Die Behauptung
Ein Video zeigt, wie palästinensische Akteure Verletzungen vortäuschen, um internationale Medien zu täuschen – ein angeblicher Beweis für „Pallywood“.
Aufgestellt von: Social Media
Falsch
Das Video zeigt keine palästinensischen Täuschungsversuche, sondern Behind-the-Scenes-Aufnahmen eines libanesischen Kurzfilms namens „The Reality“. Der Film wurde in Sidon, Libanon, gedreht und thematisiert das Leid der Menschen in Gaza. Die Aufnahmen wurden aus dem Kontext gerissen und fälschlich als Beweis für inszenierte palästinensische Opfer dargestellt.
🔍 Kurze Faktenübersicht:
- Herkunft des Videos: Libanesischer Kurzfilm „The Reality“ von Mahmoud Ramzi
- Drehort: Sidon, Libanon
- Veröffentlichung: Oktober 2023 auf Instagram
- Falschbehauptung: Video zeige palästinensische Täuschung
- Fakt: Künstlerische Darstellung, keine Täuschung
Die Vorwürfe bezüglich des Videos sind unbegründet. Es handelt sich um Ausschnitte aus einem libanesischen Kurzfilm über die Situation in Gaza und nicht um eine bewusste Falschdarstellung der Ereignisse in Gaza.
Der Ursprung des „Pallywood“-Videos und seine Fehlinterpretation
Das umstrittene Video zeigt ein Mädchen, dem blutige Wunden geschminkt werden, und Menschen, die palästinensische Flaggen schwenken.

Am Ende wird das Mädchen auf einer Krankentrage abgeschminkt. Ein Mann, der im Video Anweisungen gibt, ist tatsächlich der Regisseur Mahmoud Ramzi. Er leitet die Dreharbeiten zu seinem Kurzfilm „The Reality“, der sich mit den Lebensumständen in Gaza auseinandersetzt. Dieser Film wurde in der libanesischen Stadt Sidon gedreht.
Widerlegung der „Pallywood“-Vorwürfe
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) kontaktierte Ramzi, um mehr über den Film und die Kontroverse zu erfahren. Ramzi bestätigte, dass der Film einen Einblick in das Leid der Menschen in Gaza geben soll, aber keinesfalls die Wahrheit verdrehen will. Er und die Kinderschauspielerin Rami Jardali veröffentlichten auf Instagram Richtigstellungen zu den falschen Behauptungen.
Häufigkeit und Widerlegung von „Pallywood“-Behauptungen
„Pallywood“ ist ein umstrittener Begriff, der verwendet wird, um angebliche Medienmanipulationen oder inszenierte Ereignisse in der palästinensischen Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt zu beschreiben.
Im Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt gewinnen Behauptungen über „Pallywood“-Inszenierungen an Popularität. Diese Behauptungen werden jedoch regelmäßig widerlegt. Beispielsweise wurde die Behauptung, Hamas-Terroristinnen hätten sich als trauernde Mütter verkleidet, in einem Faktencheck entkräftet. Ähnlich verhält es sich mit der Geschichte eines Hamas-Terroristen, der sich angeblich mit einem amputierten Bein inszenierte, und einem Video von sich bewegenden Leichensäcken, das sich als Aufnahme einer Bestattungsübung in Malaysia herausstellte.
Fazit:
Die Vorwürfe, das Video aus dem Libanon sei eine inszenierte Darstellung des Leids in Gaza, sind unbegründet. Es handelt sich um einen künstlerischen Ausdruck, der auf die Situation in Gaza aufmerksam machen will, ohne die Realität zu verzerren oder falsch darzustellen. Solche Fehlinterpretationen tragen zur Verbreitung von Fehlinformationen bei und lenken vom tatsächlichen Leid der betroffenen Menschen ab.
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Quelle: dpa-factchecking
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