute Atemwegserkrankungen in Deutschland
AP News: A new variant of COVID-19 may be driving up cases in some parts of the world, WHO says
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