Elon Musk als Köder: Gefälschter Tagesschau-„Sonderbericht“ wirbt für dubiose Bitcoin-Plattform

Mit einem gefälschten „Sonderbericht“ wird behauptet, Elon Musk habe eine neue Bitcoin-Plattform gegründet. Doch die gesamte Geschichte ist von Anfang bis Ende unseriös.

Die Behauptung

Ein angeblicher Tagesschau-Sonderbericht soll darüber berichten, dass Elon Musk mit einer neuen Investitionsmethode die Finanzelite dieser Welt schockieren würde, was Banken angeblich in Angst und Schrecken versetzt habe.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Falsch

Der Bericht ist komplett gefälscht. Die Seite, auf der der Bericht zu finden ist, imitiert lediglich das Erscheinungsbild der Tagesschau und soll Nutzer auf eine dubiose Bitcoin-Plattform locken.

Kurze Faktenübersicht:

  • Gefälschter Bericht: Ein erfundener „Tagesschau“-Artikel behauptet, Elon Musk habe eine neue Investitionsmethode ausgeplaudert.
  • Manipulierte Fotos: Bilder im Bericht sind diletantisch bearbeitet und stammen von anderen Fake-Seiten.
  • Verlinkung zu Betrug: Der Bericht führt auf eine Seite zur Anmeldung bei der Plattform Bitcoin Apex.
  • Kein Bezug zur Realität: Weder Bundeskanzler Scholz noch Elon Musk haben sich zu dieser Plattform geäußert. Die Geschichte ist völlig frei erfunden.
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Ein Fake von Anfang bis Ende

Immer wieder kursieren solche gefälschten Berichte, die renommierte Persönlichkeiten – wie nun auch Elon Musk – oder bekannte Medien wie die Tagesschau als Köder nutzen.

Elon Musk als Köder: Gefälschter Tagesschau-"Sonderbericht" wirbt für dubiose Bitcoin-Plattform
Screenshot Facebook

Mit einem angeblichen „SONDERBERICHT“ (in Großbuchstaben – steigert wohl die Wichtigkeit) zu einer neuen Investitionsmethode, direkt vom reichsten Mann der Welt, Elon Musk, werden Sensationslust und der Wunsch nach dem schnellen Geld gleichermaßen bedient. Wenn dann auch noch die Deutsche UND die Österreichische Nationalbank besorgt sind, muss ja was dahinter stecken. Man klickt also, um mehr zu erfahren und landet bei einer vermeintlichen Tagesschau-Seite.

Screenshot der gefälschten Tagesschau-Seite
Screenshot der gefälschten Tagesschau-Seite

Ja, sieht nach der Tagesschau aus, ist es aber nur leider nicht. Woher wir das wissen? Ein kurzer Blick auf die URL reicht.

Screenshot: URL der Fake-Tagesschau-Seite
Screenshot: URL der Fake-Tagesschau-Seite

Die korrekte URL der Tagesschau lautet nach wie vor tagesschau.de. In den meisten Fällen – wie auch in diesem – zielt die Masche auf Menschen ab, die sich schnelle Gewinne durch Kryptowährungen erhoffen.

Gefälschte „Beweise“ auf der gefälschten Tagesschau-Seite

Im Bericht findet sich ein Screenshot zu einem angeblichen X-Post von Olaf Scholz, der am 21. Januar etwas besorgt über die Investitionsmethode berichtet.

Screenshot des gefälschten X-Beitrags
Screenshot des gefälschten X-Beitrags

Klickt man jedoch auf diesen Screenshot, landet man nicht – wie erwartet – beim X-Beitrag des Bundeskanzlers, sondern direkt auf der Anmeldeseite für Bitcoin Apex. Ein klarer Hinweis auf eine betrügerische Absicht.

Screenshot der Anmeldeseite
Screenshot der Anmeldeseite

Es gibt übrigens auch keinen X-Beitrag von Olaf Scholz, in dem er über Apex schreibt.

Im Bericht ist auch ein Foto eines angeblichen Journalisten zu sehen, der die Plattform getestet hat. Auf seinem Monitor sieht man die Anmeldemaske zur Apex-Plattform, allerdings wurde diese mehr schlecht als recht in den Bildschirm retuschiert (Gibt es Photoshop-Philipp eigentlich noch?)

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Screenshot "Beweisbild" mit Journalisten
Screenshot „Beweisbild“ mit Journalisten

Eine einfache Bilderrückwärtssuche zeigt außerdem, dass das Bild auf zahlreichen anderen betrügerischen Websites genutzt wird. Ein Mann mit vielen Persönlichkeiten, wie es scheint: Von Journalist Hans Friedrich über Nachrichtenredakteur Gerhard Hoch und Programmredakteur Jakab Fazekas bis hin zu Nachrichtenredakteur Tomislav Pavletić.

Dasselbe Foto in zahlreichen Fake-Berichten
Dasselbe Foto in zahlreichen Fake-Berichten

Tatsächlich handelt es sich hier um Ky Harlin, einen Datenwissenschaftler. Das Foto ist bereits über 10 Jahre alt.
Es wird bei verschiedensten Fake-Berichten, die genauso wie jener der Tagesschau ahnungslose Nutzer auf dubiose Kryptowährungs-Plattformen leiten soll, verwendet. – In unterschiedlichen Sprachen.

Das Geschäftsmodell hinter der Masche

Solche Betrugsseiten funktionieren häufig nach einem ähnlichen Schema:

  • Zuerst lockt ein vermeintlicher Bericht mit einer aufregenden Erfolgsgeschichte und großen Versprechungen.
  • Danach werden Nutzer auf eine Registrierungsseite geführt, wo sie persönliche Daten eingeben und Geld investieren sollen.
  • Ist das Geld einmal überwiesen, verlieren die Opfer oft den Kontakt zu den Betreibern und sehen ihr Geld nie wieder.

Wie man sich vor solchen Betrugsmaschen schützt

  1. Prüfen Sie die Quelle: Gefälschte Seiten imitieren oft bekannte Nachrichtenportale. Sehen Sie genau hin – eine abweichende URL ist ein erstes Warnzeichen.
  2. Achten Sie auf die Sprache: Übertrieben sensationelle Sprache und untypische Zitate sind oft ein Hinweis auf Betrug.
  3. Überprüfen Sie Fotos: Eine einfache Bilderrückwärtssuche deckt oft manipulierte Bilder auf.
  4. Seien Sie skeptisch bei Versprechen von schnellem Reichtum: Kein seriöses Finanzprodukt verspricht garantierte Gewinne ohne Risiko.

Fazit

Die gesamte Geschichte rund um Elon Musk, Bitcoin Apex und einen vermeintlichen Tagesschau-Bericht ist ein Fake. Der Bericht dient lediglich als Köder, um Nutzer auf eine betrügerische Plattform zu locken. Halten Sie sich an seriöse Quellen und hinterfragen Sie vermeintliche Sensationen immer kritisch.

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