Die Covid-19-„Infodemie“! Die meisten von uns kennen es: Falschmeldungen zu Covid-19 streifen täglich in den verschiedensten Formen durch das Internet.
Manche von ihnen sind schwerer und manche leichter als unwahr zu erkennen. Ihre Vielfalt reicht von 5G-Masten, die das Virus verbreiten, bis hin zur Behauptung, Corona sei nichts anderes als eine einfache Grippe. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht in diesem Zusammen gar von einer „Infodemie“, die die Bekämpfung des Virus erschwere.
Aber warum verbreiten sich derartige Meldungen so rasant? Der Schlüssel: Emotionen.
Emotionen und fehlende Medienkompetenz
Im Rahmen von Untersuchungen der North Carolina State University befragten Forscher nun 1800 Erwachsene US-Amerikaner, um herauszufinden, was Fake-News in sozialen Medien derart erfolgreich macht und welche Schlüsse daraus gezogen werden können.
Dabei kristallisierten sich insbesondere zwei Faktoren heraus:
Falschmeldungen über die Corona-Pandemie, Erkrankungsverläufe und das Virus an sich, lösen negative Emotionen, wie Angst, Ekel und Sorgen aus. Diese wiederum geben den Konsumenten das Gefühl, handeln zu müssen. Das Ergebnis: Die Beiträge werden geteilt, um dem eigenen Handlungsdrang nachzugehen.
Die zweite Beobachtung lässt sich auf den sogenannten „Third Person Effect“ (dt. „Andere-Person-Effekt“) zurückführen. Dieser besagt, dass Nutzer sich selbst im Vergleich zu anderen häufig als medienkompetenter wahrnehmen. Das Resultat ist, dass diese Nutzer häufig weniger bereit sind, Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Medienkompetenz wahrzunehmen, da andere dies nötiger hätten als sie.
Emotionen und Fakten verbinden
In der Vergangenheit zeigte sich, dass Berichte, die Gefühle bei ihren Lesern auslösen, eher auf sozialen Medien verbreitet werden als Nachrichten, die ausschließlich wissenschaftliche Daten darstellen.
Die Empfehlung der Forscher ist nun, sich genau diese Beobachtung zu Nutze zu machen. Berichte, die auf Fakten basieren, sollten mit emotionalen Botschaften angereichert werden, da dies, besonders wenn es sich um ausgelöste Negativemotionen handele, die Leser dazu veranlasse diese eher zu teilen.
Gleiches gelte für die Aneignung weitergehender Informationen und Verhaltensweisen währen einer Krise. Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen politische Maßnahmen, wie z.B. Lockdowns unterstützen oder sich gegen die Bekämpfung von Desinformationen einsetzen, sei bei jenen höher, die sich emotional angesprochen fühlen und selbst als kompetent einstufen.
Quellen:
North Carolina State University
Der Standard
Stangl-Lexikon
Gastautorin: Annika Hommer von “Irgendwas Mit Schreiben„
Artikelbild: Shutterstock.com / rafapress
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