Müllcontainer liegen auf der Straße, Autoreifen brennen, Staatseigentum wird zerstört: dass alles ist in einem Video zu sehen. Dieses Video ist an sich kein Fake, es stammt aus Italien und zeigt Migranten aus Afrika, die maßgeblich für diese Zerstörungen verantwortlich sind.

Der Untertitel zu diesem Video sagt nun “Traumatisierte Flüchtlinge sagen Danke!”. Was dieser Untertitel jedoch verschweigt, ist das “wofür”, denn hierbei handelt es sich nicht um irgendeinen unbekannten Vorfall, der auf ganz Europa zu münzen ist.

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(Screenshot: Youtube)

Traumatisierte Flüchtlinge sagen Danke! – Nein, was hier geschieht, ist natürlich in keiner Weise zu verteidigen. Aber wenn man schon “Aufklärung” betreiben möchte, dann sollte man auch historisch korrekt arbeiten und auch den Kontext betrachten.

Es ist nicht immer so, wie es scheint

Dies ist keine Migrantengewalt aus der „Flüchtlingswelle“, auch wenn uns der Untertitel das so suggerieren mag. Denn um dieses Video gibt es eine Geschichte, die man zu diesen Ausschreitungen kennen muss – auch wenn die zu sehende Gewalt natürlich zu verurteilen ist.


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Das Video stammt aus dem Jahr 2008, vom 19. September um genau zu sein. Dies zeigt gewaltsame Ausschreitungen in Italien (Castel Volturno) von Flüchtlingen aus Ghana. Der Grund: einen Tag zuvor wurden sechs ihrer Landsleute von der Mafia erschossen, weil Sie sich am Drogenhandel beteiligten. Auch einen Monat vorher soll es einen Mordversuch deswegen gegeben haben. Der Tagesspiegel schrieb im September 2008 dazu [1]:

Die Mafia wird rassistisch

Afrikaner machen Italiens Camorra Konkurrenz – aber die jüngste Schießerei in der Nähe von Neapel könnte andere Motive haben.

Und warum diese eskalierende Ausschreitung?

Hunderte Afrikaner gingen darauf hin auf die Straße um zu demonstrieren, damit die Täter vor Gericht gebracht werden, und, weil die Ermordeten angeblich nichts mit dem Drogenhandel zu tun hatten.

Die Demonstranten warfen Fenster ein, zündeten Reifen an, zerstörten Staatseigentum wie Ampeln und Verkehrsschilder, blockierten den Verkehr und legten sich mit der Polizei an, die Ruhe in das Spektakel bringen wollte. All das, für eine gerechte Strafe für die Täter.

Da auch die Flüchtlinge mit Gewalt für „ihr Recht“ demonstrierten, geht das Innenministerium nun strenger gegen illegale Einwanderer und die Wachsende Kriminalität vor.

Die Täter, Mitglieder der Camorra-Familie, sitzen bereits Lebenslang hinter Gittern.

Die Situation in Castel Volturno

Bei Castel Volturno handelt es sich nicht einfach um irgendeinen europäischen Durchschnittsort, sondern um eine Stadt, die durchaus für ihre Probleme bekannt ist. So schrieb der Spiegel bereits am 20.06.2010 [2]:

Dreck, Anarchie, Chaos: 25.000 Italiener leben im einstigen Badeort Castel Volturno – und 18.000 Flüchtlinge aus Afrika. Sie hausen in erbärmlichen Verhältnissen, viele schließen sich Drogenbanden an. Eine SPIEGEL-TV-Reportage über eine Stadt, in der die Camorra Killer mit Kalaschnikows losschickt.


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