Die Behauptung
Ukrainische Geflüchtete sollen in Deutschland bereits ab 57 Jahren eine Rente erhalten, ohne in die Rentenkasse eingezahlt zu haben.
Falsch
Falsch. Es existiert kein Sonderrecht für Ukrainer im deutschen Rentensystem. Das gesetzliche Rentenalter und die Voraussetzungen für den Rentenbezug gelten für alle gleichermaßen.
Kurze Faktenübersicht
- Keine Frührente für ukrainische Geflüchtete in Deutschland.
- Renteneintrittsalter identisch für alle: zwischen 63 und 67 Jahren.
- Ursprung des Gerüchts: Versehentlicher Facebook-Kommentar des MDR 2022.
- Neue Regierung plant sogar Einschränkungen der Sozialleistungen für neue Geflüchtete.
Fake News auf Social Media: Warum „Rente mit 57“ Unsinn ist
Immer wieder tauchen auf Facebook, TikTok und Telegram alte Mythen auf, einer davon behauptet: „Ukrainische Flüchtlinge gehen mit 57 in Rente!“ So wie auch am 21.3.2025 wieder.
Der Ursprung der Falschbehauptung
Angeheizt wird das Märchen aktuell wieder durch virale Postings: „Ab Juni Rente ab 57 für Ukrainer“, heißt es dort in empörtem Ton. Frauen angeblich ab 57,5 Jahren, Männer ab 60, ohne jemals in Deutschland gearbeitet zu haben. Screenshots solcher Aussagen sammeln sich tausendfach unter Hashtags wie #Sozialmissbrauch oder #Altparteienversagen.
Was dabei vergessen wird: Der Ursprung dieser Legende liegt in einem simplen Fehler. Im Mai 2022 veröffentlichte die Redaktion von MDR Investigativ auf Facebook versehentlich einen falschen Kommentar, in dem genau diese Behauptung stand. Der Kommentar wurde zwar schnell gelöscht und korrigiert, doch Screenshots verbreiteten sich schneller als die Richtigstellung. Seitdem geistert diese Falschinformation durch Social Media und wird in rechten Kreisen gezielt weiterverbreitet.
Warum die Behauptung jeglicher Grundlage entbehrt
Die Deutsche Rentenversicherung stellte bereits 2022 klar: Es gibt keinerlei Sonderregelung für ukrainische Geflüchtete. Für den Bezug einer deutschen Rente gelten für alle dieselben Bedingungen, nämlich unter anderem eine Mindestanzahl an Beitragsjahren. Wer nicht oder nur kurz gearbeitet und eingezahlt hat, hat auch keinen Rentenanspruch. Punkt.
Das gesetzliche Rentenalter liegt je nach Geburtsjahrgang zwischen 63 und 67 Jahren, für Deutsche wie für Ausländer gleichermaßen. Schon allein rechtlich wäre eine separate Frührentenregelung für eine einzelne Nationalität ein Unding.
Wer profitiert von der Verbreitung solcher Lügen?
Das gezielte Streuen dieser Fake News folgt einem klaren Muster: Misstrauen säen, Wut schüren, politische Stimmungsmache betreiben. Vor allem in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche, wie jetzt mit der neuen Migrationspolitik der Bundesregierung, greifen Desinformationsnetzwerke auf bewährte Propagandawaffen zurück.
Ein Beispiel: Russische Fake-News-Seiten, wie etwa „berliner-wochenzeitung.de“, verbreiten systematisch solche Gerüchte, oft in schlecht recherchierten Artikeln oder gezielt manipulierten Postings.
Ziel ist immer dasselbe: Verunsicherung erzeugen und populistische Narrative bedienen. Dass viele Menschen auf diese Lügen hereinfallen, zeigt, wie wichtig seriöse Faktenchecks geworden sind.
Was plant die neue Bundesregierung tatsächlich?
Statt angeblicher Privilegien steht ukrainischen Geflüchteten sogar eine Verschärfung der Regeln bevor. Wer ab dem 1. April 2025 nach Deutschland kommt, soll nur noch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, nicht mehr Bürgergeld oder Sozialhilfe.
Damit will die neue Regierung aus CDU, CSU und SPD die finanziellen Anreize für Migration verringern. Gleichzeitig bleibt das Ziel bestehen, die Integration in den Arbeitsmarkt zu fördern, allerdings unter härteren Rahmenbedingungen.
Migrationsexpertin Victoria Rietig bringt es auf den Punkt: „Die Union hat bei der Migrationswende viel durchgesetzt, aber auch die SPD hat wichtige Korrekturen angebracht.“ Wer jetzt also behauptet, Ukrainer würden bevorzugt oder gar belohnt, verdreht bewusst die Tatsachen.
Fazit zum Thema
Die Behauptung, ukrainische Geflüchtete könnten in Deutschland mit 57 Jahren in Rente gehen, ist und bleibt eine glatte Lüge. Tatsächlich wird es für neue Geflüchtete künftig sogar schwieriger, soziale Unterstützung zu bekommen. Wer solche Gerüchte weiterverbreitet, verbreitet gezielt Desinformation, oft mit politischer Agenda.
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