Tausende Euro für ein Corona Medikament

Autor: Claudia Spiess

Tausende Euro für ein Corona Medikament
Artikelbild: Andreas Poertner / Shutterstock.com

„Ihr Enkel ist schwer an Corona erkrankt“ – mit einer solchen Nachricht versetzen Betrüger Angehörige in Sorge und bringen sie um ihr Geld.

Eine besonders perfide Masche nutzen Betrüger, um vor allem älteren Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mit Schockanrufen, dass ein Angehöriger schwer erkrankt sei oder in einen Unfall verwickelt sei, versetzen sie die Personen in Angst und appellieren an ihre Hilfsbereitschaft.

Man kann sich wohl gut vorstellen, dass – wenn man selbst einen solchen Anruf erhalten sollte – sämtliche Alarmglocken schrillen und man sofort helfen möchte, wenn man kann. Doch die Alarmglocken sollten in eine andere Richtung läuten: Gesundes Misstrauen ist auch in derartigen Situationen notwendig, um nicht auf diese Masche hereinzufallen.

Betrüger nutzen die Corona-Pandemie für ihre Zwecke

Angesichts mehrerer aktueller Fälle warnt die Polizei erneut vor Trickbetrügern am Telefon. Allein am Montag, den 14. Juni 2021, wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock 27 Schockanrufe angezeigt, bei denen sich die Anrufer als Mitarbeiter eines Krankenhauses ausgegeben haben.

Die Betrüger erklärten, dass der Enkel oder ein anderes Familienmitglied im Krankenhaus liegt und schwer an Corona (COVID-19) erkrankt sei. Für die erforderliche Behandlung sei nunmehr ein spezielles Medikament notwendig, welches aus dem Ausland importiert werden muss. Dabei sind Forderungen in Höhe von bis zu 30.000 Euro keine Ausnahme.

Ihr Enkel braucht kein Geld für ein teures Medikament aus dem Ausland oder für eine erforderliche Notoperation!

Schockanrufe

Derartige Schockanrufe bzw. Enkeltrickversuche sind derzeit in Mecklenburg-Vorpommern keine Einzelfälle. In den ersten vier Monaten des Jahres 2021 wurden bereits 958 Trickbetrugsversuche und 90 Vollendungen zum Nachteil älterer Menschen verzeichnet. Davon fallen 685 Fälle in den Bereich des Polizeipräsidiums Rostock.

Der eingetretene Schaden beläuft sich bereits auf rund 682 Tausend Euro im Bereich des Präsidiums und auf knapp 1,5 Mio. Euro im gesamten Land Mecklenburg-Vorpommern.

Polizei warnt vor Betrügern

Vor diesem Hintergrund warnt die Polizei einmal mehr vor den diversen Betrugsmaschen und rät bei derartigen Anrufen sofort die Polizei zu informieren und niemandem Auskünfte über Vermögensverhältnisse am Telefon zu geben oder fremden Menschen Geld zu überreichen.

Durch viel Zivilcourage konnten aufmerksame Taxifahrer oder Mitarbeiter von Sparkassen bzw. Banken in den vergangenen Wochen zahlreiche Geldübergaben noch in der letzten Sekunde vereiteln.

Dennoch richtet sich unser Appell weiter an alle Bürgerinnen und Bürger: Da die Betrüger sich immer neue Geschichten ausdenken, um an Ihr Geld zu gelangen, seien Sie stets aufmerksam und stellen Sie Fragen, die nur Ihre Angehörigen beantworten können.
Legen Sie auf, wenn Sie mit Geldforderungen konfrontiert werden, rufen Sie Ihre Verwandten an und fragen nach. Informieren Sie im Zweifel immer die Polizei!

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Quelle: Presseportal
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