In der heutigen digitalen Welt spielen InfluencerInnen eine wichtige Rolle in den sozialen Medien. Sie sind MeinungsführerInnen, Vorbilder und manchmal auch Verkaufstalente. Jugendliche sind besonders anfällig für den Einfluss von InfluencerInnen, und es ist wichtig zu verstehen, warum das so ist und welche Gefahren es gibt.

Was ist ein Influencer?

Ein Influencer ist eine Person, die in sozialen Medien oder anderen Online-Plattformen eine große Anhängerschaft oder ein Publikum aufgebaut hat und aufgrund ihrer Reichweite, ihres Fachwissens oder ihrer Persönlichkeit einen gewissen Einfluss auf diese Follower ausübt. Influencer können Meinungsführer, Experten, Prominente oder einfach Menschen sein, die aufgrund ihres Lebensstils, ihrer Talente oder ihrer Perspektiven eine große Zahl von Fans und Followern gewonnen haben.

Influencer nutzen ihre Online-Präsenz, um Meinungen zu teilen, Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben, Trends zu setzen oder einfach nur zu unterhalten und zu inspirieren. Ihr Einfluss erstreckt sich häufig über verschiedene soziale Netzwerke wie Instagram, YouTube, TikTok, Facebook, Twitter oder Blogs.

Da Influencer eine starke Verbindung zu ihrem Publikum aufbauen und als vertrauenswürdige Quellen gelten, werden sie häufig von Unternehmen und Marken im Rahmen ihrer Marketingstrategien eingesetzt, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu bewerben. Dies wird als Influencer-Marketing bezeichnet.

Warum glauben und beeinflussen Jugendliche InfluencerInnen?

Jugendliche befinden sich in einer entscheidenden Lebensphase, in der sie nach Orientierung, Identität und Zugehörigkeit suchen. InfluencerInnen präsentieren oft ein perfektes Leben mit scheinbar endlosem Erfolg, Glück und Schönheit. Sie vermitteln Werte und Ideale, die junge Menschen bewundern und denen sie nacheifern wollen. Die enge Interaktion, die InfluencerInnen mit ihren FollowerInnen pflegen, schafft eine persönliche Bindung und verstärkt die Identifikation der Jugendlichen mit ihnen.

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Welche Altersgruppe ist am stärksten betroffen?

Die Altersgruppe, die am stärksten von InfluencerInnen beeinflusst wird, liegt zwischen 12 und 24 Jahren. In diesem Alter sind junge Menschen besonders empfänglich für die Meinungen von Gleichaltrigen und Vorbildern. Sie suchen nach Orientierung und Bestätigung, um ihr Selbstbild und ihre soziale Identität zu entwickeln.

Können Jugendliche Werbung von anderen Inhalten unterscheiden?

Für junge Menschen ist es oft schwierig, Werbung von anderen Inhalten zu unterscheiden, vor allem wenn InfluencerInnen diese geschickt in ihren Beiträgen platzieren. Die Grenzen zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung verschwimmen immer mehr und gerade für junge Menschen kann es schwierig sein, die unterschiedlichen Absichten zu erkennen.

Welche Gefahren lauern, wenn man von InfluencerInnen beeinflusst wird?

Einige der Gefahren, die bei der Beeinflussung durch InfluencerInnen auftreten können, sind

  1. Unrealistische Erwartungen: Jugendliche können ein verzerrtes Bild der Realität entwickeln und glauben, dass das Leben der InfluencerInnen die Norm ist. Dies kann zu Selbstzweifeln, Neid und Unzufriedenheit führen.
  2. Kaufverhalten: InfluencerInnen können Jugendliche dazu verleiten, Produkte oder Dienstleistungen zu kaufen, die sie nicht benötigen oder sich nicht leisten können, was zu finanziellen Problemen führen kann.
  3. Gesundheitsrisiken: Einflussreiche Personen, die Diäten, Fitnessprogramme oder Schönheitsprodukte bewerben, können Jugendliche dazu bringen, ungesunde Entscheidungen zu treffen, die ihre körperliche und geistige Gesundheit beeinträchtigen.
  4. Unrealistische Ideale: InfluencerInnen präsentieren oft ein idealisiertes Bild ihres Lebens, das für Jugendliche schwer zu erreichen ist. Dies kann zu Frustration, Neid und Selbstzweifeln führen.
  5. Fehlende Kritikfähigkeit: Durch die starke Identifikation mit InfluencerInnen kann es Jugendlichen schwerfallen, kritisch über die Inhalte nachzudenken, die ihnen präsentiert werden.
  6. Kommerzialisierung: Die ständige Konfrontation mit Werbung kann Jugendliche dazu bringen, sich stärker auf materielle Werte und Konsum zu konzentrieren und weniger auf persönliche Entwicklung und soziale Verantwortung.
  7. Datenschutz und Privatsphäre: Die enge Bindung an InfluencerInnen kann Jugendliche dazu verleiten, ihre eigenen persönlichen Informationen preiszugeben, was zu Problemen hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre führen kann.
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InfluencerInnen können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf junge Menschen haben. Um diese Gefahren zu minimieren, ist es wichtig, dass Eltern, LehrerInnen und ErzieherInnen mit Jugendlichen über den Einfluss von InfluencerInnen sprechen und ihnen dabei helfen, kritisch über die Inhalte nachzudenken, denen sie ausgesetzt sind. Die Medienkompetenz von Jugendlichen sollte gefördert werden, damit sie zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten unterscheiden können. Eine offene Kommunikation und die Schaffung eines sicheren Umfelds, in dem Jugendliche ihre Meinung äußern und Fragen stellen können, sind entscheidend, um sie vor den negativen Auswirkungen von InfluencerInnen zu schützen.

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Medienbildung kann dabei helfen, die Auswirkungen von InfluencerInnen auf Jugendliche und andere Zielgruppen zu mildern. Medienbildung zielt darauf ab, die Fähigkeiten der Menschen zu entwickeln, Medieninhalte kritisch zu analysieren, zu bewerten und verantwortungsbewusst damit umzugehen. Durch Medienbildung können insbesondere Jugendliche besser verstehen, wie Medien funktionieren, welche Rolle InfluencerInnen spielen und wie sie von diesen beeinflusst werden.

Einige der Vorteile von Medienbildung im Zusammenhang mit InfluencerInnen sind:

  1. Kritisches Denken: Medienbildung fördert das kritische Denken und hilft Jugendlichen dabei, Inhalte zu hinterfragen und ihre Glaubwürdigkeit zu bewerten. Dies kann sie davor bewahren, blind den Meinungen oder Produktempfehlungen von InfluencerInnen zu folgen.
  2. Unterscheidung von Inhalten: Durch Medienbildung lernen Jugendliche, zwischen verschiedenen Arten von Inhalten wie Werbung, redaktionellen Beiträgen und persönlichen Meinungen zu unterscheiden. Dies ist wichtig, um den wahren Zweck eines Beitrags oder einer Nachricht zu erkennen.
  3. Verantwortungsbewusster Umgang mit sozialen Medien: Medienbildung lehrt Jugendliche, wie sie verantwortungsbewusst und respektvoll mit sozialen Medien umgehen können. Dazu gehört auch, dass sie ihre eigenen Daten schützen und ihre Privatsphäre wahren.
  4. Selbstreflexion und Empathie: Medienbildung ermutigt Jugendliche, ihre eigenen Medienpraktiken zu reflektieren und die Gefühle und Perspektiven anderer Menschen zu berücksichtigen. Dies kann dazu beitragen, dass sie sich ihrer eigenen Rolle in der digitalen Welt bewusster werden und empathischer gegenüber anderen werden.
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Im Rahmen der Mimikama-Medienbildung bieten wir maßgeschneiderte Workshops zu diesem Thema an, die speziell für verschiedene Zielgruppen konzipiert sind:

Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 und für
für Lehrerinnen und Lehrer


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