„Tobias Mathis“ ist wieder da – Der ewig wiederkehrende Unsinn

Warum man Kettenbriefe mehr „fürchten“ sollte als angebliche Hacker.

Die Behauptung

Eine Nachricht warnt vor dem Kontakt „Tobias Mathis“, der sich als Virus durch Kontaktlisten frisst, Festplatten zerstört und Hackerangriffe auslöst. Angeblich bestätigt durch EUROP1 und SAT1.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Falsch

Die Warnung ist völliger Unfug. Seit über sieben Jahren kursiert dieser Kettenbrief in der einen oder anderen Form. Technisch unmöglich, faktisch falsch und nur dazu da, Panik zu verbreiten. Die wahre Gefahr? Menschen, die sowas weiterleiten.

Kurze Faktenübersicht:

  • Ein alter Bekannter: Bereits 2017 tauchte der „Tobias Mathis“-Hoax auf Facebook auf und geistert nun wieder durch WhatsApp.
  • Technischer Nonsens: WhatsApp-Kontakte können sich weder „durchlisten“ noch Festplatten zerstören.
  • Fake-Verweise: Weder EUROP1 noch SAT1 haben jemals solche Warnungen herausgegeben.
💬Warum sollte man Kettenbriefe nicht ungeprüft weiterleiten? Antworten finden Sie im Leitfaden Kettenbriefe erkennen.

Wieder da: Der Kettenbrief zu „Tobias Mathis“, den niemand vermisst hat

Manche Mythen sind scheinbar nicht totzukriegen, und der „Tobias Mathis“-Kettenbrief gehört eindeutig dazu. Er bietet alles, was ein Hoax braucht:

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
  • Eine ordentliche Portion Panik,
  • ein bisschen technischer Kauderwelsch
  • und eine Prise scheinbar offizieller Bestätigung.

Und nein, „EUROP1“ und „SAT1“ haben das nicht bestätigt.

Aktualisierung 2025: Dieser Artikel wurde ursprünglich 2024 veröffentlicht und am 10.3.2025 aktualisiert, da der Kettenbrief aktuell wieder die Ruunde macht:

„Tobias Mathis“ ist wieder da - Der ewig wiederkehrende Unsinn
Screenshot vom 10.3.2025

Schon vor sieben Jahren hat sich der Kettenbrief wie ein Lauffeuer verbreitet, erst auf Facebook und schließlich über WhatsApp. Nun taucht er erneut auf – scheinbar unkaputtbar. Es wird über WhatsApp UND über Facebook gewarnt, denn viele Nutzer meinen „Sicher ist sicher“.

Screenshot der angebliche Warnung vor einem "Tobias Mathis"
Screenshot der angebliche Warnung vor einem „Tobias Mathis“

Aber seien wir ehrlich: Ein bisschen Kreativität hätte diesem Hoax gutgetan. Die Geschichte ist inzwischen genauso angestaubt wie die Festplatte, die „Tobias Mathis“ angeblich zerstören will.

Warum das technisch nicht funktionieren kann

Die Behauptungen des Kettenbriefs sind nicht nur falsch, sondern auch lächerlich, wenn man die technischen Hintergründe betrachtet:

„Durchfressen“ durch Kontaktlisten? WhatsApp-Kontakte können nicht zaubern. Damit ein Hacker Schaden anrichtet, müssten Sie aktiv auf einen schädlichen Link klicken oder eine dubiose App installieren. Und Festplattenzerstörung? Tja, Smartphones haben keine Festplatten.

Falsche Kettenbriefe erkennen

Falsche Kettenbriefe bei WhatsApp und anderen Messengern lassen sich leicht entlarven. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Rechtschreibung: Viele Hoaxes sind voller Rechtschreibfehler, grammatikalischer Katastrophen und wirrer Satzstellungen. Schauen Sie genau hin! Tipp: „WhatsUp“
  • Weiterleitungsaufforderung: Am Ende eines jeden Hoaxes steht die Bitte, die Nachricht unbedingt und dringend weiterzuleiten. So wird die Falschmeldung immer weiter verbreitet.
  • Inhalt: Überlegen Sie, ob die Behauptungen realistisch sind. Viren, die sich durch WhatsApp-Nachrichten verbreiten oder per Anruf Daten stehlen, gehören in die Kategorie Science-Fiction.
  • Google hilft: Unsicher? Eine schnelle Suche zeigt meist sofort, dass es sich um einen bekannten Fake handelt.

Was tun, wenn die Nachricht auftaucht?

  1. Nicht weiterleiten: Unterbrechen Sie die Kette und sorgen Sie dafür, dass der Unsinn nicht weiter verbreitet wird.
  2. Absender informieren: Klären Sie den Absender über den Hoax auf – freundlich, aber bestimmt.
  3. Kritisch bleiben: Prüfen Sie Warnungen immer genau. Besonders, wenn sie in Großbuchstaben, mit mehreren Ausrufezeichen oder dramatischen Worten wie „DRINGEND!!!!“ daherkommen.

Fazit: Der wahre Virus ist Panikmache

Der „Tobias Mathis“-Kettenbrief ist kein Hackerangriff, sondern ein Beispiel dafür, wie Falschmeldungen sich viral verbreiten. Die eigentliche Gefahr liegt in der leichtfertigen Weiterleitung solcher Nachrichten.

Also: Cool bleiben, Kettenbriefe stoppen und den nächsten „DRINGEND!!!!“-Text kritisch hinterfragen. „Tobias Mathis“ wird es Ihnen danken – falls er überhaupt existiert.

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MIMIKAMA · FAKTENCHECK

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