Faktencheck: Brief zu Coronaimpfstoff erweckt fälschlich Eindruck offizieller Warnung

Achtung: Falscher Warnbrief zu Corona-Impfstoffen im Umlauf! Mimikama warnt vor irreführenden Informationen und Betrugsversuchen rund um Impfstoffe

Die Behauptung

Ein Brief von der Firma „Medizinischer Behandlungsverbund GmbH“ warnt Ärzte vor DNA-verunreinigten Coronaimpfstoffen und fordert sie auf, Chargen zur Überprüfung einzusenden. Der Brief soll am 1. Dezember 2023 versendet worden sein und verwendet das Rote-Hand-Symbol, was auf eine offizielle Warnung hindeutet.

Faktencheck: Irreführend

Die Behauptung ist irreführend und entspricht nicht der Wahrheit. Der Brief ist kein offizieller Rote-Hand-Brief und wurde ohne Genehmigung der zuständigen Behörden und des Markeninhabers des Rote-Hand-Symbols versendet.

→Wie entstehen gefälschte Aussagen von Prominenten? Antworten finden Sie im Leitfaden Promi-Fakes.
Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Coronaimpfstoff mit DNA-Verunreinigungen? Dies suggeriert ein Brief: „Wichtige Mitteilung über ein Arzneimittel“ steht in der großen Hand unter dem Briefkopf auf einem Schreiben an zahlreiche deutsche Ärztinnen und Ärzte. Es ist datiert auf den 1. Dezember 2023, Absender ist die Firma „Medizinischer Behandlungsverbund GmbH“. Sie warnt darin vor „DNA-Verunreinigungen in mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffen“ des Impfstoffherstellers Biontech/Pfizer und fordert Ärztinnen und Ärzte auf, Chargen zur Laborüberprüfung einzusenden.

Screenshot des Briefes zu Coronaimpfstoff
Screenshot des Briefes zum Coronoaimpfstoff

Hintergrund zu Rote-Hand-Briefen:

  • Rote-Hand-Briefe sind offizielle Mitteilungen von Pharmaunternehmen an Ärzte und Apotheker, um wichtige Informationen wie Nebenwirkungen oder Risiken von Medikamenten mitzuteilen.
  • Die Verwendung des Rote-Hand-Symbols unterliegt Markenrechten und erfordert eine Abstimmung mit den zuständigen Behörden, wie dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Details zum fraglichen Brief:

  • Der Brief der „Medizinischer Behandlungsverbund GmbH“ warnt vor DNA-Verunreinigungen in mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffen und fordert zur Einsendung von Chargen auf.
  • Die Firma hat laut eigener Webseite Erfahrung in der Therapie von Covid-19-Impfgeschädigten.
  • Der Brief wurde von Geschäftsführer Markus Bönig und dem wissenschaftlichen Leiter Andreas Sönnichsen unterzeichnet.

Stellungnahmen von Behörden und Verbänden:

  • Das PEI und das BfArM bestätigten, dass der Brief keine behördlich geprüfte und autorisierte Information enthält.
  • Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) verurteilt den Missbrauch des Warnhinweises und erwägt juristische Schritte, da die Verwendung des Symbols nicht genehmigt wurde.

Zur Sicherheit von Coronaimpfstoffen:

  • Laut PEI sind alle in Deutschland vertriebenen Chargen des Covid-19-Impfstoffs Comirnaty geprüft und für den Vertrieb freigegeben worden.
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO) und medizinische Fachverbände bezeichnen die Impfstoffe als sicher.

Verbindungen der Firma zu Corona-Kritikern:

  • Die MBV GmbH und ihre Vertreter haben Verbindungen zu namhaften Corona-Kritikern und haben selbst impfkritische Aussagen getätigt.

Fazit:

Der Brief der „Medizinischer Behandlungsverbund GmbH“ ist keine offizielle Mitteilung und stellt eine Falschinformation dar. Er dient der Verunsicherung durch gezielte Desinformation und missbraucht das Rote-Hand-Symbol. Die Behauptungen im Brief über DNA-Verunreinigungen in Coronaimpfstoffen werden von offiziellen Stellen und Experten widerlegt.

Verpassen Sie nicht die neuesten Entwicklungen und schützen Sie sich vor Fehlinformationen. Melden Sie sich für den Mimikama-Newsletter an und entdecken Sie das umfassende Medienbildungsangebot von Mimikama, um stets gut informiert und sicher im digitalen Raum zu agieren.

Quellen: Paul-Ehrlich-Institut, BfArM / Stellungnahme, DPA

Lesen Sie auch:


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.