Verschwörung um „falschen Schnee“ in US-Winterstürmen widerlegt

Faktencheck: Mimikama widerlegt den Mythos von „falschem Schnee“ in den USA. Sublimation erklärt das Phänomen, keine Beweise für Manipulation

Die Behauptung

Ein im Internet verbreitetes Video, das zeigt, wie Schnee unter einem Feuerzeug nicht schmilzt, soll beweisen, dass der Schnee in den USA künstlich erzeugt wird.

Falsch

Diese Behauptung ist falsch. Das Phänomen, bei dem der Schnee nicht schmilzt, sondern sublimiert, ist ein natürlicher Vorgang. Es gibt keine Belege für künstlich erzeugten Schnee in den betroffenen Gebieten.

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In Zeiten extremer Wetterereignisse, wie den jüngsten Winterstürmen in den USA, entstehen oft verwirrende und alarmierende Behauptungen. Ein Beispiel hierfür ist ein Video, das Schnee zeigt, der unter einem Feuerzeug nicht schmilzt. Dieses Video wurde als vermeintlicher Beweis dafür angeführt, dass das Wetter manipuliert oder der Eisniederschlag künstlich erzeugt wird.

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Gerüchte/Behauptungen um den falschen Schnee

In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Clips, die Schneebälle zeigen, die unter direkter Hitze nicht schmelzen. Kommentare und Beiträge spekulierten, ob es sich dabei um „falschen Schnee“ handelt, der möglicherweise chemische Zusätze enthält oder sogar aus Styropor besteht.

Verschwörung um „falschen Schnee“ in US-Winterstürmen widerlegt – mimikama.org

Bewertung

Diese Vorstellungen sind nicht nur technisch und logistisch unplausibel, sondern auch durch keinerlei wissenschaftliche Beweise gestützt. Fachleute aus der Meteorologie und Wissenschaft erklären das beobachtete Phänomen mit der Sublimation, einem Prozess, bei dem ein Stoff direkt vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand übergeht, ohne dabei flüssig zu werden.

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Mehr Informationen

Fakten

Meteorologen und Klimawissenschaftler haben auf die Fehlinformationen rund um das Video reagiert und klargestellt, dass Sublimation ein bekannter und natürlicher Prozess ist. Bei der Sublimation verwandelt sich Schnee unter bestimmten Umständen direkt in Dampf. Dies geschieht, wenn er sehr kalt ist und einer intensiven Hitzequelle ausgesetzt wird, wie es bei einem Feuerzeug der Fall ist. Zudem zeigen wissenschaftliche Experimente und Erklärungen, dass der sogenannte „nicht schmelzende“ Schnee in Wirklichkeit sublimiert, also in die Gasphase übergeht, anstatt zu schmelzen. Dies erklärt, warum keine Pfütze unter dem Feuerzeug zu sehen ist.

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Eis und Schnee – Ein Unterschied!

Schnee und Eis unterscheiden sich jedoch radikal: Eis ist zu nahezu 100 Prozent Wasser in fester Form.
Schnee jedoch besteht (auch wenn sich ein gepresster Schneeball fest anfühlt) aus viel Luft und winzigen Schneeflocken, die eine ideale Form zur Absorption von Wasser haben. Wenn Teile des Schnees schmelzen, wird das wieder flüssig gewordene Wasser vom umgebenden Schnee absorbiert – es bildet sich nach einer Weile Schneematsch.

Der Schneeball jedoch tropft nicht, und das aus zweierlei Gründen:
Das geschmolzene Wasser wird teilweise direkt wieder vom umgebenden Schnee absorbiert, zum anderen Teil geht es sofort durch die Hitze in den gasförmigen Zustand über.

Achtung, Chemie!

Doch warum wird er schwarz?
Das Schwarze am Schneeball kommt vom Feuerzeug selbst und nennt sich “Ruß“. Sollte man kennen, Ruß entsteht auch, wenn man die Flamme beispielsweise an Glas hält.

Die Brennflüssigkeit in einem Feuerzeug besteht aus Butan, ein Molekül, das aus Kohlenstoff und Wasserstoff besteht. Wenn es verbrannt wird, reagiert es mit dem Sauerstoff in der Luft; die Bindungen zwischen zwei Atomen wird gebrochen und neue Moleküle gebildet. Bei einer idealen Verbrennung würde nur Kohlendioxid (CO₂) und Wasser (H20) übrig bleiben.

Eine solche Verbrennung läuft aber nie so perfekt. Was beim Verbrennen des Schneeballs beispielsweise passiert: Einige der Kohlenstoffmoleküle wandeln sich in lange Ketten um und erzeugen exakt das, was wir am Schneeball sehen: Ruß.

Das Schwarze ist also nicht etwa verbranntes Wasser, sondern Ruß, der vom Feuerzeug selbst stammt!

Das Festhalten an solchen Verschwörungstheorien kann oft aus einem grundlegenden Missverständnis oder einer Unkenntnis wissenschaftlicher Prozesse resultieren. Daher ist es wichtig, der Öffentlichkeit Zugang zu klaren, verständlichen und korrekten wissenschaftlichen Informationen zu bieten. Dies hilft, Fehlinformationen zu vermeiden und ein besseres Verständnis für natürliche Phänomene zu fördern.

Fazit

Dass der Schnee im Video nicht echt war, ist nicht bewiesen. Das Phänomen kann mit Sublimation erklärt werden: Ein fester Stoff kann durch Erhitzen direkt in ein Gas übergehen, ohne vorher zu schmelzen. Dass Schnee nicht brennt, ist normal.


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Quelle:

AFP

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