Frau randaliert und wird verhaftet: „Ich bin QAnon-Pressesprecherin, rufen Sie Trump an!“

EIne Frau randalierte in einem Markt und behauptet bei der Verhaftung, sie sei Pressesprecherin von QAnon, die Polizisten sollen Trump anrufen.

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In einem Livestream filmte eine Frau, wie sie in einem Markt sämtliche Mund-Nase-Schutzmasken von den Ständen riss und anschließend daheim verhaftet wurde.

Dabei blieb es jedoch nicht: Die Frau wurde später daheim verhaftet und ließ dabei die Smartphone-Kamera mitlaufen. Während des Gespräches mit den Polizisten behauptete sie, die Pressesprecherin von QAnon zu sein und verlangte, dass die Polizisten Trump zur Bestätigung anrufen sollen.

Auf dem Twitter-Account der Frau, die sich dort Melissa “Fucking” Reinbows nennt, finden sich einige Videos aus dem Instagram-Livestream, die zeigen, wie sie maskentragende Kunden des Marktes beschimpft. Auch bezeichnet sie sich dort als weltweite Pressesprecherin für QAnon:

https://twitter.com/wtpnewscorp/status/1278513516815634432

„This shit’s over“

Andere Twitter-Nutzer verbreiteten den Ausschnitt ihres Livestreams, in dem sie wütend die Mund-Nase-Schutzmasken in einem Target-Markt von den Ständen riss und dabei wiederholt sagt „This shit’s over“ („Diese Scheiße ist vorbei“).

Die Verhaftung

Folgenlos blieb das natürlich nicht: Wenig später bekam sie Besuch von der Polizei. Den Polizisten gegenüber verweigerte sie die Verhaftung mit deutlichen Worten: Sie sei Pressesprecherin von QAnon. Die Polizisten sollen Trump anrufen, um es sich bestätigen zu lassen, sie telefoniere auch ständig mit ihm, weitere Informationen dürfe sie wegen Geheimhaltung nicht herausgeben.

Als die Polizisten ihr dann das Smarthone abnehmen und weglegen, hört man die Frau noch mehrmals sagen „You’re doing this, because I’m Jewish“ („Sie machen das, weil ich Jüdin bin“) und „This is Nazi Bullshit“.

Die entsprechenden Livestreams sollen entstanden sein, nachdem ihr Mann ihr sagte, er wolle sich scheiden lassen, und sie aus der Wohnung warf. Von ihrem Hotelzimmer aus ging sie zu dem Target-Markt, dann wieder zurück ins Hotel, wo sie ebenfalls herausgeworfen wurde, und dann wieder zu ihrem Haus, wo dann ihr Mann die Polizei rief.

Die vierte Eskalationsstufe

Bereits Anfang April berichteten wir über vier Eskalationsstufen, die sich durch vermehrte Falschmeldungen über das neue Coronavirus entwickelten: Kettenbriefe, alternative Meinungen, Verschwörungstheorien waren die ersten Drei.

Über die vierte Eskalationsstufe konnten wir damals nur mutmaßen. Kollege Andre schrieb dazu:

„Falschmeldungen und Mythen könnten durchaus dazu anstacheln, die Feinde zu bedrängen und am Ende überträgt sich diese Radikalisierung in die Realität.“

Bereits Ende April zeichnete es sich dann deutlich ab, dass die vierte Stufe die reale Gewalt aufgrund solcher Falschinformationen über das neue Coronavirus ist. Auch jener Vorfall macht das deutlich: Wirre Botschaften aus der QAnon-Ecke und Falschmeldungen über das neue Coronavirus trieben letztendlich die Frau zu jenen Taten und Aussagen.

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