Die Behauptung
Der ehemalige kasachische Geheimdienstchef Alnur Mussajew behauptet, dass Donald Trump 1987 vom KGB rekrutiert und unter dem Codenamen „Krasnow“ geführt wurde.
Aufgestellt von: Unbekannt
Faktencheck: Irreführend
Behauptung bislang ohne Belege– und Mussajews Glaubwürdigkeit ist realistisch schwer einzuschätzen.
Bisher sind keine nachprüfbaren Dokumente oder unabhängigen Bestätigungen für diese Anschuldigung bekannt geworden. Mussajew selbst ist eine umstrittene Figur mit einer Vergangenheit im sowjetischen Geheimdienst. Allerdings werfen die Löschung von Berichten über seine Behauptungen und das Schweigen russischer Medien Fragen auf. Das Facebook-Profil von Alnur Mussajew wurde einen Tag, also am 22.2.2025, nach der neuerlichen Wiederveröffentlichung seines Artikels aus dem Jahre 2018 deaktiviert.
Kurze Faktenübersicht:
– Mussajews Behauptung: Trump sei 1987 vom KGB angeworben und unter dem Codenamen „Krasnow“ geführt worden.
– Fehlende unabhängigen Beweise: bisher keine Dokumente oder zusätzliche Zeugenaussagen stützen diese These.
– Gelöschte Berichte: Ein Daily Beast-Artikel zu Mussajews Vorwürfen wurde kurz nach Veröffentlichung entfernt.
– Russische Medien schweigen: Keine Bestätigung oder Dementi aus Moskau.
– Moskau-Reise 1987: Berichten zufolge wurde Trumps Besuch von sowjetischen Offiziellen orchestriert.
– Geheimdienst-Überwachung seit 1977: Trumps erste Frau, Ivana, wurde vom tschechoslowakischen Geheimdienst StB beobachtet – einem engen Partner des KGB.
– Putins Einladung: Wenige Tage nach Mussajews Enthüllung lud Putin Trump offiziell nach Russland ein.
Trump als KGB-Agent „Krasnow“?
Die Geschichte geht auf einen Facebook-Beitrag von Alnur Mussajew, dem ehemaligen Leiter des kasachischen Geheimdienstes, zurück. Er schrieb:
„1987 war ich in der 6. Abteilung des KGB der UdSSR in Moskau tätig. Der wichtigste Arbeitsbereich dieser Abteilung war die Rekrutierung von Geschäftsleuten aus kapitalistischen Ländern. In diesem Jahr rekrutierte unsere Abteilung den 40-jährigen Geschäftsmann aus den USA, Donald Trump, mit dem Spitznamen ‚Krasnow‘.“ Zudem behauptete er: „Heute wurde die persönliche Akte des KGB-Agenten ‚Krasnow‘ aus den Archiven des FSB entfernt. Sie wird nun privat von einem engen Vertrauten Putins verwaltet.“
Hinweis: Der Facebook-Post wurde am 22. Februar 2025 genau zu dem Zeitpunkt gelöscht, als wir mit unseren Recherchen für diesen Artikel begannen. Da wir ihn jedoch rechtzeitig gesichert haben, können wir ihn hier weiterhin vollständig einfügen und präsentieren.
Screenshots und gesicherte Wortlaute
Mussajew behauptet, seine Informationen stammten aus seiner Zeit in der 6. Direktion des KGB in Moskau, die offiziell für wirtschaftliche Sicherheit zuständig war.Obwohl wirtschaftliche Einflussnahme auch nachrichtendienstliche Aspekte hatte, bleibt unklar, ob er direkten Zugang zu Spionageakten hatte.
Wie glaubwürdig ist Mussajew?
Alnur Mussajew ist eine umstrittene Figur. Er war von 1997 bis 2001 Chef des kasachischen Geheimdienstes KNB und floh später nach Österreich. Dort wurde er 2008 beinahe entführt – mutmaßlich auf Anweisung kasachischer Behörden.
Allerdings gibt es auch Zweifel an seiner eigenen Vergangenheit:
- War er tatsächlich in der 6. Abteilung des KGB tätig? Manche Quellen verorten ihn stattdessen in der 8. Direktion des Innenministeriums der UdSSR.
- Hatte er überhaupt direkten Zugang zu Trumps angeblicher KGB-Akte?
- Stecken politische Motive hinter seinen Enthüllungen?
Der kasachische Politologe Daniyar Ashimbajew bezeichnete Mussajews Behauptung als ‚globale Zirkusshow‘ und stellte infrage, ob der Ex-Geheimdienstler tatsächlich an der angeblichen Rekrutierung beteiligt war. Zudem betonte er, dass die 6. Direktion des KGB offiziell nicht für die Anwerbung von Ausländern zuständig gewesen sei
Diese Aussagen wurden von der kasachischen Nachrichtenseite Kursiv Media verbreitet, einer Publikation, deren Unabhängigkeit schwer einzuschätzen ist. Während Kursiv Media als etablierte Quelle für Wirtschafts- und Politiknachrichten in Kasachstan gilt, gibt es wenig Transparenz über die Eigentümerstruktur, und kasachische Medien stehen generell unter starkem staatlichen Einfluss. Besonders bei geopolitischen Themen mit Russland-Bezug ist daher eine kritische Einordnung der Berichterstattung notwendig.
Interessanterweise schweigen russische Medien zu den Vorwürfen, was entweder auf eine gezielte Vertuschung oder darauf hindeuten könnte, dass sie die Geschichte für unglaubwürdig halten. Putins Sprecher Dmitri Peskow wies ähnliche Anschuldigungen 2016 als „absurd“ zurück, als über eine mögliche russische Unterstützung Trumps spekuliert wurde.
Trumps Moskau-Reise 1987: Zufall oder KGB-Strategie?
Trumps erster Moskau-Besuch 1987 wirft Fragen auf:
- Sowjetische Diplomaten hatten Trump umworben und nach Moskau eingeladen.
- Seine Reise wurde laut Experten von den Sowjets bewusst orchestriert.
- Kurz nach seiner Rückkehr kritisierte Trump plötzlich öffentlich die NATO – eine Haltung, die mit sowjetischer Propaganda übereinstimmte.
- Ex-KGB-Offiziere wie Yuri Shvets und Oleg Kalugin behaupten, dass Trump als „leicht manipulierbar“ galt.
Auch ein Bericht von The New Republic legt nahe, dass Trump schon seit den 1970er-Jahren im Visier des Ostblocks stand – insbesondere wegen seiner Ehe mit Ivana Trump.
Die plötzliche Löschung der „Krasnow“-Story
Neben den fragwürdigen Behauptungen von Mussajew sorgt ein weiteres Detail für Aufsehen: Die plötzliche Löschung eines Berichts über die Vorwürfe. Am 21. Februar 2025 veröffentlichte die Daily Beast-Journalistin Isabel van Brugen eine Story zu Mussajews Aussagen – doch nur wenige Stunden später war der Artikel spurlos verschwunden.
„Ich erwartete, dass diese Story überall auftaucht, aber stattdessen wurde sie innerhalb von Stunden von der Daily Beast-Website und aus anderen Online-Quellen gelöscht.“ – Brianinca, Reddit-Nutzer
Es gibt mehrere mögliche Gründe für die plötzliche Löschung des Daily Beast-Berichts:
- Journalistische Fehler: Möglicherweise konnte die Geschichte nicht ausreichend verifiziert werden.
- Rechtliche Risiken: Trump oder andere betroffene Parteien könnten mit Klagen gedroht haben.
- Diplomatische Spannungen: US-Behörden könnten interveniert haben, um außenpolitische Konflikte zu vermeiden.
Es gibt keine eindeutigen Beweise dafür, dass die Löschung durch politischen Druck erfolgte. Allerdings bleibt unklar, warum ein so brisanter Bericht ohne offizielle Erklärung entfernt wurde.
Putins Einladung an Trump: Zufall oder Signal?
Nur wenige Tage nach Mussajews Enthüllung lud Wladimir Putin Donald Trump offiziell nach Russland ein. Ob diese Einladung mit den Vorwürfen zusammenhängt oder eine rein diplomatische Geste war, bleibt offen. Doch die zeitliche Nähe gibt Anlass zu Spekulationen.
Viele Experten vermuten, dass Putin Trump erneut als strategischen Partner im Weißen Haus sehen will – ob durch echte Verbindungen oder gezielte Erzählungen.
Putins Einladung an Trump könnte verschiedene Motive haben:
- Geopolitisches Signal: Russland demonstriert, dass es Trump weiterhin als wichtigen Akteur sieht.
- Provokation oder Ablenkung: Die USA in eine neue Debatte über Trumps Russland-Kontakte ziehen.
- Diplomatische Strategie: Trump könnte, selbst wenn er kein Präsident mehr wird, als pro-russische Figur in den USA eine Rolle spielen.
Ob die Einladung direkt mit Mussajews Behauptungen zusammenhängt, bleibt unklar. Die zeitliche Nähe könnte Zufall sein – oder ein bewusstes Signal aus Moskau.
Scaramucci: „Mysteriöser Halt“ Putins über Trump
Anthony Scaramucci, der 2017 kurzzeitig als Kommunikationschef im Weißen Haus tätig war, äußerte sich mehrfach über Trumps auffällige Nähe zu Wladimir Putin. In einem Interview mit CNN sagte er:
„Ich denke, es gibt eine Art mysteriösen ‚Halt‘ Putins über den Präsidenten.“
– Anthony Scaramucci, CNN, 2019
Scaramucci spielte damit auf Trumps wiederholte Weigerung an, sich öffentlich gegen Putin zu stellen oder sich der Einschätzung der US-Geheimdienste zur russischen Wahleinmischung anzuschließen.
Nicht nur er, sondern auch mehrere hochrangige ehemalige Regierungsmitglieder äußerten intern und öffentlich Verwunderung über Trumps nachsichtige Haltung gegenüber Putin. H.R. McMaster (ehem. Nationaler Sicherheitsberater), James Mattis (Ex-Verteidigungsminister) und John Kelly (Ex-Stabschef des Weißen Hauses) sollen sich gefragt haben, warum Trump in entscheidenden Momenten auffällig unterwürfig gegenüber dem Kreml-Chef auftrat.
Besonders umstritten war Trumps Auftritt beim Helsinki-Gipfel 2018, bei dem er öffentlich die Einschätzung der US-Geheimdienste zur russischen Wahleinmischung infrage stellte und stattdessen Putins Dementi akzeptierte. Dies sorgte für heftige Kritik, selbst aus den Reihen der Republikaner.
„Ich habe Präsident Putin gesagt, dass wir glauben, dass Russland sich in die Wahl eingemischt hat. Aber ich sehe keinen Grund, warum es das gewesen sein sollte.“
– Donald Trump, Helsinki-Gipfel 2018
Scaramucci deutete an, dass es möglicherweise eine unbekannte Verbindung zwischen Trump und Putin gebe, die sein Verhalten beeinflusst. Konkrete Beweise für Erpressbarkeit oder eine frühere Zusammenarbeit Trumps mit Russland führte er jedoch nicht an.
Scaramucci deutete an, dass es möglicherweise eine unbekannte Verbindung zwischen Trump und Putin gebe, die sein Verhalten beeinflusst. Konkrete Beweise für Erpressbarkeit oder eine frühere Zusammenarbeit Trumps mit Russland führte er jedoch nicht an.
Fazit: Eine brisante Behauptung mit vielen offenen Fragen
👉 Mussajews Behauptung bleibt, ohne nachrichtendienstliche Materialien, schwer zu beweisen – und seine eigene Vergangenheit ist umstritten.
Doch einige Fragen bleiben:
- Warum wurden Berichte über die Vorwürfe gelöscht?
- Warum schweigt Moskau zu Mussajews Behauptung?
- Welche Rolle spielte Trumps Moskau-Reise 1987 wirklich?
Donald Trump selbst hat sich bisher nicht zu Mussajews Vorwürfen geäußert. In der Vergangenheit bezeichnete er jedoch alle Anschuldigungen über russische Einflussnahme als ‚Hexenjagd‘ und ‚Fake News‘. Er räumte zwar ein, geschäftliche Interessen in Russland verfolgt zu haben – darunter Pläne für einen Trump Tower in Moskau –, bestritt jedoch jede politische Einflussnahme durch den Kreml.
Diese Entwicklungen werfen Zweifel auf – auch wenn eine direkte Verbindung zwischen Trump und dem KGB bislang nicht bewiesen werden kann.
FAQ: Wurde Trump vom KGB angeworben? Alle Fakten, Personen & Hintergründe
Laut dem ehemaligen kasachischen Geheimdienstchef Alnur Mussajew wurde Trump 1987 während einer Moskau-Reise vom KGB angeworben und unter dem Codenamen „Krasnow“ geführt. Beweise für diese Behauptung gibt es jedoch nicht.
🛑 Die Kernfrage: Wurde Donald Trump 1987 vom KGB als Spion rekrutiert?
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