Die Behauptung

Der Artikel aus dem Ärzteblatt legt nahe, dass Pharmakonzerne darauf abzielen, gesunde Menschen krank zu machen.

Unser Fazit

Diese Behauptung ist falsch. Der Autor des Artikels diskutiert über ein falsches Gesundheitsverständnis und nicht über die Praktiken von Pharmaunternehmen.

In Zeiten, in denen viele Menschen krank und auf der Suche nach Heilung sind, sind wir alle besonders auf der Hut. Manche glauben, dass die großen Pharmafirmen nur Geld machen wollen und nicht wirklich daran interessiert sind, uns gesund zu machen. Ein alter Artikel aus dem „Deutschen Ärzteblatt“, aus dem Jahre 2002 der jetzt wieder im Internet kursiert (wir berichteten bereits 2020 darüber), soll diesen Verdacht belegen. Auf dem Screenshot wurden dazu einige Sätze gelb markiert! Aber ist das wirklich so?

Verwirrung um Ärzteblatt-Artikel: Was wurde wirklich gesagt?
Screenshot: Ärzteblatt

Faktencheck: Missverstandener Ärzteblatt-Artikel

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat sich ein älterer Artikel aus dem „Deutschen Ärzteblatt“ auf sozialen Netzwerken verbreitet. Die geteilten Aussagen suggerieren, dass die Pharmaindustrie darauf abzielt, gesunde Menschen krank zu machen. Doch was ist dran an diesen Behauptungen?

Behauptung: Der Artikel im Ärzteblatt besagt, dass Pharmakonzerne Menschen absichtlich krank machen wollen.

Prüfung: Der Originalartikel wurde von Klaus Dörner, einem renommierten deutschen Psychiater, verfasst. Der kontroverse Textabschnitt, der behauptet, dass der Wettbewerb das Ziel hat, alle Gesunden in Kranke zu verwandeln, wurde aus dem Zusammenhang gerissen.

In Wahrheit spricht Dörner in seinem Artikel über die Gefahren eines falschen Gesundheitsverständnisses. Er argumentiert, dass Menschen oft dazu verleitet werden, zu glauben, sie seien nicht gesund, obwohl sie es tatsächlich sind. Dörners Hauptaugenmerk liegt dabei auf den psychischen Auswirkungen dieser Überzeugung, nicht auf körperlichen Krankheiten oder der Absicht von Pharmaunternehmen, Menschen krank zu machen.

Urteil: Falsch

Die Behauptung, dass der Artikel im Ärzteblatt besagt, dass Pharmakonzerne Menschen absichtlich krank machen wollen, ist falsch. Der Kontext des Originalartikels zeigt, dass Dörner eine Analyse über das Verständnis von Gesundheit und Krankheit durchführt und vor den Gefahren eines falschen Gesundheitsverständnisses warnt. Es geht ihm dabei nicht um eine Kritik der Praktiken von Pharmaunternehmen. Es ist daher irreführend, den Artikel als Beleg für solche Behauptungen zu verwenden.

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Im Detail:

Was steht im ÄrzteblattArtikel wirklich?

Der Artikel, der momentan überall im Internet zu finden ist, wurde von Klaus Dörner, einem bekannten deutschen Psychiater, geschrieben. Manche Leute teilen besonders eine Stelle aus dem Artikel: „Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein.“ Das klingt natürlich ziemlich beängstigend. Aber was meinte der Autor wirklich damit?

In Wahrheit hat Dörner in seinem Artikel nicht behauptet, dass Firmen uns absichtlich krank machen wollen. Er hat eher gesagt, dass die Art, wie wir über Gesundheit und Krankheit denken, manchmal problematisch ist. Er glaubt, dass wir uns zu oft einreden lassen, dass wir krank sind, obwohl wir eigentlich gesund sind.

Was meint der Autor mit „Gesundheit“?

Dörner glaubt, dass man sich nur dann wirklich gesund fühlt, wenn man nicht ständig darüber nachdenkt, ob man gesund ist oder nicht. Er meint, dass man sich kranker fühlen kann, je mehr man versucht, gesund zu bleiben. Er warnt davor, dass wir glauben, wir könnten Gesundheit einfach kaufen oder planen.

Was hat das mit der Pharmaindustrie zu tun?

Dörner sagt, dass es viele Dinge gibt, die uns ein falsches Bild von Gesundheit vermitteln können. Einer dieser Faktoren ist der Wettbewerb zwischen Firmen, die immer neue Märkte erschließen wollen. Das kann dazu führen, dass sie uns glauben machen wollen, wir wären krank und bräuchten ihre Produkte, um wieder gesund zu werden.

Aber Vorsicht: Das bedeutet nicht, dass Dörner behauptet hat, dass Pharmafirmen uns absichtlich krank machen wollen. Er hat in seinem Artikel hauptsächlich über psychische Probleme gesprochen und nichts über Viruserkrankungen wie Corona gesagt.

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Fazit: Immer genau hinschauen! Es ist wichtig, dass wir immer genau hinschauen und nicht einfach alles glauben, was wir im Internet finden. Fachleute, die sich mit solchen Dingen auskennen, haben den Artikel von Dörner schon vor langer Zeit gelesen und erklärt, dass er falsch verstanden wurde. Wie immer gilt: Es ist wichtig, Informationen kritisch zu prüfen und auf seriöse Quellen zu setzen. Nur so kann man Fehlinformationen entgegenwirken und eine fundierte Meinung bilden.

Quellen

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)