Für die Studienreihe „Kindheit, Internet und Medien“ wurde eine Untersuchung zur Mediennutzung von Kindern während der Corona-Pandemie durchgeführt.
1.200 sechs- bis dreizehnjährige Kinder sowie deren Eltern wurden im Herbst des Vorjahres zur Mediennutzung befragt. Diese neueste Untersuchung innerhalb der KIM-Studienreihe bringt unter anderem fünf überraschende Ergebnisse.
Fernsehen als häufigste Freizeitaktivität
Fernsehen ist die am meisten genannte Freizeitbeschäftigung. Mehr als zwei Drittel der Befragten schauen täglich fern. Fast alle Kinder mindestens einmal pro Woche.
Neben dem Fernsehen spielen auch Streamingdienste eine immer wichtigere Rolle. Durchschnittlich 24 Minuten werden Inhalte von Netflix und Co. von Kindern konsumiert.
Die Videoplattform YouTube steht nach dem Fernsehen an zweiter Stelle, was Bewegtbilder angeht. Hier sehen Kinder gern lustige Videos, gefolgt von Musikvideos, Kanäle von YouTubern und auch Tiervideos.
Internet zum Informationskonsum
„Was ist das Internet?“ war in der Studie als offene Frage enthalten. Die freien Antworten der befragten Kinder und Jugendlichen zeigte, dass das Internet zu 56% als Wissens- und Informationsressource betrachtet wird.
Danach folgen Aktivitäten wie Spiele, Filme und Fotos ansehen, Musik hören und Shoppen. Damit gleichauf liegt der Kommunikations-Aspekt – mit anderen Menschen online in Kontakt treten.
Online-Zeit
Erwartet man eventuell, dass die Zeit, die Kinder online verbringen, während der Corona-Krise gestiegen sei, wird hier besonders überrascht. Im Vergleich zum Jahr 2018 ist die Online-Zeit nämlich lediglich eine Minute gestiegen. Hierzu wurden die Eltern befragt, die im Schnitt 46 Minuten täglich angaben.
Vergleicht man hier ebenfalls mit 2018, wie viele Kinder das Internet nutzten, so waren das bei der Studie 2020 mit 56% mehr als die Hälfte, 2018 hingegen nur rund ein Drittel mit 35%. Daraus lässt sich auch schließen, dass 2020 das Thema Homeschooling zu vermehrter Internet-Nutzung führte. Auch Spielen mit Handy, Tablet, oder am PC und Konsolen sind um rund 40, 30 bzw. 10% gestiegen.
Die nur minimal gestiegene Online-Zeit könnte somit lediglich eine subjektive Einschätzung der Eltern widerspiegeln.
Virtueller Austausch
Haben Videokonferenzen während der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen, gibt rund ein Fünftel der befragten Kinder an, sich gar nicht virtuell mit Schulkollegen ausgetauscht zu haben. Die Kommunikation mit Lehrkräften nutzten 71% hingegen mindestens einmal pro Woche oder sogar häufiger.
Vergleichbar häufig waren allerdings nur 60% in Kontakt mit Mitschülern.
Schule via Tablet
Nicht mal während der Pandemie nahm die „Tabletklasse“ an Bedeutung zu. Nur 8% nutzen einmal wöchentlich oder öfter ein Tablet in der oder für die Schule. Häufiger hingegen ist die Nutzung von PC, Laptop oder Notebook. Rund zwei Fünftel der Kinder benutzen diese für die Schule.
Zur Verfügung gestellte Schulclouds werden nur von jedem zehnten Kind zumindest wöchentlich für Schularbeiten verwendet.
Vorreiter bei digitalen Aktivitäten ist mit 42% das Schreiben von Texten. Gefolgt von Internetrecherche mit 34% und Nutzung von Lernprogrammen mit 32%.
Fazit
Geht man davon aus, dass Kinder und Jugendliche das Internet eher für Spiele und Unterhaltung nutzen, oder während der Corona-Pandemie stundenlang mit Schulkollegen über Zoom, Skype und Co. verbunden sind, darf man sich mit den Ergebnissen aus der KIM-Studie also ein wenig überraschen lassen.
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Quelle: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
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