Wie Betrüger einen Facebook-Bug ausnutzen

Betrüger nutzen den aktuell kursierenden Facebook-Bug, in dem alter Content gelöscht wird, um an Login-Daten von Usern zu gelangen.

Autor: Sonja Bart

Der unaufhaltsame Sturm falscher Sperrwarnungen

Stellen Sie sich vor, Sie melden sich bei Facebook an und werden mit einer schockierenden Nachricht begrüßt: Ihre Seite wurde gesperrt. Die Nachricht wirkt authentisch und ist im typischen Facebook-Blau gehalten. Sie warnt Sie, dass Ihr Konto nicht den Community-Standards entspricht und droht mit einer dauerhaften Deaktivierung, wenn Sie nicht innerhalb von 24 Stunden reagieren. Die Lösung scheint einfach: auf den angegebenen Link klicken, Identität bestätigen und alles ist gut. Doch die Wahrheit ist beunruhigender, als es auf den ersten Blick scheint.

Screenshot einer betrügerischen Nachricht über die Facebook-Nachrichten-Funktion
Screenshot Facebook-Nachricht

Die Nachricht als Wortlaut:

Ihre Seite wurde eingeschränkt, da sie nicht den Community-Standards entspricht. Wir wissen, dass wir nicht immer Recht haben. Wenn Sie also glauben, dass wir einen Fehler gemacht haben, können Sie Ihre Identität bestätigen und diese Entscheidung anfechten.
Gemäß den Facebook- Community-Standards haben Sie 24 Stunden Zeit, diese Schritte auszuführen, um zu verhindern, dass Ihr Konto dauerhaft deaktiviert wird. Bestätigen Sie Ihre Identität: (LINK) Dankeschön“

Die Maske der Betrüger

Hinter dieser bedrohlichen Nachricht stecken keine Mitarbeiter von Facebook oder Meta, sondern skrupellose Betrüger. Der Link führt nicht zur Lösung des Problems, sondern zu einem gefälschten Login-Formular. Wer dort seine Daten eingibt, übergibt den Betrügern sein Passwort auf dem Silbertablett.

Screenshot des Fenster, das sich nach Klick auf den Link in der Nachricht öffnet. Hier wird verlangt, sich mit seinen Login-Daten einzuloggen.
Screenshot Login-Fenster nach Klick auf den Link in der Nachricht (voriges Bild)

Der Klick in die Falle

Ein einfacher Klick und die Folgen sind verheerend. Das Eingabeformular, das wie eine offizielle Facebook-Seite aussieht, ist eine perfekte Fälschung, die von den Betrügern entworfen wurde, um Ihre Anmeldedaten abzufangen. Und wenn sie erst einmal Ihre Daten haben, beginnt der wahre Albtraum.

Die trügerische Ruhe vor dem Sturm

Nachdem Sie Ihre Daten eingegeben haben, werden Sie in der gefälschten Nachricht aufgefordert, nichts weiter zu unternehmen, bis sich Facebook wieder bei Ihnen meldet. In Wirklichkeit nutzen die Betrüger diese Zeit, um Ihr Konto zu übernehmen, Ihre Seiten und Gruppen zu stehlen und Ihre Identität für ihre dunklen Machenschaften zu missbrauchen.

Screenshot der Nachricht, die erscheint, nachdem die Login-Daten eingegeben wurden.
Screenshot der Meldung nach Eingabe der Login-Daten

Der Schaden, der angerichtet wird

Die Betrüger haben nun die Kontrolle und der Schaden, den sie anrichten können, ist immens. Ihre persönlichen und beruflichen Kontakte, Ihre Fotos und Ihre Gruppen – alles ist jetzt in den Händen von Cyberkriminellen, die vor nichts zurückschrecken.

Die bittere Wahrheit

Diese Masche ist nicht neu, doch durch die Ausnutzung eines aktuellen Bugs auf Facebook, der Nutzer für harmlose Aktivitäten sperrt, haben die Betrüger ein leichtes Spiel. Die Angst vor einer Sperrung ist real und die Betrüger wissen dies geschickt auszunutzen.

Screenshot des aktuellen und relalen Facebook-Bugs! Nutzer werden derzeit von Facebook „verwarnt“, obwohl sie harmlose Beiträge posten, und wenn es nur ein „Guten Morgen“ ist, weil es angeblich gegen die Gemeinschaftsstandards verstößt! Da diese Meldungen derzeit sehr häufig auftreten, sind die Nutzer mehr als übervorsichtig geworden und glauben aus diesem Grund wohl eher den Fake News von oben als sonst!

Screenshot von Facebook über die Löschung von Content, der gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen hat.
Screenshot einer Meldung über gelöschten Facebook-Content

Fazit

Die jüngste Betrugswelle auf Facebook zeigt, wie wichtig es ist, wachsam zu sein und Warnungen kritisch zu prüfen. Diese Geschichte ist ein alarmierendes Beispiel für die Raffinesse von Online-Betrügern und die Notwendigkeit, unsere Daten online zu schützen. Ein falscher Klick kann einen unaufhaltsamen Sturm auslösen, der Ihr digitales Leben auf den Kopf stellt.

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