Die Behauptung
Russland betreibt eine gezielte Desinformationskampagne, die sich mit gefälschten Nutzerkonten gegen deutsche Parteien richtet. Besonders betroffen sind Grüne, SPD und CDU, während die AfD meist positiv dargestellt wird.
Aufgestellt von: Unbekannt
Faktencheck: Wahr
Die Analyse des CeMAS zeigt, dass die russische Doppelgänger-Kampagne seit Jahren prorussische Narrative verbreitet und gezielt Zweifel sät. Dadurch wird das Vertrauen in die etablierten Parteien untergraben, während alternative Parteien wie die AfD gezielt positiv dargestellt werden.
Die Fakten im Überblick:
- Die russische Doppelgänger-Kampagne läuft seit mehreren Jahren und verbreitet prorussische Inhalte.
- In nur einem Monat wurden über 630 deutschsprachige Beiträge mit insgesamt 2,8 Millionen Aufrufen dokumentiert.
- Besondere Angriffsziele sind Grüne, SPD und CDU. Die AfD wird selten, aber überwiegend positiv dargestellt.
- Häufige Themen sind wirtschaftliche Ängste, Kritik an der Unterstützung der Ukraine und Zweifel an politischen Versprechen.
- Fake News Websites imitieren etablierte Medien und täuschen so Glaubwürdigkeit vor.
Mehrere deutsche Behörden warnen vor ausländischer Einflussnahme auf die Bundestagswahl, insbesondere aus Russland. Die sogenannte russische Doppelgänger-Kampagne soll gezielt Stimmung gegen Parteien machen und prorussische Narrative in sozialen Netzwerken verbreiten.
Was wird behauptet?
Die sogenannte Doppelgänger-Kampagne nutzt gefälschte Nutzerkonten, um prorussische Inhalte zu verbreiten. Dabei werden zum Teil echte Parteilogos oder bekannte Namen wie jenen der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel verwendet.
Diese Kampagne basiert auf tausenden Fake-Accounts, die nach Angaben des Auswärtigen Amtes über eine Million deutschsprachige Tweets abgesetzt haben. Die Inhalte beziehen sich meist auf wirtschaftliche Ängste, Energiekrisen oder die Unterstützung der Ukraine und verbreiten prorussische Sichtweisen.
Was sind die Fakten?
Nach Recherchen des CeMAS handelt es sich bei den Postings häufig um Accounts mit wenigen Followern und einer auffällig hohen Anzahl an Shares, aber kaum Likes oder Kommentaren. Solche untypischen Interaktionsraten deuten auf koordinierte Aktionen hin. Zudem führen viele der geposteten Links zu gefälschten Nachrichtenseiten, die renommierte Medien wie den Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung imitieren, aber nie tatsächlich veröffentlichte Artikel enthalten.
Durch ein Leck wurde eine russische Firma identifiziert, die diese Inhalte im Auftrag der russischen Regierung verbreitet. Allein für den Zeitraum von Mitte Dezember 2024 bis Januar 2025 wurden über 630 deutschsprachige Posts mit prorussischem Inhalt dokumentiert.
Wie wurde untersucht?
Die Analyse des CeMAS basierte auf der Auswertung von Metadaten, Interaktionsraten und Veröffentlichungszeiten der Beiträge. Verdächtige Accounts zeigten wiederholt untypisches Verhalten wie wenige Follower, kaum andere Beiträge und eine hohe Anzahl an Shares. Auch technische Details der verlinkten Seiten wie Serverstandorte und Domainregistrierungen wurden untersucht und führten zu russischen Quellen.
Warum ist das wichtig?
Russische Desinformationskampagnen untergraben das Vertrauen in die deutsche Demokratie und zielen darauf ab, die politische Landschaft zu beeinflussen. Die gezielte Verbreitung von Ängsten und Zweifeln gegenüber etablierten Parteien kann Wahlergebnisse manipulieren und die öffentliche Meinung nachhaltig prägen. Vor allem im Vorfeld von Bundestagswahlen sind solche Kampagnen relevant, da sie bestimmte Parteien wie die AfD indirekt unterstützen und andere Parteien in ein schlechtes Licht rücken.
Fazit zum Thema Doppelgänger-Kampagnen
Die russische Doppelgänger-Kampagne zeigt, wie gezielte Desinformation die Meinungsbildung über Jahre hinweg beeinflussen kann. Der Fokus liegt darauf, Ängste zu schüren, Misstrauen zu erzeugen und prorussische Narrative zu verbreiten. Plattformen wie X löschen solche Accounts zwar, aber oft zu spät. Maßnahmen gegen solche Kampagnen bleiben eine wichtige Aufgabe, um die Integrität der Bundestagswahl zu schützen.
Quelle: tagesschau
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