BKA fordert Daten von US-Plattform wegen Beleidigung von Ricarda Lang

Ein in den sozialen Medien kursierendes Schreiben des Bundeskriminalamts (BKA) sorgt für Diskussionen, ob es echt oder ein Fake ist. Auf Anfrage erklärte ein BKA-Sprecher, dass die Behörde sich grundsätzlich nicht zu laufenden Ermittlungen äußert. Aufgrund der Veröffentlichung auf „Gab“ und der Reaktion des Unternehmens gehen wir jedoch stark davon aus, dass das Schreiben authentisch ist.

Die Behauptung

Ein im Netz kursierendes Schreiben des BKA fordert von der US-Plattform „Gab“ die Herausgabe der Nutzerdaten eines deutschen Nutzers, der die Grünen-Politikerin Ricarda Lang beleidigt haben soll. Viele Nutzer zweifeln an der Echtheit des Dokuments.

Faktencheck: Wahr

Obwohl das BKA offiziell keine Auskunft gibt, deutet die Veröffentlichung auf „Gab“ sowie die Stellungnahme des BKA stark darauf hin, dass das Schreiben echt ist.

Kurze Faktenübersicht:

    • Schreiben des BKA sorgt für Aufsehen: Ein BKA-Schreiben fordert die Herausgabe von Nutzerdaten, um einen deutschen Gab-User zu identifizieren.
    • Echtheit wahrscheinlich: Trotz fehlender Bestätigung durch das BKA sprechen die Indizien für die Authentizität des Dokuments.
    • Beleidigungen gegen Ricarda Lang: Im Zentrum stehen abfällige Posts über das Gewicht und das Aussehen der Grünen-Politikerin Ricarda Lang.

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BKA fordert Daten von US-Plattform: Beleidigungen gegen Ricarda Lang führen zu internationalem Konflikt

Ein Schreiben des Bundeskriminalamts (BKA), das in den sozialen Medien kursiert, hat für großes Aufsehen gesorgt. Darin fordert das BKA von der US-Plattform „Gab“ die Herausgabe von persönlichen Daten eines deutschen Nutzers, der mehrfach beleidigende Kommentare über die Grünen-Chefin Ricarda Lang veröffentlicht haben soll. Die Posts richten sich insbesondere gegen Langs Gewicht und enthalten sexualisierte Inhalte.

In einem der beanstandeten Posts wird ein pornografisches Bild verwendet, das eine übergewichtige weiße Frau zeigt, die mit einem dunkelhäutigen Mann Geschlechtsverkehr hat. Über das Bild wurde der zynische Text „Ricarda Lang (28) bearbeitet jetzt auch persönlich Asylanträge“ eingefügt.

BKA fordert Daten von US-Plattform wegen Beleidigung von Ricarda Lang – mimikama.org

Dieses Meme kombiniert rassistische und sexualisierte Stereotype, um die Grünen-Politikerin Ricarda Lang herabzuwürdigen und in einem erniedrigenden Kontext darzustellen. Solche Inhalte werden von den deutschen Behörden als schwerwiegende Beleidigung und möglicherweise strafrechtlich relevant eingestuft.

Trotz der offensichtlichen Erniedrigung, die in solchen Beiträgen zum Ausdruck kommt, gibt es jedoch Blogs und Plattformen, die diese Angriffe verharmlosen und die Maßnahmen des BKA infrage stellen. Diese Seiten argumentieren, dass es sich lediglich um Ausdrucksformen der Meinungsfreiheit handelt und verstehen nicht, warum das BKA überhaupt tätig wird. Sie werfen den Behörden vor, überzureagieren und die Grenzen der Meinungsfreiheit einzuschränken, anstatt die Postings als harmlose Satire zu erkennen. Dies zeigt die tiefen gesellschaftlichen Spannungen darüber, wie Meinungsfreiheit und Schutz vor Beleidigungen in der digitalen Sphäre gegeneinander abgewogen werden sollten.

Es handelt sich um dieses Schreiben, dass auf der Plattform „Gab“ veröffentlicht wurde:

Screenshot: Gab
Screenshot: Gab

Was ist „GAB“ eigentlich?

Gab, wurde 2016 gegründet und positioniert sich als Plattform für freie Meinungsäußerung mit minimaler Inhaltsmoderation. Diese Politik hat dazu geführt, dass Gab besonders von Personen genutzt wird, die wegen extrem rechter oder hasserfüllter Inhalte von anderen Plattformen ausgeschlossen wurden. Insbesondere Mitglieder der Alt-Right-Bewegung und andere rechtsgerichtete Gruppen haben Gab zu ihrer Plattform gemacht, was ihr den Ruf eingebracht hat, ein Sammelpunkt für rassistische und antisemitische Inhalte zu sein. Aufgrund dieser umstrittenen Inhalte hatte Gab wiederholt Schwierigkeiten mit Dienstleistern wie Hosting-Providern und Zahlungsabwicklern (Quellen: theweek,Wikipedia,VICE).

BKA fordert Daten von US-Plattform wegen Beleidigung von Ricarda Lang: Wie weit geht das Recht auf freie Meinungsäußerung?

Die Anfrage des BKA zielt darauf ab, den Gab-Nutzer „@Die_Lunte_brennt_schon“ zu identifizieren, der Ricarda Lang in mehreren Posts verspottet hat. Diese Posts, die im Jahr 2022 veröffentlicht wurden, sollen die Grünen-Politikerin wegen ihres Gewichts herabwürdigen und sie in einem sexualisierten Kontext darstellen. In einem besonders umstrittenen Meme wird eine stark übergewichtige, nackte Frau auf einem dunkelhäutigen Mann dargestellt, mit dem Text: „Ricarda Lang (28) bearbeitet jetzt auch persönlich Asylanträge.“ Dieses Bild kombiniert rassistische und sexualisierte Stereotype und wird von den deutschen Behörden als schwerwiegende Beleidigung angesehen.

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Mehr Informationen

Andrew Torba, der CEO von „Gab“, veröffentlichte das Schreiben und reagierte mit Spott. Er bezeichnete die Anfrage als „eine der lächerlichsten Anfragen nach ausländischen Daten, die Gab je erhalten hat“. Torba machte deutlich, dass „Gab“ nicht bereit ist, die Identität eines Nutzers preiszugeben, der nach US-Recht von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat.

Liebe Gab-Community,

Ich wollte euch über eine kürzliche Entwicklung informieren, die unser unerschütterliches Engagement für die Prinzipien der freien Meinungsäußerung und den Schutz der Privatsphäre unserer Nutzer unterstreicht. Wir haben gerade eine Datenanfrage von der deutschen Regierung erhalten, die einen Nutzer betrifft, der im Jahr 2022 einen Kommentar abgegeben hat, der von einem deutschen Politiker als „beleidigend“ empfunden wurde.

Dieser Kommentar, der sich auf das Gewicht des Politikers bezog, hat die deutsche Regierung dazu veranlasst, von uns die Herausgabe der Daten des Nutzers zu fordern, damit sie ihn identifizieren und möglicherweise für bis zu fünf Jahre inhaftieren können. Ja, ihr habt richtig gelesen: Die deutsche Regierung verlangt die Daten eines Gab-Nutzers wegen eines zwei Jahre alten Beitrags, in dem ein deutscher Politiker als fett bezeichnet wurde.

Bei Gab AI Inc. stehen wir fest in dem Glauben, dass die freie Meinungsäußerung ein fundamentales Menschenrecht ist und unsere Nutzer in der Lage sein sollten, sich ohne Angst vor Zensur oder Vergeltung zu äußern. Wir nehmen auch die Privatsphäre unserer Nutzer sehr ernst und werden ihre Bürgerrechte nicht zugunsten ausländischer Regierungen, die die freie Meinungsäußerung unterdrücken wollen, kompromittieren.

In Anbetracht dessen haben wir die Anfrage der deutschen Regierung mit einer klaren Ablehnung beantwortet. Wir werden keine Nutzerdaten im Zusammenhang mit dem angeblichen Vergehen bereitstellen, da die betreffende Äußerung nach US-Recht geschützt ist. Diese Entscheidung zeigt unseren Entschluss, die Rechte unserer Nutzer weiterhin zu unterstützen und zu verteidigen, selbst angesichts von äußerem Druck.

Gabs unerschütterliches Engagement für die freie Meinungsäußerung und den Schutz der Privatsphäre unserer Nutzer hat einen erheblichen Preis. Jedes Jahr investieren wir einen beträchtlichen Teil unserer Ressourcen in Anwaltskosten, um die Rechte unserer Nutzer gegen Regierungen und Institutionen zu verteidigen, die versuchen, diese fundamentalen Freiheiten einzuschränken. Dieser andauernde Kampf, die Meinungsfreiheit und die Privatsphäre unserer Community zu bewahren, ist eine Verantwortung, die wir sehr ernst nehmen, und wir bleiben entschlossen, die Rechte unserer Nutzer zu schützen.

Allerdings könnten wir diese Kämpfe nicht ohne die Unterstützung unserer Community weiterführen. Die Großzügigkeit und das Engagement unserer Nutzer haben es uns ermöglicht, die Kosten zu decken, die mit der Verteidigung der freien Meinungsäußerung und der Privatsphäre verbunden sind, was uns erlaubt, unseren festen Standpunkt gegen diejenigen zu halten, die versuchen, unsere Nutzer zum Schweigen zu bringen oder zu marginalisieren.

An diejenigen von euch, die durch GabPRO-Upgrades, Werbung auf unserer Plattform, Spenden oder Einkäufe im Gab Shop zu unserer Sache beigetragen haben, richten wir unseren tiefsten Dank. Eure Unterstützung ist entscheidend für unsere fortlaufende Mission, die freie Meinungsäußerung und die Privatsphäre zu schützen, und wir sind demütig angesichts eures Engagements für diese Prinzipien.

Wenn ihr noch kein GabPRO-Mitglied seid, erwägt bitte, euer Konto zu upgraden, um uns zu helfen, die Kosten zu decken, die mit dem Umgang mit ausländischen Regierungen und anderen Institutionen verbunden sind, die die Rechte unserer Nutzer bedrohen. Alternativ könnt ihr Gab unterstützen, indem ihr Werbung für euer Unternehmen auf unserer Plattform schaltet, eine Spende macht oder Artikel aus dem Gab Shop kauft. Eure Unterstützung in jeglicher Form ist von unschätzbarem Wert für unseren fortgesetzten Kampf für die freie Meinungsäußerung und die Privatsphäre, und wir danken euch, dass ihr in diesem entscheidenden Unterfangen an unserer Seite steht.

Als Plattform, die die freie Meinungsäußerung fördert, wird Gab immer den Schutz der Privatsphäre und der Bürgerrechte unserer Nutzer priorisieren. Wir verstehen, dass unsere Haltung in diesen Angelegenheiten nicht immer populär ist, aber wir bleiben standhaft in unseren Überzeugungen. Wir glauben, dass ein wirklich freies und offenes Internet unerlässlich ist für das Gedeihen vielfältiger Ideen und Perspektiven, und wir werden weiterhin für dieses Ideal kämpfen.

Vielen Dank für eure fortwährende Unterstützung und euer Vertrauen in Gab als Plattform, die die freie Meinungsäußerung und die Privatsphäre der Nutzer schätzt. Wir freuen uns darauf, euch und der breiteren Gab-Community weiterhin in der Verfolgung dieser Prinzipien zu dienen.

Mit freundlichen Grüßen,

Andrew Torba CEO und Gründer, Gab AI Inc.

Jesus Christus ist König

Ist die Kritik an Ricarda Langs Gewicht wirklich eine Straftat?

Viele Menschen sind überrascht, dass eine solche Anfrage ausgerechnet wegen einer Beleidigung auf Basis des Körpergewichts einer Politikerin gestellt wird. Die Frage drängt sich auf: Wo zieht man die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und strafbarer Beleidigung? In Deutschland wird die „Ehre“ von Personen des öffentlichen Lebens besonders geschützt, und das BKA zeigt mit dieser Anfrage, dass es bereit ist, auch internationale Schritte zu unternehmen, um gegen solche Angriffe vorzugehen.

Gab verweigert die Kooperation: Was bedeutet das für die Nutzer?

Torba hat klargemacht, dass „Gab“ keine Nutzerdaten an das BKA weitergeben wird. Für die Plattform, die sich als Verteidiger der freien Meinungsäußerung sieht, steht hier mehr auf dem Spiel als nur die Daten eines einzelnen Nutzers. Es geht um das Prinzip, die Privatsphäre und Meinungsfreiheit ihrer Community zu schützen – auch gegenüber ausländischen Regierungen. Die Weigerung, die geforderten Informationen herauszugeben, ist nicht nur eine klare Absage an das BKA, sondern auch ein Statement gegen jede Form von Zensur.

Was sagt das BKA dazu?

Das Bundeskriminalamt hält sich zu laufenden Ermittlungsverfahren in der Regel bedeckt. Ein Sprecher des BKA erklärte uns gegenüber lediglich, dass man sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Ermittlungsersuchen äußere. Offensichtlich sind die deutschen Behörden aber entschlossen, Online-Beleidigungen konsequent zu verfolgen, auch wenn dies internationale Konflikte nach sich ziehen könnte.

Welche Konsequenzen könnte das für Gab-Nutzer haben?

Die Weigerung von „Gab“, die angeforderten Daten herauszugeben, könnte für deutsche Nutzer der Plattform erhebliche Konsequenzen haben. Das BKA könnte versuchen, andere Wege zu finden, um die Identität der Nutzer festzustellen. Außerdem könnten deutsche Behörden versuchen, den Zugang zu „Gab“ in Deutschland einzuschränken. Nutzer sollten sich daher bewusst sein, dass ihre Aktivitäten auf der Plattform nicht unbeobachtet bleiben können.

Hass und Hetze gegen junge Politiker: Warum vor allem Ricarda Lang die Hater anzieht

Ricarda Lang, die Grünen-Chefin und Bundestagsabgeordnete, wird immer wieder zur Zielscheibe von Hass und Hetze im Internet. Besonders auffällig ist, dass sie nicht nur wegen ihrer politischen Positionen, sondern auch aufgrund ihres Aussehens und Gewichts angegriffen wird. Junge Politikerinnen wie Lang stehen oft im Kreuzfeuer, da sie für viele Hater den Wandel und die Diversität verkörpern, die als Bedrohung für konservative Werte wahrgenommen werden.

Langs Sichtbarkeit und ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit machen sie zur idealen Zielscheibe für diejenigen, die sich durch progressive Politik herausgefordert fühlen. Diese Angriffe spiegeln ein tieferes gesellschaftliches Problem wider: die Misogynie und Diskriminierung, die noch immer in vielen Teilen der Gesellschaft verwurzelt sind. Wir haben darüber HIER, HIER, HIER, HIER, HIER und HIER mehrfach darüber berichtet.

Was bedeutet das für die freie Meinungsäußerung in Deutschland?

Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die Spannung zwischen dem Recht auf freie Meinungsäußerung und dem Schutz der Persönlichkeitsrechte. Während das BKA den Schutz von Persönlichkeitsrechten betont, sehen viele in diesem Vorgehen einen gefährlichen Eingriff in die Meinungsfreiheit. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Konflikt entwickeln wird, doch eines ist klar: Die Debatte über die Grenzen der freien Meinungsäußerung wird dadurch neu entfacht.

Kommentar von Mimikama.org: Die Grenzen der Meinungsfreiheit in der digitalen Welt

Bei Mimikama.org setzen wir uns intensiv mit den Auswirkungen der digitalen Kommunikation auf die Gesellschaft auseinander. Der aktuelle Fall, bei dem das BKA Daten eines Gab-Nutzers wegen Beleidigungen gegen Ricarda Lang anfordert, verdeutlicht die komplexe Balance zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz der Persönlichkeitsrechte. Während das Internet eine Plattform für den Austausch vielfältiger Meinungen bietet, darf es nicht als rechtsfreier Raum verstanden werden, in dem Hetze und Beleidigungen ohne Konsequenzen bleiben. Es ist wichtig, dass sowohl nationale als auch internationale Plattformen Verantwortung übernehmen, um eine respektvolle und sichere digitale Umgebung zu gewährleisten. Die Debatte um diesen Fall zeigt, dass klare Richtlinien und internationale Zusammenarbeit nötig sind, um die Grenzen der Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter zu definieren.

Fazit: Ein Balanceakt zwischen Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechten

Die Anfrage des BKA an „Gab“ zeigt, wie ernst deutsche Behörden das Thema Beleidigung im Internet nehmen. Gleichzeitig wirft der Fall die Frage auf, ob die Maßnahmen zur Aufklärung solcher Fälle nicht die Grundrechte auf freie Meinungsäußerung gefährden könnten. Die Weigerung von „Gab“, die Daten herauszugeben, signalisiert, dass die Verteidigung dieser Grundrechte nicht kampflos aufgegeben wird. Der Fall verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen internationale Plattformen und nationale Behörden stehen, und wirft die Frage auf, wie in Zukunft eine Balance zwischen Persönlichkeitsrechten und Meinungsfreiheit gefunden werden kann.


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