Obama und Epstein in Asien? Natürlich nicht!

Gezielte Desinformation: Dieses Foto zeigt Barack Obama mit Anthony Bourdain, nicht Jeffrey Epstein.

Die Behauptung

Ein auf sozialen Medien kursierendes Foto soll angeblich Barack Obama zusammen mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in einem Restaurant in Thailand zeigen, wo sie gemeinsam Bier trinken.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Falsch

Falsch. Das Bild zeigt Barack Obama mit dem Koch und TV-Star Anthony Bourdain 2016 in Hanoi, Vietnam. Jeffrey Epstein ist auf diesem Foto nicht zu sehen. Die Behauptungen sind reine Desinformation ohne realen Hintergrund.

Kurze Faktenübersicht:

  • Das Originalfoto entstand 2016 in Vietnam, nicht Thailand.
  • Es zeigt den damaligen US-Präsidenten gemeinsam mit Anthony Bourdain, Koch und Fernsehstar.
  • Anthony Bourdain starb 2018; Obama erinnerte öffentlich an ihn.
  • Die Behauptung, Jeffrey Epstein sei auf dem Bild, ist völlig falsch und frei erfunden.
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Völlig falsch: Die gefährliche Geschichte hinter dem Bild

Soziale Medien werden derzeit wieder einmal zum Schauplatz für eine besonders dreiste Lüge. In mehreren Posts wird behauptet, ein altes Foto zeige den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama gemeinsam mit Jeffrey Epstein bei einem Treffen in Südostasien. Die beiden hätten angeblich Thailand bereist, um nach „der perfekten Frühlingsrolle“ zu suchen.

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Screenshots des Fotos und der Behauptung, das seien Barack Obama und Jeffrey Epstein, auf X
Screenshots des Fotos und der Falschbehauptung auf X (hier und hier archiviert)

Die Behauptungen sind einfach nur lächerlich

Das Originalbild entstand tatsächlich im Jahr 2016, allerdings nicht in Thailand, sondern im vietnamesischen Hanoi. Und nein, der Mann neben Obama ist keineswegs Jeffrey Epstein, sondern der international gefeierte Koch, Autor und Fernsehstar Anthony Bourdain.

Im Rahmen seiner erfolgreichen Serie „Parts Unknown“ führte Bourdain ein persönliches Interview mit dem damaligen US-Präsidenten, bei dem sie gemeinsam das traditionelle Gericht „Bún chà“ genossen und dazu ein Hanoi-Bier tranken.

Diese reale Hintergrundgeschichte ist weithin bekannt und dokumentiert, insbesondere bei Fans von Bourdain und Zuschauern seiner beliebten TV-Shows.

Trotzdem verbreitet sich diese absurde Geschichte weiter. Die Falschbeschriftung des Fotos deutet klar auf bewusste Desinformation hin, mit dem Ziel, den Ruf des Ex-Präsidenten massiv zu beschädigen. Dabei ist offensichtlich: Die Urheber dieser Fake-News setzen bewusst auf die emotionale Wirkung der Behauptung, indem sie einen bekannten und verurteilten Sexualstraftäter ins Spiel bringen.

Das echte Treffen

Die tatsächlichen Fakten sprechen eine ganz andere Sprache. Anthony Bourdain war eine angesehene Persönlichkeit, bekannt für seine ehrliche und unkonventionelle Art, kulinarische und kulturelle Begegnungen weltweit vorzustellen.

Als Bourdain 2016 nach Vietnam (nicht Thailand!) reiste, erhielt er die außergewöhnliche Gelegenheit, Barack Obama für seine Sendung „Parts Unknown“ zu interviewen. Die Szene in einem unscheinbaren Lokal in Hanoi wurde schnell ikonisch und ging um die Welt.

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Quelle: YouTube / HBO Max

Das authentische Foto zeigt beide Männer entspannt und in lockerer Atmosphäre, sitzend auf Plastikstühlen in einem bescheidenen Restaurant. Obama sprach während des Interviews über tiefere persönliche Erfahrungen und politische Themen. Besonders beeindruckend dabei: Die menschliche, nahbare Seite eines damals amtierenden US-Präsidenten wurde greifbar gemacht.

Im Juni 2018 starb Anthony Bourdain tragisch durch Selbstmord, was international Trauer und Bestürzung auslöste. Obama gedachte Bourdain öffentlich mit exakt jenem Foto, das heute fälschlicherweise zur Diffamierung genutzt wird. In einem bewegenden Statement beschrieb er, wie wichtig Bourdains Fähigkeit war, Menschen über kulturelle Grenzen hinweg zusammenzubringen.

Umgekehrt hat Anthony Bourdain ein Foto dieses gemeinsamen Essens aus einer anderen Perspektive am Tag der Aufnahmen auf Instagram gepostet.

Kuriose Randnotiz: Der Tisch, an dem die Beiden damals saßen, wurde danach samt Geschirr und Bierflaschen in einem Glaskasten geschützt. So konserviert man eben die Erinnerung, wenn ein berühmter TV-Koch und ein US-Präsident vorbeischauen.

Kalkulierte Manipulation

Die jetzt aufgetauchten Behauptungen, Obama sei mit Jeffrey Epstein befreundet gewesen und habe Reisen mit ihm unternommen, sind nicht nur absurd, sondern bösartig. Epstein, ein wegen Sexualdelikten verurteilter Straftäter, der 2019 starb, wird bewusst für diese Verschwörungstheorie missbraucht. Dabei soll ein Foto, das vielen Menschen in völlig anderem Zusammenhang vertraut ist, gezielt falsch interpretiert und umgedeutet werden.

Diese Vorgehensweise ist ein typisches Muster gezielter Desinformationskampagnen. Dabei nutzen die Täter bewusst emotionale Empörungspotenziale, um politische Gegner zu diskreditieren. Die Folgen solcher bewussten Lügen sind enorm: Sie erzeugen Misstrauen, spalten Gesellschaften und führen Menschen gezielt in die Irre.

Wer ein solches Foto absichtlich falsch zuordnet, verfolgt klare Ziele: politische Gegner diskreditieren, Aufmerksamkeit erzeugen, Verschwörungserzählungen verbreiten.

FAQ

Ist das Foto gefälscht?

Nein, das Foto selbst ist echt, aber es zeigt nicht Jeffrey Epstein, sondern Anthony Bourdain. Der Begleittext ist völlig falsch und manipulativ.

War Obama mit Epstein befreundet?

Es existieren keinerlei glaubwürdige Beweise, die eine Freundschaft oder engere Verbindung zwischen den beiden belegen.

Woher stammt das Originalfoto?

Aus einer Episode der Sendung „Parts Unknown“ mit Anthony Bourdain, aufgenommen 2016 in Hanoi, Vietnam.

Gibt es eine Verbindung zu Thailand?

Nein, die Szene wurde ausschließlich in Vietnam gedreht, Thailand hat keinerlei Bezug zu diesem Treffen.

Klare Botschaft: Vorsicht vor bewusster Desinformation

Es gibt konkrete Beweise, dass das Treffen zwischen Bourdain und Obama am 23. Mai 2016 in Hanoi, Vietnam, stattfand. Auch die vollständige TV-Aufzeichnung der Episode von „Parts Unknown“ beweist eindeutig die Identität der beteiligten Personen. Die absurde Behauptung ist demnach nicht nur falsch, sondern sogar nachweislich widerlegt und dementiert.

Dieses Beispiel zeigt erneut die Gefahren gezielter und dreister Desinformation. Nutzer sollten Fakten stets kritisch prüfen und solche gefährlichen Behauptungen nicht verbreiten. Manipulative Fake-News bedrohen die Glaubwürdigkeit seriöser Informationen und können langfristig demokratische Prozesse gefährden.

Bleiben Sie wachsam und hinterfragen Sie Informationen, bevor Sie diese teilen.

Quelle: Snopes

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