Warum sich rechtsextreme Akteure so gern an Russland klammern

Die unheilige Allianz: Wie rechtsextreme Akteure und sogenannte ‚Putin-Versteher‘ im Russland-Boot sitzen – und warum das mehr als nur Sympathie ist.

Die Behauptung

Es wird behauptet, dass rechtsextreme Akteure in Europa eine starke Anziehung zu Russland verspüren, da sie in Putins autoritärem Führungsstil und seiner Betonung traditioneller Werte ein Idealsystem sehen.

Wahr

Ja, diese Behauptung stimmt. Diese entspricht weitgehend den beobachteten Motiven und Interessen rechtsextremer Akteure in Europa im Hinblick auf Russland. Rechtsextreme Akteure in Europa fühlen sich stark zu Russland hingezogen, da sie in Putins autoritärem Führungsstil ein Ideal sehen, das ihren Vorstellungen einer „geordneten“ Gesellschaft entspricht.

→Wie wird Desinformation in Konflikten eingesetzt? Antworten finden Sie im Leitfaden Krieg & Konflikt-Desinformation.

1. Autoritarismus als Ideal

Viele rechtsextreme Akteure sehen Putins autoritäres Führungsmodell als Ideal einer „geordneten“ Gesellschaft. Die Abwertung von Demokratie und liberalen Werten zugunsten eines „starken Staates“ spiegelt sich in Putins System wider und wird als wünschenswertes Gegenmodell wahrgenommen. Studien des European Council on Foreign Relations sowie politikwissenschaftliche Analysen zeigen, dass rechtspopulistische Bewegungen zunehmend auf Putins „starke Hand“ blicken, vor allem in einem Europa, das sich liberalen Werten verschreibt.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

2. Feindbild Westen und antiwestliche Propaganda

Die EU und NATO stehen oft im Zentrum der russischen Staatspropaganda als vermeintliche Bedrohungen. Diese Feindbilder überschneiden sich mit denen rechtsextremer Akteure in Europa, die sich für eine nationale Unabhängigkeit einsetzen und supranationale Einmischung ablehnen. Russlands Darstellung als Gegenpol zum „westlichen Einfluss“ knüpft hier an. Studien des Atlantic Council und anderer Organisationen belegen, dass Russland gezielt auf diese ideologischen Schnittstellen setzt, um seine Desinformationskampagnen zu stärken.

3. Wirtschaftliche Verflechtungen und finanzielle Unterstützung

Russland fördert gezielt europäische Parteien und Organisationen, die seine Positionen stützen. Ein prominentes Beispiel ist der millionenschwere Kredit an Marine Le Pens Partei, der Moskaus Bereitschaft zeigt, politisch nahe Akteure zu unterstützen. Auch in Deutschland und Österreich existieren unterstützende Netzwerke und wirtschaftliche Verflechtungen, die oft indirekt verlaufen und Abhängigkeiten schaffen. Diese finanziellen Bindungen festigen die Nähe zur russischen Linie und werden durch Recherchen in Medien wie der New York Times und Le Monde dokumentiert.

4. Propaganda und gemeinsame Werte

Gezielte Desinformation und manipulative Inhalte festigen die ideologische Nähe zu Russland. Russland präsentiert sich gern als „letzter Verteidiger traditioneller Werte“ und nutzt seine Kritik an einem vermeintlichen „westlichen Moralverfall“. Diese Darstellungen finden gerade bei rechtsextremen Kreisen in Europa großen Anklang, da sie moderne Werte wie Gleichberechtigung oder LGBTQ+-Rechte häufig ablehnen. Berichte des Institute for Strategic Dialogue zeigen, wie russische Desinformationskampagnen speziell auf diese Zielgruppen zugeschnitten sind.

5. Traditionelle Werte und „die gute alte Zeit“

Putin stellt sich als Verfechter konservativer Werte dar. Die Betonung der „traditionellen Familie“ und die Ablehnung westlicher, progressiver Werte wie Gleichberechtigung trifft in bestimmten rechtsextremen Kreisen Europas auf Zustimmung. Für diese Akteure bietet Russland ein kulturelles Vorbild. Studien des Friedrich-Ebert-Instituts und anderer Institutionen zeigen, dass Putins Traditionalismus häufig als Gegenmodell zum „westlichen Werteverfall“ angesehen wird.

6. Ein Mittel zum Zweck: Strategische Interessen

Für viele rechtsextreme Akteure ist Russland weniger ein Ideologiepartner als ein strategischer Verbündeter. Häufig verfolgen diese Akteure die Vorstellung, Russland als Machtfaktor zu nutzen, bis sie selbst politische Kontrolle erlangen. Russland wiederum unterstützt diese Bestrebungen, solange sie nützlich sind, und nutzt die Gelegenheit, langfristig Einfluss in Europa zu gewinnen. Politische Beobachtungen und Analysen von Chatham House verdeutlichen, dass diese Allianz eher taktisch als ideologisch motiviert ist.

Fazit:

Rechtsextreme Akteure in Europa fühlen sich stark zu Russland hingezogen, da sie in Putins autoritärem Führungsstil ein Ideal sehen, das ihren Vorstellungen einer „geordneten“ Gesellschaft entspricht. Diese Anziehungskraft basiert auf einer ideologischen Übereinstimmung in der Ablehnung westlicher Institutionen wie der EU und NATO, die sie als Bedrohung für nationale Souveränität empfinden. Darüber hinaus bietet Russland durch seine Betonung traditioneller Werte und konservativer Familienstrukturen ein kulturelles Vorbild, das in bestimmten rechtsextremen Kreisen auf große Zustimmung stößt.

Wirtschaftliche Interessen spielen ebenfalls eine Rolle: Russland unterstützt rechte Akteure in Europa zum Teil finanziell und stärkt damit politische Netzwerke, die seine Positionen vertreten. Diese Allianz ist jedoch weniger eine Partnerschaft, die auf echter Bewunderung fußt, sondern vielmehr eine strategische Verbindung, die beiden Seiten nützt – wobei vor allem Russland langfristig profitiert.

Lesen Sie auch: Putin unterstützt Kamala Harris wegen ihres Lachens – ein schlechter Witz?

Quellen:

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.