Die Behauptung
Alice Weidel habe in einer politischen Sondersendung der „Tagesschau“ die „Finanzgeheimnisse der Elite“ enthüllt – zusammen mit Friedrich Merz (oder anderen Prominenten). Dabei soll ein Finanzprodukt vorgestellt worden sein, mit dem sich angeblich schnell Geld verdienen lässt. Die Seite zeigt das Logo der „Tagesschau“, nutzt ihr Layout und zitiert prominente Politikerinnen und Politiker.
Aufgestellt von: Social Media
Faktencheck: Falsch
Eine „Tagesschau“-Sondersendung mit Alice Weidel und Friedrich Merz hat nie stattgefunden. Auch die vermeintliche Enthüllung über ein geheimes Finanzprodukt ist frei erfunden. Der Artikel ist eine Fälschung, das „Tagesschau“-Layout wurde manipuliert und die Zitate sind frei erfunden. Ziel der gefälschten Seite ist es, an die persönlichen Daten der Nutzer:innen zu gelangen. Eine klassische Betrugsmasche mit gefährlicher Wirkung.
Kurze Faktenübersicht:
- Gefälschte Artikel wie dieser haben ein klares Ziel: Täuschung und Datendiebstahl.
- Der Artikel stammt nicht von der „Tagesschau“, sondern von einer manipulierten Fake-Seite mit gefälschter URL.
- Alice Weidel und Friedrich Merz haben nie gemeinsam eine Sondersendung zu Finanzthemen moderiert.
- Die Anzeige zielt darauf ab, Nutzer:innen auf eine betrügerische Investmentseite zu locken.
- Wer seine Daten eingibt, riskiert Identitätsdiebstahl, Spam und finanziellen Schaden.
Gefälschte Nachrichtenbeiträge im Stil bekannter Medien wirken besonders glaubwürdig, weil sie vertraute Logos, Sprecher oder Studiobilder imitieren. Gerade bei solchen Deepfake-Inszenierungen im Nachrichtenlook ist es wichtig, Inhalte nicht vorschnell zu teilen. Wie sich manipulierte Videos und Fake-Formate grundsätzlich prüfen lassen, zeigt der Überblick Deepfakes erkennen.
Fake mit System: Wie das Tagesschau-Logo für Betrug missbraucht wird
Die betrügerische Werbeanzeige sieht auf den ersten Blick täuschend echt aus. Das Logo der „Tagesschau“ prangt im oberen Bereich, das Layout sieht dem Original zum Verwechseln ähnlich. Es wirkt, als würde hier tatsächlich ein seriöser Nachrichtenartikel präsentiert. Angeblich berichtet die ARD in einer Sondersendung, in der Alice Weidel die „Finanzgeheimnisse der Elite“ enthüllt, begleitet von Bundeskanzler Friedrich Merz. Eines von zahlreichen Beispielen.
Doch nichts davon ist wahr. Eine solche Sondersendung hat nie stattgefunden, wurde nie ausgestrahlt und ist in keiner Mediathek zu finden. Die „Tagesschau“ hat niemals über ein solches Finanzprodukt berichtet. Der gesamte Artikel ist eine Erfindung.
Die Täter greifen dabei auf ein bekanntes Betrugsmuster zurück: Sie nutzen das Vertrauen in etablierte Marken, um potenzielle Opfer zu täuschen. In diesem Fall ist es die „Tagesschau“, deren journalistische Glaubwürdigkeit missbraucht wird. Gepaart mit prominenten Gesichtern wie Alice Weidel und Friedrich Merz wirkt das Ganze auf den ersten Blick für viele plausibel – und genau das ist das Perfide an dieser Masche.
Besonders perfide ist auch die Methode der optischen Täuschung: Besucher der gefälschten Webseite sehen eine vermeintliche Nachrichtenseite. Ein Blick in die Adresszeile entlarvt den Betrug jedoch sofort: Die URL lautet surawou.com/… oder kayatalearning.com/… – und nicht tagesschau.de. Allein dieser Unterschied reicht aus, um den Artikel als Fälschung zu entlarven.
So funktioniert die Masche: gefälschte Inhalte, echte Gefahr.
Hinter der vermeintlichen Sensationsmeldung verbirgt sich ein ausgeklügeltes Betrugssystem. Das Ziel besteht nicht darin, Informationen zu verbreiten, sondern Daten zu sammeln. Alle Links im gefälschten Artikel führen zu einer dubiosen Investment-Plattform. Dort sollen Nutzer:innen ihren Namen, ihre E-Mail-Adresse und ihre Telefonnummer eingeben, angeblich, um mehr über das „Revolutionsprodukt“ zu erfahren.
Tatsächlich landen diese Daten jedoch bei Betrügern. Wer sich darauf einlässt, riskiert mehr als nur unerwünschte Werbung: Es drohen Identitätsdiebstahl, betrügerische Anrufe und der Verlust von Geld. Diese Masche ist nicht neu, aber besonders gefährlich, da sie sich gezielt an Menschen wendet, die Vertrauen in öffentliche Institutionen haben, und dieses Vertrauen ausnutzt.
Auch die sogenannten Promi-Zitate auf der Seite sind gefälscht. Immer wieder werden prominente Politiker:innen oder Unternehmer:innen als angebliche Unterstützer:innen dargestellt. Mal ist es ein angeblicher Auftritt in einer Talkshow, mal eine erfundene Aussage bei einer Pressekonferenz. Doch all diese Zitate tauchen immer wieder auf – in leicht veränderter Form und auf unterschiedlichen gefälschten Seiten. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass hier ein ganzes System von Betrügern am Werk ist. (Wir haben HIER, HIER und HIER bereits darüber berichtet.)
Wer steckt dahinter? Der Betrug mit erfundenen Zitaten und Fake-Promis.
Die Seiten, auf die die Fake-Anzeige weiterleitet, tragen Namen wie „Beravapex“ oder „Immediate Edge“ – ein angeblicher Investmentanbieter, der verspricht, dass „jeder ohne Vorkenntnisse reich werden kann“. Auf diesen Seiten wird mit Testimonials geworben: angeblich erfolgreiche Nutzer, die durch das System Millionen verdient haben sollen. In Wahrheit sind es erfundene Figuren mit Stockfotos.
Auch echte Prominente sollen den Eindruck von Seriosität vermitteln. Immer wieder tauchen die gleichen Namen auf: Alice Weidel, Friedrich Merz, Dieter Bohlen, Elon Musk, Christian Lindner, Wolfgang Grupp oder Robert Habeck und viele mehr. Sie alle sollen angeblich öffentlich für das Produkt geworben haben, doch keine dieser Aussagen ist echt. Es handelt sich um dreiste Lügen, die dazu dienen, das Vertrauen der Leser:innen zu erschleichen.
Was diese Seiten besonders gefährlich macht, ist ihre Professionalität: Das Design wirkt modern, die Sprache seriös. Teilweise sind sogar gefälschte Social-Media-Kommentare eingebunden, um den Anschein von Beliebtheit zu erwecken. Doch die Realität dahinter ist bitter: Es geht nicht um Hilfe, sondern um Abzocke.
Behörden schlagen Alarm: Es gibt Warnungen vor Datenklau und Betrugsversuchen.
Verbraucherschutzorganisationen und die Polizei warnen bereits seit Jahren vor solchen Betrugsseiten. Immer wieder werden Anzeigen geschaltet, in denen vermeintlich bekannte Marken und Personen verwendet werden – ohne deren Wissen oder Zustimmung. Das Ziel ist stets dasselbe: Menschen sollen in eine Falle gelockt, ihre Daten abgegriffen und im schlimmsten Fall Geld gestohlen werden.
Die Polizei rät daher eindringlich, niemals persönliche Daten auf unbekannten Webseiten einzugeben. Geben Sie keine E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer und keine Bankdaten ein. Besonders kritisch wird es, wenn die Seite dazu auffordert, Geld zu überweisen oder eine Kreditkarte zu hinterlegen – das ist ein klarer Hinweis auf einen Betrugsversuch.
Auch Verbraucherschützer schlagen Alarm. Sie fordern mehr Aufklärung über diese Methoden und einen besseren Schutz vor gefälschten Seiten. Plattformbetreiber und Suchmaschinen sind in der Pflicht, solche Inhalte schneller zu erkennen und zu entfernen.
Ein Blick auf die URL, die Impressumsangaben und den Quellcode der Seite kann dabei helfen, Fakes zu entlarven. Doch die Verantwortung liegt nicht nur bei den Nutzer:innen, sondern auch bei den Plattformen, die solche Anzeigen überhaupt erst ermöglichen.
FAQ: Häufige Fragen zu dieser Betrugsmasche
Wie erkenne ich eine gefälschte Nachrichtenseite?
Achte auf die URL: Lautet sie wirklich „tagesschau.de“ oder handelt es sich um eine ähnlich kryptische, aber gefälschte Adresse wie „surawou.com“? Prüfe, ob die genannten Inhalte auch auf der echten Seite zu finden sind. Wenn nicht, ist höchste Vorsicht geboten.
Hat Alice Weidel tatsächlich ein Finanzprodukt beworben?
Nein, weder Alice Weidel noch Friedrich Merz haben jemals öffentlich ein Finanzprodukt dieser Art empfohlen. Die Aussagen sind frei erfunden.
Was passiert, wenn ich meine Daten eingegeben habe?
Wenn du deinen Namen, deine Telefonnummer oder deine E-Mail-Adresse eingibst, könnten dich Betrüger kontaktieren. Du solltest dich umgehend an eine Verbraucherzentrale oder die Polizei wenden und deine Daten schützen.
Ist die Seite „Beravapex” seriös?
Nein, „Beravapex” ist ein Name, der immer wieder in betrügerischen Anzeigen auftaucht. Es handelt sich dabei nicht um ein seriöses Finanzunternehmen, sondern um eine Tarnfirma für Datensammler oder Betrüger.
Warum wird das Tagesschau-Logo verwendet?
Weil es Vertrauen erzeugt. Die Betrüger wissen, dass Menschen seriösen Medien wie der „Tagesschau“ Glauben schenken. Genau dieses Vertrauen wird ausgenutzt – in manipulativer Absicht.
Zum Schluss noch eine klare Warnung: Betrug mit System erkennen und stoppen!
Diese Fake-Anzeige ist keine harmlose Spinnerei, sondern ein gezielter Betrugsversuch. Wer der gefälschten „Tagesschau“-Seite glaubt, riskiert mehr als nur einen Klick zu viel. Es geht um deine Daten, deine Sicherheit und möglicherweise auch um dein Geld. Wer hier nicht aufpasst, wird zur Zielscheibe.
Lass dich nicht täuschen! Alice Weidel hat keine „Finanzgeheimnisse der Elite“ enthüllt. Friedrich Merz war nie Teil einer angeblichen Sondersendung. Und die „Tagesschau“ hat nichts mit diesem Artikel zu tun. Wer solche Fakes teilt, verbreitet Betrug – und wer ihnen glaubt, gibt Betrügern genau das, was sie wollen. Zugang zu deiner digitalen Identität.
Bleib kritisch, hinterfrage Quellen und teile diese Warnung weiter. Denn Aufklärung ist der beste Schutz gegen digitale Täuschung.
Quelle: DPA; eigene Recherchen
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