Die Behauptung

Ausrangierte Halloween-Kürbisse sind eine geeignete Nahrungsquelle für Rehe.

Unser Fazit

Diese Behauptung ist falsch, da Kürbisse ungesunde Zusätze enthalten können und Wildtiere generell nicht von Menschen gefüttert werden sollten. Solche Handlungen können mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

Wenn die gruseligsten Nächte des Jahres anbrechen und die Kürbisse leuchten, macht in den sozialen Medien eine Empfehlung die Runde, die ausgedienten Halloween-Kürbisse nicht wegzuwerfen, sondern in den nahe gelegenen Wäldern für die Rehe liegen zu lassen. Diese gut gemeinte Aktion soll nicht nur die Lebensmittelverschwendung reduzieren, sondern auch unseren Waldtieren eine vermeintliche Freude bereiten.

„Schmeißt keine Kürbisse nach Halloween weg“

Bereits seit Jahren – immer wieder pünktlich vor Halloween – wird dieser Tipp in sozialen Medien wie z. B. auf Facebook geteilt.

Screenshot Facebook: "Schmeißt keine Kürbisse nach Halloween weg"
Screenshot Facebook: „Schmeißt keine Kürbisse nach Halloween weg“

Doch ist dieser Ratschlag wirklich so sinnvoll und vorteilhaft, wie es den Anschein hat?

Die Wahrheit hinter dem Internet-Tipp

Es mag verlockend sein, die Reste unserer Halloween-Dekoration mit Wildtieren zu teilen, in der Annahme, etwas Gutes für die Natur zu tun. Der Grundgedanke scheint einfach und nobel: Warum sollten wir die Kürbisse verschwenden, wenn sie stattdessen eine zusätzliche Nahrungsquelle für die Tiere darstellen können? Die Realität ist jedoch, dass dieser Akt der Nächstenliebe mehr Schaden anrichten kann als gedacht.

Tierschutzverbände schlagen Alarm

Dass Kürbisse eine geeignete und gesunde Nahrungsquelle für Rehe sind, wird von verschiedenen Tierschutzverbänden, darunter der Hamburger Tierschutzverein, energisch in Frage gestellt. Ihrer Meinung nach sollten Wildtiere, insbesondere Rehe, aus mehreren wichtigen Gründen nicht mit Kürbissen gefüttert werden.

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Warum Kürbisse nicht auf den Speiseplan von Rehen gehören

Erstens ist das Füttern von Wildtieren für Privatpersonen generell verboten. Dies hat wichtige Gründe, vor allem den Schutz des natürlichen Verhaltens und der natürlichen Ernährung der Tiere. Rehe ernähren sich grundsätzlich von Kräutern, Blüten, Blättern und ähnlichem. Es ist nicht notwendig, ihnen im Glauben, etwas Gutes zu tun, andere Speisen zu kredenzen, die sie nicht verwerten können. Schlimmstenfalls kann es zu Problemen mit dem Verdauungstrakt wie z. B. Durchfall kommen.

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Halloween-Kürbisse enthalten außerdem oft Reste von Wachs, Farbe oder anderen Dekorationselementen, die für Wildtiere absolut ungeeignet sind. Auch die Schimmelbildung, die sich schnell auf den im Freien liegenden Kürbissen bilden kann, stellt eine ernste Gefahr für die Gesundheit der Tiere dar.

Natur bietet genug: Rehe wissen, was gut für sie ist

Ein weiterer triftiger Grund gegen die Ausbringung von Kürbissen ist, dass Rehe und andere Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung in der Regel ausreichend Nahrung finden. Sie sind „darauf programmiert“, Nahrung zu sich zu nehmen, die ihren Ernährungsbedürfnissen und ihrem Verdauungssystem entspricht. Die Einführung ungewohnter Nahrung kann ihr Gleichgewicht stören und zu unvorhergesehenen Gesundheitsproblemen führen.

Gute Absichten, schlechte Folgen

Es ist verständlich, dass viele Menschen nach Wegen suchen, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt und ihre Bewohner zu tun. In diesem Fall kann die gut gemeinte Geste jedoch mehr Schaden als Nutzen anrichten. Es ist wichtig, dass wir unser Handeln auf Informationen stützen, die auf Fakten und Verständnis für Wildtiere und ihre Bedürfnisse basieren.

Fazit

MIMIKAMA

Die Botschaft ist klar: Trotz bester Absichten und dem Wunsch zu helfen, ist das Auslegen von ausgedienten Halloween-Kürbissen für Rehe und andere Wildtiere keine gute Idee. Es ist weder sicher noch gesund für die Tiere und verstößt gegen die allgemeinen Richtlinien zur Fütterung von Wildtieren.

Anstatt die Überreste von Halloween in Wäldern oder auf Feldern zu entsorgen, sollten wir nach nachhaltigeren Verwendungsmöglichkeiten suchen, wie z.B. Kompostierung oder, wenn sie noch genießbar sind, das Kochen. Dadurch vermeiden wir nicht nur mögliche Gesundheitsrisiken für unsere Wildtiere, sondern leisten auch einen positiven Beitrag zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.

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Quelle:

waidwissen.com

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)