China hat nur sehr wenig Corona-Fälle, und der Grund dafür ist angeblich heißes Wasser und Dampf. Was ist dran an dieser Behauptung?

In einem kursierenden Video wird behauptet, dass in Chian niemand an COVID-19 stirbt, da man sich dort mit heißen Getränken und Dampf mehrmals am Tag selbst behandelt und somt das neue Coronavirus auf natürliche Art und Weise besiegt.

Um dieses Video handelt es sich (Wasserzeichen von uns):

Angeblich genüge es also, sechsmal am Tag heißes Wasser und heiße Milch und Tee viermal am Tag zu trinken, zudem so oft wie möglich heißen Dampf einatmen. Wenn man erkrankt ist, soll man innerhalb von vier Tagen von COVID-19 geheilt sein.

Während die ganze Welt auf eine Impfung wartet, soll China also mit dieser Methode das neue Coronavirus unter Kontrolle gebracht haben.

Mit den Worten „Meine lieben Freunde: Vertraut darauf, was ich euch sage: Medizin  kann das Virus nicht absolut töten, Hitze aber kann es.“, schließt das Video.

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Die Herkunft des Videos

Nach dem Logo des Videos zu urteilen, stammt zumindest das Bildmaterial von einer Radio-Station aus Sri Lanka (siehe HIER). Ob der gesprochene Text ebenfalls von der Radiostation kommt, ist unbekannt, aber zumindest zweifelhaft.

Die Herkunft der Behauptung

Die Behauptung ist uns nicht unbekannt, denn bereits im März (siehe HIER) und im Juli (siehe HIER) kursierten sehr ähnliche Pseudo-Ratschläge: Heiße Getränke und das Einatmen von heißem Dampf sollen COVID-19 wirksamer bekämpfen als jede Medizin.

Warum das nicht stimmt

Wie Dr. Jason McKnight, Assistant Clinical Professor in der Abteilung für Primärversorgung und Bevölkerungsgesundheit an der Texas A&M University, AFP per E-Mail erklärte, hilft das Einatmen von heißen Dämpfen zwar bei jeder Art von Atemwegserkrankung, die Symptome zu bekämpfen (man kann beispielsweise leichter atmen), es wird damit allerdings nicht das Virus selbst bekämpft.

Es ist richtig, dass das Virus größere Hitze nicht überlebt, doch müsste man dann schon mit kochendem Wasser (!) ziemlich lange gurgeln, um jedes Virus, das sich vielleicht im Rachenraum verbirgt, abzutöten. Dann erwischt man aber nicht die Viren, die sich bereits in Zellen eingenistet haben, auch nicht die Viren, die bereits in die Lunge gewandert sind.

Man bringt sich mit dieser Methode also eher in Gefahr, sich schwerwiegende Verbrennungen im Gesicht und im Rachenraum zuzuziehen, Coronaviren kann man damit aber nicht loswerden, COVID-19 bekämpfen ohnehin nicht.

Und warum hat China dann so wenige Corona-Fälle?

In China gibt es tatsächlich kaum Neuinfektionen und nur noch wenige Beschränkungen – das Land ist fast wieder zur Normalität zurückgekehrt. Doch dies zu einem Preis, den hierzulande mit Sicherheit niemand zahlen möchte: Kein Datenschutz, engmaschige Überwachung und exzessive Beschneidung jeglicher Grundrechte.

So berichtet die Tagesschau (siehe HIER) ausführlich darüber, wie in China mit der Pandemie umgegangen wird.

  • Jeder muss eine App mit einem persönlichen Gesundheits-Code auf dem Smartphone installiert haben
  • Bewegungsprofile werden aufgezeichnet
  • Überwachungskameras werden ausgewertet
  • Wenn auch nur wenige Fälle in einer Region auftreten, gibt es sofort Massentests für Hunderttausende bis Millionen Menschen, je nach Region
  • Betroffene Städte werden dann weitgehenst vom Land abgeschottet
  • Die Außengrenzen sind nahezu komplett geschlossen

Also ja, in China gibt es wenig Corona-Fälle, doch um Thomas Jefferson zu zitieren: „Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit“. Solche extremen Maßnahmen sind in China möglich, hierzulande jedoch wird ja bereits wegen einem Stück Stoff vor dem Gesicht protestiert – in China undenkbar, ohne sofort ins Gefängnis zu kommen.

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Fazit

So „logisch“ es auch für manche Menschen erscheinen mag:
Heiße Getränke und Dampf (und dabei müsste es sich um sehr heiße Getränke und Dampf handeln!) können allerhöchstens Viren im Rachenraum beseitigen, die sich noch nicht in Zellen eingenistet haben und noch nicht Richtung Lunge wanderten – also praktisch sinnlos.

Und China hat tatsächlich nur wenig Corona-Faälle, was allerdings an den extremen Maßnahmen dort liegt, nicht an heißen Getränken und Dampf.


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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)