In einem von der Staatsanwaltschaft Dresden und dem Landeskriminalamt Sachsen geführten Ermittlungsverfahren wegen bandenmäßigen Computerbetruges ist es gelungen, gegen eine international agierende Gruppierung einen schweren Schlag zu führen.
Den derzeit 15 Beschuldigten wird vorgeworfen, durch vielfache betrügerische Onlinebestellungen, Waren im Wert von über 18 Millionen Euro erlangt zu haben.
Im Zeitraum vom 12. bis 15. Juni 2018 wurden 31 Wohnungen und Geschäftsräume in Deutschland, Litauen, Estland, der Schweiz, Zypern, Großbritannien und Nordirland, der Ukraine, Finnland und Lettland bei dem sogenannten Actionday „Atlantis“ durchsucht.
Dabei erfolgten insgesamt vier Verhaftungen in der Nähe von Würzburg, der Schweiz sowie in Litauen. Der mutmaßliche Organisator des Netzwerks wurde in Zypern verhaftet. Durch die Staatsanwaltschaft Dresden wurde bereits ein förmliches Auslieferungsersuchen gestellt.
Seit September 2015 ermittelt die Abteilung für Organisierte Kriminalität zusammen mit dem SN4C* im LKA Sachsen in dem Verfahren. Im Ergebnis justizieller Rechtshilfe mit der Republik Litauen wurden die Ermittlungen schließlich auf Grundlage eines Joint Investigation Teams (JIT) zwischen Deutschland und Litauen unter Betreuung durch Eurojust und Europol in Den Haag geführt. In die Ermittlungen waren schließlich Behörden aus acht europäischen Staaten eingebunden.
Die Ermittlungen ergaben, dass seit 2012 in über 35.000 Tathandlungen hochwertige Waren bei verschiedenen Versandunternehmen mit betrügerisch erlangten Kreditkartendaten über ein Netz von Warenagenten bestellt worden sein sollen.
Durch umfangreiche und aufwendige Ermittlungen konnte sowohl die Identität als auch der Aufenthaltsort des Organisators und weiterer Mitglieder des Netzwerkes ermittelt werden. Dies gestaltete sich sehr schwierig, da alle Täter ausschließlich mit Spitznamen und unter Nutzung verschlüsselter Zugänge im Netz agierten. Die Abwicklung von Zahlungen erfolgte mit Hilfe von sogenannten Kryptowährungen, was bei den Ermittlungen ebenfalls eine große Rolle spielte.
Im Rahmen des Einsatzes wurden eine Vielzahl von Datenträgern und Wertgegenständen sichergestellt. In Finnland gelang es, einen Paketempfänger und -versender auf frischer Tat festzunehmen.
Die Beschuldigten sollen mit illegal erlangten Kreditkartendaten Waren im Online-Handel erworben haben. Dies soll sowohl aus Deutschland als auch dem Ausland erfolgt sein. Als Empfänger der Waren dienten speziell in Deutschland angeworbene Warenagenten, welche die Sendungen aufgrund von Anweisungen an Adressen im Ausland weiterleiteten. Von dort soll eine Weitergabe an andere Tatbeteiligte erfolgt sein, um die eigene Identität und den endgültigen Empfänger zu verschleiern. Die Waren sollen überwiegend in Osteuropa verkauft worden sein.
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