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KADANSE: Vorsicht vor betrügerischen „Remote Jobs“

Kadanse bietet lukrative Jobs im Home Office, ohne große Vorkenntnisse oder Ausbildung. Sollte die Jobsuche wirklich so einfach sein?

Susanne Breuer,

“Work from Home Jobs No Experience Required” – von zu Hause aus arbeiten, dabei bis zu 2.000 € pro Woche verdienen und das alles ohne Berufserfahrung? Laut der massenhaft geschalteten Stellenanzeigen von KADANSE ist das möglich. Was nicht erwähnt wird: Für diesen scheinbar lukrativen Job müssen Sie erst Geld bezahlen, der Job existiert so nicht. Wir raten: Finger weg von payingsocialmediajobs.com und remotejobstaffing.com!

Betrügerische Stellenanzeigen von KADENSE auf LinkedIn / Bild: Screenshot LinkedIn
Betrügerische Stellenanzeigen von KADENSE auf LinkedIn / Bild: Screenshot LinkedIn

Home Office-Boom durch Pandemie

Seit dem Beginn der Covid-19 Pandemie wirkt es verlockend: Bequem von zu Hause aus arbeiten. Sie ersparen sich den Arbeitsweg und können sich die Zeit frei einteilen. Betrügerische Jobplattformen nutzen genau diesen Wunsch von Menschen auf Jobsuche aus. Sie bieten fiktive Jobs mit Schlagworten wie „Remote Work“, „Homeoffice“, oder „Work from Home“.

Fake-Unternehmen KADANSE

So auch die Firma KADANSE, die angibt, auf Guadeloupe beheimatet zu sein. Sie schaltet massenhaft Anzeigen auf der Business-Plattform LinkedIn. Eine Suche nach „KADANSE“ ergibt sagenhafte 3.713 Treffer – die meisten dieser Anzeigen wurden erst vor wenigen Tagen wohl automatisiert online gestellt. Sie werden allen Personen angezeigt, die nach Stellenangeboten in Wien suchen. Der Haken? Die Firma existiert so nicht, Kriminelle haben die Daten frei erfunden. Die Stellenangebote dienen lediglich dazu, Bewerber:innen abzuzocken.

So erkennen Sie unseriöse Stellenangebote

  • Keine Berufserfahrung erforderlich: Viel Geld verdienen und das ohne relevante Berufserfahrung? Solche Angebote sind selten realistisch.
  • Unrealistische Bezahlung: 2.100 € pro Woche, 800 € pro Tag – diese Summen für Teilzeitjobs sind ein Hinweis auf betrügerische Stellenangebote.
  • Keine Informationen zum Unternehmen: Zu dem Unternehmen sind weder ein Google-Business-Eintrag noch andere Informationen online zu finden? Ein Warnsignal!
  • Aufgabengebiet ist unklar: Die Stellenanzeigen werden möglichst generell verfasst, um viele Interessent:innen anzusprechen. Werden die Aufgabengebiete nicht klar benannt, kann das ein Hinweis auf Betrug sein.
  • Es wird Geld verlangt: Wenn Sie dazu aufgefordert werden, zuerst Geld zu bezahlen, bevor Sie Training oder weitere Stellenangebote bekommen, brechen Sie den Kontakt ab!
  • Sie müssen sofort persönliche Informationen preisgeben: Vorsicht ist geboten, wenn Sie sofort eine Zusage bekommen und Ihre persönlichen Daten wie Ausweiskopien, Kreditkartendaten oder Sozialversicherungsnummer preisgeben sollen. Statt eines Jobangebotes sind die Anbieter womöglich auf Datenklau aus.
  • Sie erhalten Spam-Mails: Nach der Anmeldung auf unseriösen Jobplattformen erhalten Sie massenhaft E-Mails, die großes Einkommen versprechen? Ein klarer Hinweis auf die betrügerischen Absichten der Anbieter, die in einem nächsten Schritt oft Geld von den Bewerber:innen verlangen. 

Die Masche: So werden Bewerber:innen abgezockt

Wer auf eine der unseriösen Stellenanzeigen von KADANSE klickt, den erwartet ein regelrechtes Website-Labyrinth. Zuerst werden Sie auf eine Seite namens remotejobstaffing.com weitergeleitet. Ein großer Button fordert auf: „Start Earning“ – Beginnen Sie zu verdienen! Ein Klick darauf bringt Sie zu einer Umfrage. 

Es klingt verlockend: Geld verdienen von zu Hause aus. Doch Vorsicht, remotejobstaffing.com ist auf Abzocke aus! / Bild: remotejobstaffing.com
Es klingt verlockend: Geld verdienen von zu Hause aus. Doch Vorsicht, remotejobstaffing.com ist auf Abzocke aus! / Bild: remotejobstaffing.com

Sie geben Ihr Geschlecht, Ihr Alter und Ihre verfügbare Zeit pro Woche ein. Nach der Beantwortung aller Fragen wird angeblich sofort eine Vielzahl an Angeboten gefunden, die genau auf Ihre Bedürfnisse passen.
 

Umfragen auf remotejobstaffing.com führen in ein Umfrage-Labyrinth./Bild: Screenshot remotejobstaffing.com
Umfragen auf remotejobstaffing.com führen in ein Umfrage-Labyrinth./ Bild: Screenshot remotejobstaffing.com

Neue Plattform statt Angebote

Wollen Sie nun die Angebote ansehen, werden Sie zur nächsten Plattform weitergeleitet. Diesmal ist es paidsocialmediajobs.com. Dort wartet kein Job auf Sie, sondern die nächste Umfrage. Sie müssen angeben, mit welchen sozialen Netzwerken Sie Erfahrung haben und – ein weiteres Mal – wie viele Stunden Sie investieren wollen.

Jobs passend wie gemalt

Danach erscheint ein vollkommen automatisierter Text, in den die zuvor in der Umfrage eingegebenen Daten integriert wurden. So entsteht der Eindruck, dass es hier Jobs gibt, die genau auf Ihre Bedürfnisse passen. Lassen Sie sich davon nicht täuschen!

Klicken Sie auf „Click Here To Get Started“ werden Sie auf die Hauptseite von Payingsocialmediajobs.com weitergeleitet. 

Die Jobbeschreibung ist automatisch generiert./ Bild: Screenshot Payingsocialmediajobs.com
Die Jobbeschreibung ist automatisch generiert./ Bild: Screenshot Payingsocialmediajobs.com

Ein emotionaler Life Changer?

Es wird mit herzzerreißenden Geschichten geworben, angeblich werden vor allem neue Mitglieder aus Österreich gesucht. Die Seite bietet sogar an, dass man sein angeblich zukünftiges Einkommen berechnen kann. Die neue Karriere scheint greifbar nahe – doch um wirklich durchstarten zu können, verlangt die Plattform erst Geld.
 

Der Haken: Sie müssen bezahlen, bevor Sie an die eigentlichen Stellen kommen.Bild: Screenshot Payingsocialmediajobs.com
Der Haken: Sie müssen bezahlen, bevor Sie an die eigentlichen Stellen kommen. / Bild: Screenshot Payingsocialmediajobs.com


Zahlen Sie heute nur 27 $ und verdienen Sie mit einfachen Social Media Jobs sehr viel Geld – so das Angebot. Klicken Sie auf das Angebot, werden Sie auf ein Bestellformular weitergeleitet. Ihnen wird nochmals ein Discount über 10 $ angeboten. Somit sollten Sie dann „nur“ mehr 18 € bezahlen, um sich bei Paidsocialmediajobs.com anzumelden.
 

Das Bezahlformular auf paidsocialmediajobs.com / Bild: Screenshot
Das Bezahlformular auf paidsocialmediajobs.com / Bild: Screenshot

Wofür bezahlen Sie eigentlich?

Doch wofür bezahlen Sie eigentlich? Angeblich sollen Bewerber:innen für ein erstes Training und die Vermittlung von Jobs zahlen. Bezahlt man den Betrag, besteht das „Training“ aus generischen Informationen und Videos, die auch kostenlos auf YouTube zu finden sind. Die Jobvermittlung besteht daraus, Bewerber:innen auf frei zugängliche legitime Vermittlungsplattformen weiterzuleiten.

Alle Jobs in der Jobdatenbank, für die Sie bezahlen, sind bereits online auf Upwork, Freelancer und Guru verfügbar. Diese Plattformen sind jedoch kostenlos – das Geld, dass Sie an paidsocialmediajobs.com überwiesen haben, lediglich Abzocke. 

Chance auf Geld zurück

Da das Angebot wohl über die Plattform ClickBank verwaltet wird, gibt es die Chance Ihr Geld zurückzubekommen. Wenden Sie sich an ClickBank  oder nehmen Sie die kostenlose Beratung der Internet Ombudsstelle wahr.

Ist Ihnen eine unseriöse Stellenanzeige von KADANSE oder einem anderen Absender auf LinkedIn aufgefallen? Wenden Sie sich an die Plattform und melden Sie das unseriöse Angebot, um auch andere zu schützen! 

Beratung & Hilfe

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die Watchlist Internet auf der Seite „Beratung & Hilfe“ für Sie aufgelistet hat.

Quelle: Watchlist Internet

Nicht verpassen! Wollen die uns veräppeln? Betrüger auf Facebook markierten ausgerechnet uns!


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