Faktencheck: Hat Trump Obamas Porträt für ein Gemälde von sich abhängen lassen?

Donald Trump schmückt das Weiße Haus mit einem Bild seiner eigenen Verwundung. Verdrängt er dabei historische Porträts und verstößt gegen allgemein gültige Gepflogenheiten?

Die Behauptung

Donald Trump ließ ein Gemälde von sich, das ihn nach dem Attentat im Vorjahr zeigt, im Weißen Haus aufhängen und verdrängte dafür das Porträt Barack Obamas.

Wahr

Wahr. Das Obama-Porträt wurde tatsächlich umgehängt, um einem neuen Trump-Gemälde Platz zu machen. Der Vorgang wird offiziell bestätigt, ist jedoch innerhalb historischer Konventionen höchst ungewöhnlich.

Kurze Faktenübersicht:

  • Trump-Gemälde aufgehängt: Das Gemälde zeigt Trump blutverschmiert mit erhobener Faust nach dem Attentat in Butler.

  • Obama-Porträt verlegt: Das Porträt Obamas wurde an eine weniger prominente Stelle verschoben.

  • Tradition durchbrochen: Normalerweise bleiben offizielle Porträts bis zur Enthüllung eines Nachfolgerporträts an zentralen Plätzen.

  • Urheberrechtsfragen offen: Unklar, ob das Bildmaterial korrekt lizenziert wurde.

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Trumps verletzte Eitelkeit? Ein Attentats-Gemälde für den prominentesten Platz

Donald Trump ist bekannt für seine ausgeprägte Obsession mit seinem eigenen Image. Dieses Mal jedoch hat er die Selbstdarstellung auf eine neue Stufe gehoben: Im Foyer des Weißen Hauses, einem der prominentesten Orte der US-Präsidentschaftsgeschichte, hängt nun ein monumentales Gemälde: Trump, blutverschmiert, kämpferisch, triumphal.
Und dafür musste niemand Geringeres als Barack Obama weichen.

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Porträts verschoben für Trumps Heldeninszenierung

Nach dem Attentat auf Trump während einer Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania, entstand ein ikonisches Bild: Trump, von Blut gezeichnet, ballt die Faust. Dieses Foto wurde später von Künstler Marc Lipp in ein Gemälde verwandelt, und hängt nun im Weißen Haus.

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Wie The New York Times und The Independent berichten, wurde dafür das Porträt von Barack Obama, das erst 2022 enthüllt worden war, von seiner ursprünglichen prominenten Stelle entfernt. Ein Beamter des Weißen Hauses bestätigte, dass Obamas Porträt nun an die Stelle des Bildnisses von George W. Bush verlegt wurde, der wiederum neben seinem Vater, George H. W. Bush, platziert wurde.

Hintergründe: Warum wurde überhaupt umgehängt?

Normalerweise bleiben die Porträts der letzten Präsidenten bis zur Enthüllung eines neuen offiziellen Porträts an den Ehrenplätzen. Doch Trump brach bereits in seiner ersten Amtszeit solche Gepflogenheiten: Schon damals ließ er die Bilder von Bill Clinton und George W. Bush von zentralen Stellen entfernen und durch seine historischen Vorbilder William McKinley und Theodore Roosevelt ersetzen.

Die aktuelle Aktion wirkt jedoch noch weitaus radikaler, denn nun ist es nicht einfach ein anderes ehemaliges Staatsoberhaupt, das verdrängt wird, sondern ein Gemälde Trumps selbst, in martialischer Pose.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt verteidigte die Entscheidung: Der Präsident habe das Recht, das Weiße Haus nach seinem Geschmack zu gestalten. Es sei „ein entscheidender Moment der Geschichte“, den das Gemälde darstelle, jener Moment, in dem Trump beinahe sein Leben verloren hätte.

Kritik: Narzissmus statt Respekt vor Tradition

Chris Jackson, ein prominenter Pro-Biden-Aktivist, kritisiert die Platzierung des Trump-Gemäldes in einem Thread auf X als Verstoß gegen das Protokoll.

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„Also brach Trump mit der Tradition, brach das Protokoll und nahm das Porträt von Barack Obama ab – nur um sein eigenes aufzuhängen. Das ist pure Diktatoren-Energie aus der Konserve. Unsicher und kleinkariert bis zum Schluss. […] Meines Wissens hat noch kein Präsident sein eigenes Porträt aufgehängt. Aber andererseits hatten wir auch noch nie einen Narzissten, der so verzweifelt nach Bestätigung suchte.“

Doch die Tradition im Weißen Haus sieht vor, dass amtierende Präsidenten Kunstwerke und Porträts im öffentlichen Bereich des Hauses anpassen dürfen. Dies schließt auch Umhängungen ein.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Porträts von Bill Clinton und George W. Bush umgehängt und bevorzugte stattdessen Bilder früherer Republikaner. Historisch gesehen bewegen Präsidenten regelmäßig Kunstwerke. Sich selbst während der Amtszeit so prominent zu präsentieren, ist jedoch ungewöhnlich, da Trump hiermit der erste Präsident ist, der ein Bild von sich selbst an den prominentesten Platz im Weißen Haus hängt.

Könnte es rechtliche Folgen haben?

Hinzu kommt ein weiteres pikantes Detail: Das Gemälde basiert auf einem Foto der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Es ist bislang ungeklärt, ob Künstler Marc Lipp die nötige Lizenz zur künstlerischen Nutzung des Bildes eingeholt hat. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten rechtliche Konsequenzen wegen Urheberrechtsverletzung drohen.

Bemerkenswert ist auch das Timing: Während Trump das Gemälde enthüllen lässt, befindet sich das Weiße Haus in einem Rechtsstreit mit der AP wegen der Weigerung der Agentur, geografische Begriffe im Sinne Trumps umzuformulieren (Ihr wisst, wovon wir sprechen). Ein Zusammenhang wird offiziell dementiert, bleibt aber nicht ganz unauffällig.

FAQ: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Warum wurde Obamas Porträt überhaupt versetzt?
Es wurde versetzt, um einem neuen Gemälde von Trump Platz zu machen, was durchaus innerhalb der Befugnisse eines amtierenden Präsidenten liegt.

Wurde Obamas Bild aus Respektlosigkeit entfernt?
Dafür gibt es keine gesicherten Beweise; politische Symbolik kann jedoch eine Rolle gespielt haben.

Ist es normal, dass ein Präsident ein Bild von sich selbst aufhängt?
Ungewöhnlich, aber nicht verboten. Traditionell hängen an dieser Stelle offizielle Bilder der Präsidenten-Vorgänger und nicht aktuelle Eigenporträts.

Warum gibt es noch kein offizielles Biden-Porträt?
Offizielle Porträts werden oft erst Jahre nach Amtsantritt oder sogar nach der Amtszeit enthüllt.

Ist Trumps neues Gemälde ein offizielles Porträt?
Nein, es ist eine private Kunstspende, die einen Trumps nach dem Attentat während des Wahlkampfes 2024 zeigt.

Gab es urheberrechtliche Bedenken wegen des neuen Trump-Gemäldes?
Ja, da es auf einem AP-Foto basiert, dessen Lizenzstatus unklar ist.

Hängt Obamas Porträt weiterhin im Weißen Haus?
Ja, es wurde lediglich an eine andere prominente Stelle verlegt.

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Fazit zum Thema

Donald Trump hat keine „ungeschriebenen Gesetze“ gebrochen, jedoch einmal mehr bewiesen, dass ihm historische Gepflogenheiten wenig bedeuten, wenn es um seine persönliche Selbstinszenierung geht.

Mit dem Austausch von Barack Obamas Porträt zugunsten eines heroischen Abbildes seiner selbst wird deutlich: Für Trump zählt nicht die Geschichte der Vereinigten Staaten, sondern vor allem seine eigene Erzählung. Eine, in der er sich als unerschütterlicher Kämpfer inszeniert.

Quellen: The New York Times, The Independent, NBC News, Stern.de

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