Das Wochenende naht, der Grill steht bereits parat – fehlt nur noch das leckere Veggie-Grillgut. In den Supermarktregalen finden sich neben Fleisch und Bratwürsten zunehmend mehr Fleischersatzprodukte. Aber taugen die was? Worauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf achten?

Trend zum Ersatzprodukt

Während Fleisch immer unbeliebter wird, steigt das Angebot an Ersatzprodukten rasant. Alternativen sind mittlerweile überall zu finden: bei Discountern, in Supermärkten sowie in Drogerien und Reformhäusern.

„Umweltbewusstsein und Tierwohl sowie steigende Preise und gesundheitliche Aspekte lassen den Fleischkonsum in Deutschland weiter sinken“, weiß Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Vegetarische oder sogar vegane Burger-Patties, Bratfilets oder BBQ-Mixe haben sich längst aus ihrem Nischendasein rausbewegt“, so die Expertin und erklärt: „Diese Produkte sind jedoch oftmals stark verarbeitet. Sie haben teils sehr viele Zutaten und Zusatzstoffe.“

Zutatenliste: Weniger ist mehr

Bereits im September 2020 untersuchte die Verbraucherzentrale Niedersachsen in einem Marktcheck insgesamt 31 Fleischersatzprodukte. Das Ergebnis: Die Anzahl der Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen variiert stark. Im Check konnten vor allem Alternativen auf Lupinenbasis überzeugen. Nur wenige Produkte kommen aber ganz ohne Zusatzstoffe aus. Häufig sind Stabilisatoren und Verdickungsmittel sowie Farbstoffe enthalten. Bedenklich sind aber vor allem Konservierungsstoffe wie E 223 (Natriummetabisulfit) oder sogar Zusatzstoffe wie E 425 (Konjak). Fleischersatzprodukte mit diesen Stoffen sollten Verbraucherinnen und Verbraucher lieber meiden.

„Ein Blick auf die Zutatenliste ist bei der Auswahl empfehlenswert. Je länger sie ist, desto skeptischer sollten Grillfans sein“, meint von Reeken.

Zudem gilt: Ein hoher Preis steht nicht automatisch für einen guten Gesundheitswert.

Orientierung durch den Nutri-Score

Eine Orientierung beim Einkauf kann der Nutri-Score bieten. „Mit diesem lässt sich der Nährwert des Produkts innerhalb der Produktgruppe vergleichen“, erklärt die Ernährungsexpertin. Bei A bis maximal C liegen Verbraucherinnen und Verbraucher im grünen Bereich. Das Problem: Bisher nutzen nur wenige Hersteller die Kennzeichnung. Eine verpflichtende Kennzeichnung, wie es die Verbraucherzentralen fordern, wäre daher wünschenswert.

Wer beim gesunden Veggie-Grillen jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, dem bleibt nur eins: selber machen.

„Tofuspieße beispielsweise lassen sich sehr gut marinieren“, weiß von Reeken.

Ist nicht unbedingt eine Fleisch- oder Wurstform gewünscht, bieten sie also eine gute Alternative. Beim Grillen sollte dann aber eine Grillschale aus Edelstahl verwendet werden.

„Bei der herkömmlichen Alufolie lösen Salz und Säure das Aluminium. Dieses landet dann auf dem Grillgut. Die Edelstahl-Schale hat außerdem den Vorteil, dass sie wiederverwendbar ist. Und das schont die Umwelt“, erklärt von Reeken.

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Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen


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