Manipulierte Grafik: Umfrageergebnisse gefälscht

Ein viraler Screenshot verfälscht die Ergebnisse einer Umfrage. Besonders auffällig: die überhöhten Werte für AfD und SPD.

Die Behauptung

Ein Screenshot zeigt angeblich aktuelle Umfragewerte zur Bundestagswahl 2025, bei der die AfD mit 41 Prozent führt. Die Grafik stammt angeblich aus einer Umfrage.

Falsch

Die verbreitete Grafik ist eine Fälschung. Sie basiert auf einer echten Insa-Umfrage vom September 2024 zur Landtagswahl in Brandenburg, allerdings wurden die Prozentwerte für AfD, SPD und BSW nachträglich verändert.

Die Fakten im Überblick:

  • Manipulation: Die Umfrageergebnisse in der Grafik sind verfälscht.
  • Originaldaten: Nach der echten Insa-Umfrage lag die AfD in Brandenburg bei 28 Prozent, die SPD bei 25 Prozent und das BSW bei 4 Prozent.
  • Quellenverwirrung: In der Grafik wird fälschlicherweise das Institut Forsa statt Insa genannt.
→Wie funktioniert Desinformation im politischen Kontext? Antworten finden Sie im Leitfaden Politische Desinformation.

Was steckt hinter der manipulierten Umfrage?

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl kursiert eine Grafik mit auffällig hohen Werten für die AfD. Auf den ersten Blick wirkt diese authentisch, weil sie optisch an professionelle Diagramme erinnert. Doch eine Überprüfung zeigt: Hier wurde kräftig geschummelt.

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Screenshot der manipulierten Grafik (hier archiviert)
Screenshot der manipulierten Grafik auf Facebook (hier archiviert)

Die Grafik basiert auf einer Umfrage, die im Vorfeld der Landtagswahl in Brandenburg 2024 durchgeführt wurde. Demnach kam die AfD auf 28 Prozent – und nicht auf 41 Prozent, wie die manipulierte Grafik zeigt. Auch die SPD wurde heruntergerechnet: Statt der korrekten 25 Prozent zeigt diese nur 14 Prozent.

Manipulierte Grafik: Umfrageergebnisse gefälscht – mimikama.org
Screenshot des Originals von RTL vom 20. September 2024 (2 Tage vor der Landtagswahl in Brandenburg) auf Instagram

Interessant ist auch die Einblendung der Institute: Oben im Bild steht „Forsa für RTL & ntv“, die Umfrage wurde aber tatsächlich vom Institut Insa durchgeführt und hatte keinerlei Verbindung zu RTL oder ntv. RTL selbst hat den Fehler in einem Begleittext bereits korrigiert.

Warum ist das problematisch?

  1. Verwirrung durch falsche Quellen
    Die Grafik erweckt durch die Einbindung von RTL und ntv einen professionellen Eindruck. Viele Menschen könnten glauben, die Zahlen seien authentisch – ein klassischer Fall von Desinformation.
  2. Diskreditierung demokratischer Prozesse
    Die Manipulation dient offensichtlich dazu, ein bestimmtes politisches Narrativ zu fördern. Solche Fälschungen können das Vertrauen in die Integrität von Wahlen und Umfragen nachhaltig beschädigen.
  3. Unterschiedliche politische Kontexte
    Die Umfrageergebnisse zur Landtagswahl in Brandenburg unterscheiden sich deutlich von den bundesweiten Zahlen zur gleichen Zeit. Auf Bundesebene lag die AfD laut einer Insa-Umfrage vom 16. September 2024 nur bei 19,5 Prozent – deutlich weniger als die behaupteten 41 Prozent.

Fazit zur Manipulation von Umfrageergebnissen

Die Verbreitung solcher manipulierter Grafiken zeigt, wie leicht Falschmeldungen entstehen und viral gehen können. Es ist wichtig, Quellen und Inhalte kritisch zu hinterfragen, um nicht auf falsche Behauptungen hereinzufallen.

Quelle: DPA

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