Fernsehen kann Fremdenhass reduzieren

Der Einfluss von West-Fernsehen in der DDR auf die Offenheit gegenüber Ausländern zeigt, wie Medien Vorurteile abbauen können. Mehr dazu auf Mimikama

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Der Konsum von West-TV in der einstigen DDR hat die Haltung gegenüber Ausländern positiv beeinflusst und fremdenfeindliche Neigungen gemildert. Zu dem Schluss kommen Forscher der Universitäten Trier und Bremen in ihrer aktuellen Datenanalyse.

Mehr Spenden, mehr Offenheit

Die positivere Einstellung gegenüber Fremden, so die Wissenschaftler, äußerte sich beispielsweise darin, dass Personen mit Zugang zu Westfernsehen häufiger für die Flüchtlingshilfe spendeten. Außerdem wählten die Menschen in Regionen mit Abdeckung durch Westfernsehen bei nationalen Wahlen von 1990 bis 2017 seltener rechtsgerichtete Parteien, die überwiegend ausländerfeindliche Haltungen propagieren.

„In Regionen mit Westfernsehempfang kamen weniger fremdenfeindliche Aktionen vor. Diese Effekte sind auch 28 Jahre nach der Wiedervereinigung noch sichtbar“, schreiben die Experten. Die Unterschiede zwischen Regionen mit und ohne West-TV ließen sich dagegen nicht durch wirtschaftliche Umstände, Unterschiede zwischen städtischen und nicht-städtischen Regionen oder etwa durch eine „rechte Tradition“ erklären.

Daten aus 1990 ausgewertet

Die Fachleute haben die vom Zentralinstitut für Jugendforschung vor der deutschen Wiedervereinigung durchgeführte Umfrage „Jugend und Rechtsextremismus 1990“ mit einigen Fragen zur Einstellung gegenüber Ausländern ausgewertet. Außerdem zogen sie Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel für ihre Untersuchung heran.

Im Westfernsehen gab es zudem deutlich mehr ausländische Inhalte als im Ostfernsehen. Der Kontakt mit diesen internationalen Programminhalten konnte offenbar Fremdenfeindlichkeit verringern. Daher könne es von Vorteil sein, ausländische Programme original und lediglich synchronisiert auszustrahlen, anstatt sie nach eigenen Maßstäben neu zu gestalten.

Quelle:

Pressetext

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