AI171: Absturz, Überlebender, Lügen – Der Faktencheck zum Flugzeugunglück in Indien

Flug AI171 stürzt ab, ein Überlebender kämpft ums Leben – während das Netz mit Lügen geflutet wird

Die Behauptung

Der einzige Überlebende des Absturzes von Flug AI171 am 12. Juni 2025, Vishwashkumar Ramesh, sei gar nicht an Bord gewesen oder Teil einer Inszenierung. Außerdem kursieren zahlreiche falsche Videos und Bilder, die angeblich das Unglück dokumentieren.

Aufgestellt von: Social Media

Faktencheck: Falsch

Falsch. Die Identität und Anwesenheit von Vishwashkumar Ramesh an Bord sind zweifelsfrei belegt. Die meisten viralen Bilder und Videos, die das Unglück angeblich zeigen, stammen nachweislich aus völlig anderen Zusammenhängen oder Jahren.

Kurze Faktenübersicht:

  • Vishwashkumar Ramesh überlebte als einziger den Absturz von Flug AI171.
  • CCTV-Bilder, Boardingkarte und Passagierliste belegen seine Anwesenheit.
  • Zahlreiche virale Videos/Bilder stammen nicht vom AI171-Absturz.
  • Desinformation schadet Opfern, Angehörigen und der öffentlichen Aufklärung.
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Flugzeugabsturz in Indien

Am Morgen des 12. Juni 2025 stürzte der Air-India-Flug AI171, eine Boeing 787-8 Dreamliner, kurz nach dem Start vom Flughafen Ahmedabad ab. Die Maschine war auf dem Weg nach London und hatte 242 Menschen an Bord. Laut offiziellen Angaben überlebte nur eine Person den Absturz: Vishwashkumar Ramesh (40), ein britischer Staatsbürger aus Leicester, der sich nach eigenen Aussagen auf Sitz 11A neben einem Notausgang befand.

Laut Krankenhausberichten erlitt Ramesh mehrere Knochenbrüche, konnte aber ansprechbar geborgen werden. Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass er sich möglicherweise kurz vor dem Aufprall aus der brennenden Maschine retten konnte. Derzeit liegt er weiterhin im Krankenhaus in stabilem Zustand.

Verschwörungstheorien rund um den Überlebenden

Wie nach vielen Katastrophen verbreiten sich auch im Fall AI171 bereits wilde Spekulationen vor allem über den einzigen Überlebenden. Einige Nutzer auf Telegram und X behaupten fälschlich, Ramesh sei gar nicht an Bord gewesen oder habe gezielt überlebt, weil er angeblich ein Regierungsagent oder gar Teil einer Inszenierung sei. Diese Behauptungen sind unbelegt und widersprechen sämtlichen vorliegenden Daten:

Seine Boardingkarte, auf der sein Name RAMESH VISHWASHKUMAR, das Reisedatum 12. Juni 2025, der Flug AI171, der Sitzplatz 11A sowie die Strecke Ahmedabad London Gatwick deutlich vermerkt sind, sein Name auf der Passagierliste sowie CCTV-Aufnahmen vom Flughafen Ahmedabad belegen eindeutig seine Anwesenheit an Bord. Ein Bild dieser Boardingkarte wurde von der Hindustan Times veröffentlicht.

Seine Boardingkarte, auf der sein Name RAMESH VISHWASHKUMAR, das Reisedatum 12. Juni 2025, der Flug AI171, der Sitzplatz 11A sowie die Strecke Ahmedabad London Gatwick deutlich vermerkt sind, sein Name auf der Passagierliste sowie CCTV-Aufnahmen vom Flughafen Ahmedabad belegen eindeutig seine Anwesenheit an Bord.
Bildnachweis: HT Photo / Maulik Pathak

In Videoaufnahmen vom Krankenhausbett gibt er an, sich an kaum etwas zu erinnern, er sei in Panik aus der Maschine geflüchtet und habe „keine Ahnung, warum er noch lebt“. Hier ist ein exklusiver Einblick ins DD News-Interview mit dem einzigen Überlebenden, Vishwashkumar Ramesh, direkt aus seinem Krankenhausbett in Ahmedabad.

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Mehr Informationen

Die Fluggesellschaft Air India bestätigte ebenfalls, dass Ramesh regulär eingecheckt hatte und auch sein Bruder unter den Todesopfern vermutet wird.

Fazit: Der Überlebende ist echt, identifiziert und medizinisch versorgt. Verschwörungstheorien rund um seine Person entbehren jeder Grundlage, sie sind pietätlos und gefährlich.

Falsche Behauptungen rund um den Absturz von Air India Flug AI171 am 12. Juni 2025

Wie bei großen Katastrophen üblich verbreiteten sich unmittelbar danach zahlreiche Falschmeldungen, manipulierte Bilder und irreführende Videos. Hier sind die 7 auffälligsten Fakes und was wirklich dahintersteckt.

Behauptung: Ein 30-sekündiges Video, das Szenen aus dem Inneren eines Flugzeugs zeigt, geht viral; angeblich handelt es sich um Aufnahmen der letzten Minuten an Bord des Air India-Flugs AI171, der am 12. Juni 2025 in Ahmedabad abstürzte.

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Was wirklich stimmt: Das Video stammt nicht aus der Unglücksmaschine von AI171, sondern vom Absturz eines Yeti-Airlines-Flugs in Nepal am 15. Januar 2023. Der Clip wurde damals von einem Passagier namens Sonu Jaiswal auf Facebook live gestreamt. Es zeigt die letzten Sekunden des Flugs vor dem Aufprall nahe Pokhara. Das Video wurde von mehreren Social-Media-Konten fälschlich mit dem Absturz in Indien in Verbindung gebracht.

Ein Faktencheck von Alt News, gestützt auf eine Rückwärtsbildsuche, ergab, dass identische Videoframes bereits 2023 in Berichten der South China Morning Post, sowie von Mid Day verwendet wurden. Auch die indische Regierungsstelle PIB Fact Check stellte am 12. Juni 2025 klar, dass es sich um eine Falschzuordnung handelt.

Fazit: Ein emotional aufgeladenes Video aus einem anderen Absturz wurde irreführend als Beweis für den AI171-Crash verwendet. Der Clip stammt nachweislich aus dem Jahr 2023 und hat keinerlei Verbindung zum aktuellen Fall. Quelle: Alt News

Behauptung:
Ein virales Selfie zeigt angeblich den ehemaligen Chief Minister von Gujarat, Vijay Rupani, kurz vor seinem Tod beim Absturz des Flugs AI171 am 12. Juni 2025. In sozialen Netzwerken wird das Foto als „letztes Bild vor dem Unglück“ verbreitet, mit teils reißerischen Kommentaren. Auch einige Medien griffen es ungeprüft auf.

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Was wirklich stimmt:
Das Foto stammt nicht von Bord des verunglückten Flugs. Es wurde bereits im Oktober 2021bei einem regulären Air-India-Flug nach London aufgenommen. Dies bestätigte die Frau, die das Bild ursprünglich gepostet hatte: Lina Goswami. Auch ein Vertreter der BJP, Majid Ladhani, wies darauf hin, dass die Szene längst bekannt und mehrfach online war.

Zudem zeigt das Bild Rupani in einem hellblauen Polo-Shirt, während ihn aktuelle Videoaufnahmen vom Flughafen in Ahmedabad am 12. Juni 2025 in einem formellen Hemd mit dunkler Weste zeigen. Die Kleidung passt also nicht zur angeblichen Reisesituation.

Fazit:
Das angebliche „letzte Foto“ ist ein viraler Re-Upload aus dem Jahr 2021. Es hat nichts mit dem Absturz zu tun. Solche emotionalisierten Falschzuordnungen täuschen die Öffentlichkeit und instrumentalisieren reale Todesfälle für Likes und Reichweite. Quelle: BOOM Fact Check

Behauptung:
Ein dramatisches Video zeigt Menschen, die sich von einem brennenden Gebäude stürzen; angeblich handelt es sich um Aufnahmen von der Absturzstelle des Air-India-Flugs AI171 in Ahmedabad. Auf Social Media wird das Video u. a. mit folgendem Text verbreitet:
„Schau dir dieses Video genau an, du bekommst Gänsehaut. Es zeigt einen weiteren schockierenden Moment des Flugzeugabsturzes von Ahmedabad.“ (Übersetzung aus dem Hindi)

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Was wirklich stimmt:
Das Video hat nichts mit dem Flugzeugabsturz vom 12. Juni 2025 zu tun. Es stammt vielmehr von einem schweren Wohnungsbrand im Shabad Apartment in Delhi-Dwarka, der sich bereits am 10. Juni 2025 ereignete, also zwei Tage vor dem Absturz. Dabei sprang ein Mann namens Yash Yadav mit seinen zwei Kindern vom Balkon der 10. Etage. Alle drei kamen tragischerweise ums Leben.

BOOM führte eine Rückwärtssuche der Video-Szenen durch und identifizierte eine Reddit-Veröffentlichung vom 10. Juni sowie zahlreiche Berichte u. a. von The Indian Express, die den Brand in Delhi dokumentieren. Die visuelle Struktur des Gebäudes in dem Video stimmt auch nicht mit der des BJ Medical College Hostels in Ahmedabad überein, in das Flug AI171 gestürzt war.

Fazit:
Ein tragisches Video aus einem Wohnhausbrand wird aus dem Kontext gerissen und fälschlich mit dem Flugzeugunglück verknüpft. Diese Art der Desinformation ist besonders pietätlos, da sie zwei völlig unabhängige Tragödien vermischt und dabei das Leid der Betroffenen instrumentalisiert. Quelle: BOOM Fact Check

Behauptung:
Ein Bild eines in zwei Hälften zerbrochenen Flugzeugs geht viral, mit der Behauptung, es handelt sich um das Wrack des am 12. Juni 2025 abgestürzten Air-India-Flugs AI171 in Ahmedabad. Begleitet wird das Foto häufig von emotionalen Kommentaren wie: „Extrem schmerzhaft und erschütternd, Rettungskräfte arbeiten auf Kriegsniveau.“

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Was wirklich stimmt:
Das Bild ist nicht vom AI171-Absturz. Es stammt aus dem Jahr 2020 und zeigt den Absturz eines Air India Express-Flugs von Dubai nach Kozhikode (Kerala), der sich am 7. August 2020 ereignete. Damals verfehlte die Maschine beim Landeanflug die Landebahn, stürzte eine Böschung hinab und zerbrach in zwei Teile.

Die Aufnahme wurde von mehreren Medien (u. a. The Hindu) bereits 2020 veröffentlicht. Auch der damalige indische Luftfahrtminister Hardeep Singh Puri hatte das Foto im August 2020 auf Twitter/X geteilt, nachdem er die Unglücksstelle persönlich besucht hatte. Bei dem damaligen Unglück kamen 21 Menschen ums Leben, über 100 wurden verletzt.

Fazit:
Das dramatische Foto wird nun fälschlich erneut verbreitet, diesmal im Zusammenhang mit dem AI171-Absturz, um Aufmerksamkeit und Emotionen zu erzeugen. Es handelt sich aber nachweislich um ein Bild eines anderen Flugunfalls aus Kerala im Jahr 2020. Quelle: BOOM Fact Check

Behauptung:
Ein Video, das panische Passagiere in einer rauchgefüllten Flugzeugkabine zeigt, wird nach dem Absturz des Flugs AI171 in Ahmedabad viral verbreitet. Es soll angeblich die letzten Momente vor dem Crash am 12. Juni 2025 zeigen.

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Was wirklich stimmt:
Das Video ist nicht vom Air-India-Flug AI171, sondern stammt von einem völlig anderen Vorfall: einem Ryanair-Flug am 21. Januar 2020 von Bukarest (Rumänien) nach London. Damals drang Enteisungsflüssigkeit in das Klimaanlagensystem der Maschine ein und wurde dort erhitzt, was zu einer dichten Rauchentwicklung im Kabinenbereich führte.

FACTLY konnte den Clip über eine Rückwärtssuche und Medienberichte aus dem Jahr 2020 eindeutig zuordnen. Das Video kursiert mindestens seit März 2023 im Netz und wurde bereits früher fälschlich mit anderen Vorfällen in Verbindung gebracht.

Das Flugzeug musste damals notlanden, verletzt wurde niemand. Ryanair bestätigte später offiziell, dass der Rauch kein Feuer war, sondern durch chemische Reaktion entstandener Dampf.

Fazit:
Ein reales, aber altes Ryanair-Zwischenfall-Video wird nach dem AI171-Absturz als „Beweis“ für dramatische Szenen an Bord missbraucht. Es gibt keinerlei Verbindung zwischen dem Clip und dem tragischen Ereignis in Ahmedabad. Quelle: FACTLY

Behauptung:
Ein auf Social Media kursierendes Video zeigt angeblich Passagiere an Bord des Air-India-Flugs AI171, wie sie sich während starker Turbulenzen ängstlich an die Sitze klammern, nur wenige Augenblicke vor dem Absturz in Ahmedabad am 12. Juni 2025.

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Was wirklich stimmt:
Das Video stammt nicht vom Flug AI171. Es ist bereits seit Mai 2022 online und zeigt eine andere Maschine, nämlich einen Airbus A321, erkennbar u. a. am Aufdruck auf den Sicherheitskarten an den Rückseiten der Sitze. Das Unglücksflugzeug in Ahmedabad war jedoch ein Boeing 787-8 Dreamliner, was den Clip als falsche Zuordnung entlarvt.

Eine Rückwärtssuche der Video-Schlüsselbilder führte FACTLY zu einem Instagram-Post vom 28. September 2024 mit dem Originalvideo. Auch die britische Daily Mail hatte bereits im März 2023 über das Video berichtet als Beispiel für extreme Turbulenzen, die Nutzer:innen auf TikTok geteilt hatten. Der ursprüngliche Beitrag stammt offenbar von einem Nutzer namens @skytleea und wurde später gelöscht.

Fazit:
Das Video ist echt, aber aus dem Zusammenhang gerissen und eindeutig älter. Es dokumentiert eine Turbulenz-Situation in einem anderen Flugzeug, nicht die letzten Minuten vor dem Absturz von AI171. Solche viralen Falschzuordnungen führen zur Verwirrung und emotionalen Instrumentalisierung realer Katastrophen. Quelle: FACTLY

Behauptung:
Ein Video, das eine Flugbegleiterin beim Einstieg in ein Flugzeug zeigt, wird mit der Behauptung verbreitet, dass sie beim Absturz des Air India-Flugs AI171 am 12. Juni 2025 ums Leben gekommen sei.

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Was wirklich stimmt:
Das Video wurde bereits am 9. Juni 2025, also drei Tage vor dem Absturz, auf Instagram veröffentlicht, vom Account der Flugbegleiterin selbst: @yashasviexplorer. In den Kommentaren stellt sie klar:

„Danke, dass ihr euch sorgt, ich bin in Sicherheit und aktuell in Mumbai. Ich bin tief erschüttert über das, was passiert ist.“

Yashasvi Sharma distanzierte sich öffentlich von der Falschmeldung und bat ihre Follower:innen, das Video nicht weiter im Zusammenhang mit dem Absturz zu verbreiten. Sie rief dazu auf, den Fake-Post zu melden.

Nach offiziellen Angaben kamen 12 Crew-Mitglieder, darunter der Kapitän und Co-Pilot, beim Absturz von AI171 tatsächlich ums Leben. Yashasvi Sharma gehörte jedoch nicht zur Besatzung der Unglücksmaschine.

Fazit:
Ein harmloses Instagram-Video wurde nach dem Absturz für eine pietätlose Falschmeldung instrumentalisiert. Die betroffene Flugbegleiterin lebt und wird durch diese Verbreitung zusätzlich belastet. Dieses Vorgehen ist nicht nur falsch, sondern auch moralisch fragwürdig. Quelle: Newschecker

Warum Fakten in Katastrophenzeiten so wichtig sind

In Zeiten von Katastrophen wie dem Absturz von Flug AI171 suchen Menschen nach Halt, Erklärung und nach Schuldigen. Doch genau in diesen Momenten sind verlässliche Informationen entscheidend. Denn:

  • Falschinformationen verbreiten sich schneller als Fakten. Emotionale Inhalte, besonders schockierende Bilder oder dramatische Behauptungen, werden oft reflexartig geteilt, ohne überprüft zu werden. Das kann Menschen in Angst versetzen oder ihnen falsche Hoffnung machen.
  • Desinformation schadet den Betroffenen. Wenn Überlebende wie Vishwashkumar Ramesh plötzlich zum Ziel von Verschwörungsmythen werden, bedeutet das zusätzliche Traumatisierung und Ablenkung von der eigentlichen Hilfe.
  • Rettungskräfte und Behörden werden behindert. Wenn im Netz falsche Listen von Todesopfern kursieren oder manipulierte Videos auftauchen, müssen Polizei, Krankenhäuser und Airlines Ressourcen aufwenden, um diese Fakes zu entkräften, statt sich auf ihre eigentliche Arbeit zu konzentrieren.
  • Vertrauen in Medien und Institutionen leidet. Wer wiederholt auf Falschmeldungen hereinfällt, glaubt irgendwann gar nichts mehr, auch keine seriösen Quellen. So entsteht ein Nährboden für Zynismus und Radikalisierung.

Gerade in Ausnahmesituationen sind Fakten mehr als nur Information, sie sind Orientierung, Schutz und Respekt vor den realen Opfern. Darum ist es so wichtig, Fakes konsequent aufzudecken und ein verlässliches Gegengewicht zu bieten.

Quellenverzeichnis:

🌍 Internationale Nachrichten:

🔍 Faktenchecks & Medienberichte:

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