Faktencheck

IKEA hat wirklich eine Maskenpflicht – aber nicht für Kunden!

Ein verbreitetes Foto eines Aushangs in einer IKEA-Filiale soll beweisen, dass in den Filialen des schwedischen Möbelhauses nun Maskenpflicht herrscht. Das ist auch richtig – aber nicht für die Kunden!

Ralf Nowotny,

Die Behauptung

Ein Aushang bei IKEA scheint eine Aufforderung zu sein, dort seit dem 1. Oktober eine Schutzmaske zu tragen.

Unser Fazit

Es handelt sich um einen internen Aushang, der für die Mitarbeiter gilt, nicht für die Kunden.

Seit dem 1. Oktober gibt es neue Corona-Regeln, wonach Bundesländer nun selbst strengere Regeln festlegen dürfen. IKEA soll jedoch nach der Ansicht in einschlägigen Kreisen selbst eine strenge Regel eingeführt haben: In allen Filialen soll es eine Maskenpflicht geben.
Der fotografierte Aushang ist echt, doch öffentlich ist er nicht!

Der Aushang bei IKEA

Dieses Foto, über das sich Maskengegner aufregen, kursiert auf Social Media:

Der Aushang bei IKEA
Der Aushang bei IKEA

Die Überschrift des Aushangs (der nicht wirklich aushängt, sondern anscheinend auf einem Stück Papier an einem Whiteboard befestigt ist) lautet „Maskenpflicht in allen IKEA Einrichtungshäusern“. Ein roter Pfeil verweist auf den Satz „Dies gilt auch für den Fall, dass ein ärztliches Attest vorliegt“, was natürlich besonders die aufregt, die sich wahrscheinlich für viel Geld so ein Attest kauften *zwinker zwonker*.

Genau hinschauen!

Zwei Punkte des Aushangs weisen darauf hin, dass der Aushang gar nicht für Kunden bestimmt ist:

  • „Im Kundengespräch“
  • „Deinen medizinischen Mund-Nasen-Schutz erhältst du an der Telefonzentrale“

Während „Kundengespräch“ noch diskutabel ist (Ist damit vielleicht das Gespräch mit mir, dem Kunden, mit einem Verkäufer gemeint?), ist der Hinweis auf die Telefonzentrale eindeutiger, da Kunden dort gar keinen Zutritt haben.

Sogar auf Telegram wird gezweifelt

Fairerweise muss auch darauf hingewiesen werden, dass sogar auf Telegram nicht alle glauben, dass der Aushang Kunden gelte, denn einige gingen persönlich zu IKEA und mussten dort keine Schutzmaske tragen:

Zweifel auch auf Telegram
Zweifel auch auf Telegram

Auch auf der Homepage des Möbelhauses (siehe HIER) wird nur empfohlen, freiwillig eine Schutzmaske zu tragen, ist jedoch keine Pflicht.

Wir schrieben IKEA an

Um aber ganz sicher zu sein (denn vielleicht wurde es nur noch nicht von allen Filialen umgesetzt, und die Homepage wurde auch noch nicht aktualisiert), fragten wir dann auch noch direkt bei IKEA an und bekamen folgende Antwort:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das haben Sie sehr richtig vermutet, bei dem Aushang handelt es sich um eine interne Mitarbeiter*innen-Information zu Neuregelungen ab dem 01.10.2022.

Seit dem 01.10.2022 ist eine aktualisierte Arbeitsstätten-Verordnung in Kraft. Diese sieht vor, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer dann einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zu Kund*innen und Kolleg*innen nicht eingehalten werden kann.

Für Kund*innen, die unsere Einrichtungshäuser besuchen, sehen die Neuregelungen derzeit keine Einschränkungen vor. Wir empfehlen aber weiterhin, die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.“

Fazit

Der Aushang wurde also anscheinend von einem IKEA-Mitarbeiter fotografiert und verbreitet, da die Regelung nur für Mitarbeiter gilt. Kunden ist jedoch die Nutzung einer Schutzmaske weiterhin freiwillig überlassen, wird jedoch empfohlen.

Auch interessant: Nix gegen euch, liebe Kollegen vom Postillon. Wir lieben euch, ehrlich! Aber leider müsst ihr wohl eure Satire noch deutlicher machen, als sie ohnehin schon ist, da Leute wirklich glauben, Bundeskanzler Scholz sei bei einer Enthauptung dabeigewesen!
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