Man sagt, die Realität übertrifft oft die Vorstellungskraft. Doch was passiert, wenn die Realität und die Satire miteinander verschmelzen? Die österreichische Satireplattform „Tagespresse“ hat es wieder einmal geschafft, die Grenzen zwischen Fiktion und Fakt zu verwischen – und dabei unfreiwillig eine schockierende Wahrheit enthüllt.

Der teure Spaß der FPÖ

In einem kuriosen Twist der Ereignisse hat die Freiheitliche Partei Österreichs, kurz FPÖ, der „Tagespresse“ satte 2.207,04 Euro für Anwaltskosten überwiesen. Doch wie kam es dazu? Die FPÖ Niederösterreich versuchte, eine einstweilige Verfügung gegen die „Tagespresse“ zu erwirken, nachdem diese falsche FPÖ-Briefe zur niederösterreichischen Wirtshausprämie veröffentlicht hatte. Wir haben darüber HIER berichtet. Das Handelsgericht Wien wies den Antrag bereits vor Wochen ab, und die FPÖ zog vor das Oberlandesgericht (OLG) Wien, um dennoch ihr Recht zu bekommen. Aber das OLG Wien lehnte den Rekurs in zweiter Instanz ebenfalls ab. Bis hierher handelt es sich um KEINE SATIRE! (Quelle)

Die Rechnung, die keiner erwartet hatte

Das Satireportal „Tagespresse“ ließ es sich nicht nehmen, diesen Sieg gebührend zu feiern. Sie veröffentlichten einen Screenshot des Zahlungseingangs über 2.207 Euro – ein Beweis für den teuren Spaß der FPÖ.

Doch hier wird es wirklich interessant. Über der Überweisung tauchte eine „Buchungszeile“ auf, die aufhorchen lässt: „George Soros Foundation“ mit einem Eingang von 10.000 Euro. Und als wäre das nicht genug, gab es noch eine weitere Buchungszeile, die besagt, dass 3.500 Euro an Andreas Hanger (ÖVP) überwiesen wurden!

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Die Macht der Verschwörungstheorien

Bevor wir weiter in diese absurde Geschichte eintauchen, sei betont: Die Buchungszeilen mit SOROS und HANGER sind SATIRE!

Uns bleibt die Sprache weg, wenn wir sehen, dass es tatsächlich Menschen gibt – insbesondere auf Telegram –, die derartige satirische Darstellungen als Tatsache akzeptieren. Es gibt wirklich Leute, die fest davon überzeugt sind, dass George Soros in irgendeiner Weise mit der „Tagespresse“ kollaboriert, unterstützt von geheimen Organisationen.

Sie teilen Screenshots, verschicken Voicenachrichten und verbreiten weitere „Beweise“, um ihre weit hergeholten Theorien zu stützen. Es ist schier unglaublich, dass einige von ihnen, wir kennen diese bereits, es sind jene, die auch immer wieder auf den Coronademos aktiv waren, so unreflektiert auf offensichtliche Satire reagieren.

Bei dem Gedanken daran, was solche Menschen bei anderen Themen denken könnten, wird einem schwindlig. Am erschreckendsten ist vielleicht, dass Tausende Abonnenten solcher Telegram-Kanäle ohne kritisches Hinterfragen mitziehen. Selbst wenn man sie auf die satirische Natur der Inhalte hinweist, werden Fakten und Wahrheiten so verdreht, dass sie in ihr Weltbild passen. Diese Nutzer behaupten, unermüdlich nach der Wahrheit zu suchen, doch leider tun sie dies oft aus einer einseitigen und voreingenommenen Perspektive.

Glauben, was man glauben will… „Tagespresse wird von Globalist Soros finanziert

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„📌 Tagespresse wird von Globalist Soros finanziert 📌 Hier Infos zur WEF-Globalistin Guérot – persönliche Freundin von George Soros“

MIMIKAMA

Wenn die Wahrheit zur Fiktion wird

Die Frage, die sich stellt, ist, wie solche Menschen auf solch offensichtliche Satire hereinfallen können. Wenn sie bereits bei so offenkundigen Geschichten auf Verschwörungstheorien hereinfallen, was passiert dann erst, wenn komplexere Themen aufkommen? Es ist besorgniserregend zu sehen, dass Tausende von Followern dieser Telegram-Kanäle die Grenzen zwischen Fiktion und Fakt verschwimmen lassen, ohne auch nur einen Hauch von Skepsis an den Tag zu legen.

Fazit: Die Macht der Desinformation

Dieses kuriose Ereignis zeigt uns, wie wichtig es ist, kritisch zu denken und Fakten von Fiktion zu unterscheiden. Die Welt des Internets bietet eine Plattform für die Verbreitung von Desinformation und Verschwörungstheorien. Es liegt an uns, unsere Medienkompetenz zu schärfen und nicht blindlings alles zu glauben, was uns vorgesetzt wird. Denn am Ende des Tages können selbst die absurdesten Satiregeschichten einen gefährlichen Einfluss auf die öffentliche Meinung haben, wenn sie von den falschen Augen und Ohren aufgenommen werden.

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)