Ein mit Pusteln übersäter Rücken, der Begriff LEPRA in Großbuchstaben, eine mutmaßliche Pressesperre und nicht zuletzt der Begriff Flüchtlinge in diesem Zusammenhang: Fertig ist ein Meme, welches Menschen verunsichert. Und zudem völlig sinnlos ist.
„Es war nur eine Frage der Zeit. Salzburg: LEPRA-Fall in Zeltstadt” Irgendwie kommt einem dieses Meme, welches am 16. Juni 2018 veröffentlicht wurde und eine recht anschauliche virale Verbreitung hat, doch bekannt vor. Richtig, dieser Lepra-Fall aus Salzburg basiert auf einer drei Jahre alten Geschichte, die schon im Jahr 2015 keine wirkliche Gefahr darstellte.
Aber mit dem Begriff Lepra kann man natürlich schön triggern, vor allem wenn man so viele Begriffe in einen Topf werfen kann:
Schauen wir daher nochmals auf den Fall aus dem September 2015 und gehen auf die Behauptungen ein:
1. Das Bild hat nichts mit Salzburg zu tun. Für den Ersteller dient es nur als Symbolbild und propagiert somit den „Worst Case”.
2. Gibt es Lepra-Fälle in Salzburg? Am 18.9.2015 berichtet die “Kronen Zeitung” über einen Lepra-Fall in Salzburg. Hierbei handelte es sich um einen militärärztlichen Vermerk in einer Akte. Die Krankheit ist aber NICHT ausgebrochen und es bestand zudem keine Ansteckungsgefahr.
Im Detail
Die “Krone” berichtete am 18. September über einen Lepra-Fall im Salzburger Asyl-Zeltlager. Dabei handelt es sich um keinen Fake, sondern um einen militärärztlichen Vermerk in einer Akte.
(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)
In der Berichterstattung der Krone wurde natürlich zunächst stark dramatisiert, doch letztendlich erfährt man in diesem Artikel dann auch, dass keinerlei Gefahr bestand und die Krankheit auch nie ausgebrochen war.
„Die Krankheit ist aber nicht ausgebrochen, er ist nicht ansteckend“, sagen die Ärzte.
Sowie:
Es besteht daher auch keine unmittelbare Gefahr, weil er nicht ansteckend ist“, erfuhr die „Krone“ Freitagabend.
Ebenso wird berichtet:
Der 33-Jährige gehörte nicht zum großen Flüchtlingsstrom, der seit Tagen über Salzburg hinweg nach Deutschland brandet.
Irgendwie dann doch kein Entsetzen. Fassen wir zusammen: Eine Person war an Lepra erkrankt, Krankheit war jedoch nicht ausgebrochen. Es bestand keine Ansteckungsgefahr. Aus der 2018er Perspektive betrachtet kann man sogar noch weiter gehen und sagen, dass diese Meldung kaum eine Relevanz hatte, da wirklich kein Ausbruch vorlag Ebenso zeigt der Artikel in der Kronen-Zeitung, dass sehr wohl Medien darüber berichtet haben. Auch der Focus griff das Thema auf.
Lepra!
Da dieser eine Fall nicht ausgebrochenen war und sich auch niemand angesteckt hatte, war der Fund an sich in der Folge nicht weiter berichtenswert. Wie kann man daraus jedoch einen Skandal erschaffen? Richtig: Man nimmt diese Meldung und erschafft ein Horrorszenario. Dieses wird durch ein unappetitliches Bild unterstützt, welches Lepra zeigt, dem ganzen wird dann noch eine Verschweige-Presse hinzugefügt und schon hat man eine kleine tolle Geschichte.
Warum nun dieses drei Jahre alte und grob manipulative Meme neu veröffentlicht wurde, weiß nur der Verfasser der Statusmeldung selbst.
Der Welt-Lepra-Tag findet jährlich am letzten Sonntag im Januar statt. Er erinnert alljährlich an die Not der Betroffenen. Lepra ist eine behandelbare und heilbare Krankheit. Mehr Informationen dazu gibt es bei der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.
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