Während einer Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats äußerte der Leiter der Ermittlungsbehörde, Christopher Wray, Bedenken bezüglich der Sicherheit von TikTok. Er machte deutlich, dass die App zahlreiche Sicherheitsbedenken aufwerfe. In seinen Augen könnte Peking die Plattform als Mittel nutzen, um auf Millionen von Geräten Software zu kontrollieren: „Dies ist ein Werkzeug, das letztendlich in der Kontrolle der chinesischen Regierung liegt – und es schreit für mich mit nationalen Sicherheitsbedenken“.

Schwere Vorwürfe: Wegen Sicherheitsbedenken in der Kritik

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass die App dazu verwendet wird, die öffentliche Meinung durch Verbreitung parteiischer oder manipulativer Botschaften zu beeinflussen.

Aufgrund dieser schwerwiegenden Vorwürfe sieht sich TikTok aktuell heftiger Kritik ausgesetzt. Die Regierungen der USA, Kanadas sowie die EU-Kommission haben in den letzten Tagen ihre Bedenken wegen möglicher chinesischer Datenspionage geäußert und ihren Mitarbeitern untersagt, die App auf ihren Diensthandys zu nutzen.

USA treiben Verbot von TikTok voran – Tschechien äußert Sicherheitsbedenken

Die USA setzen alles daran, ein Verbot von TikTok schnellstmöglich durchzusetzen. Ein überparteilicher Gesetzentwurf wurde am Dienstag von einem Dutzend Senatoren in den Kongress eingebracht. Mit diesem Gesetz soll Handelsministerin Gina Raimondo befugt werden, TikTok und ähnliche ausländische Anbieter aufgrund von Sicherheitsbedenken zu verbieten. Trotz der Vorwürfe nutzen mehr als 100 Millionen Amerikaner die App.

Die tschechische Behörde für Cyber- und Informationssicherheit (Nukib) hat TikTok als „Bedrohung“ eingestuft und warnte vor den potenziellen Sicherheitsrisiken, die mit der App verbunden sind. Der Entwickler und Administrator der App, ByteDance, unterliegt der Gerichtsbarkeit der Volksrepublik China, was laut Nukib aufgrund der Menge an Nutzerdaten, die von der App gesammelt werden, und der Art und Weise, wie sie verarbeitet werden, ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellen könnte.

Die Bedenken im Westen konzentrieren sich auf die Befürchtung, dass TikTok zur Sammlung von Informationen über Nutzer durch chinesische Behörden missbraucht werden könnte. TikTok hat diese Bedenken zurückgewiesen und betont, dass sie niemals Datenanfragen von der chinesischen Regierung erhalten haben und auch nicht darauf antworten würden, da es dafür keine rechtliche Grundlage gibt.

TikTok weist Vorwürfe zurück

Die Vorwürfe werden von einer Sprecherin des Konzerns zurückgewiesen. Diese beruhten auf „grundlegenden Missverständnissen“. Das Unternehmen arbeite derzeit daran, die Datensicherheit zu verbessern, unter anderem durch die Einrichtung von drei Datenzentren in Europa, um Daten von Nutzern lokal zu speichern. Außerdem werde der Zugang von Mitarbeitern zu den Daten weiter reduziert und der Datenfluss außerhalb Europas minimiert, so der Konzern weiter.

Zurzeit werden Daten europäischer Nutzer von TikTok in Singapur und den USA gespeichert. Der Konzern plant jedoch, im Laufe dieses Jahres mit der Speicherung in Europa zu beginnen und den Umzug bis 2024 fortzusetzen.

Quellen:

Tagesschau, Reuters, Krone

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