Die Behauptung

In sozialen Medien wird ein Foto eines Rettungshundes, der eine verschüttete Person gefunden hat, mit dem Erdbeben in der Türkei im Februar 2023 in Verbindung gebracht.

Unser Fazit

Das Foto stammt jedoch mindestens aus dem Jahr 2018. Es wurde vom tschechischen Fotografen Jaroslav Noska aufgenommen und ist Teil einer inszenierten Foto-Reihe.

Aktuell wird ein Foto so manchem Beitrag in sozialen Medien beigefügt, auf dem ein Rettungshund wohl gerade anzeigt, dass er eine verschüttete Person gefunden hat. Die Person hält mit seiner Hand die Pfote des Hundes. Es ist ein Bild, das eine Geschichte erzählt. Eine absolut positive Geschichte, da man dadurch, dass eine Interaktion zwischen den beiden stattfindet, erkennen kann, dass hier wohl wenige Momente nach dieser Aufnahme eine Person aus den Trümmern gerettet werden kann.

Das Foto wird beispielsweise auf Facebook und auch Twitter geteilt und hier mit dem Erdbeben in der Türkei in Verbindung gebracht.

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

So positiv und willkommen die Aufnahme dieser Szenerie ist, müssen wir euch enttäuschen.

Das Foto des Rettungshundes ist nicht aktuell

… und hat daher auch nichts mit dem Erdbeben in der Türkei zu tun.

___STEADY_PAYWALL___

Vielleicht sollte es auch nur als Symbolbild fungieren, wir wollen hier nicht mahnend den Finger erheben. Und schließlich sind im Erdbebengebiet zahlreiche Trümmersuch- und Rettungshunde unterwegs, um nach überlebenden Verschütteten zu suchen.

Das falsch zugeordnete Foto richtet an dieser Stelle keinen Schaden an. Es überliefert Hoffnung, und das ist etwas, wovon Menschen in Notsituationen eine ordentliche Menge brauchen.

Oftmals handelt es sich allerdings bei Inhalten wie Bildern und Videos um falsch zugeordnete Medien, die aktuelle Ereignisse verzerren und somit Nutzer in die Irre führen oder manipulieren können.

Woher stammt das Foto?

Wie AFP herausgefunden hat, und wie es auch über eine Bilder-Rückwärtssuche selbst herauszufinden ist, wurde das Foto wohl bereits im Jahr 2018 aufgenommen.
Es stammt aus einer Serie des tschechischen Fotografs Jaroslav Noska. Von ihm wurde es am 18. Oktober 2018 auf der Stockfoto-Plattform Alamy hochgeladen. Betitelt ist es mit dem Text: „Hund sucht in den Trümmern nach Erdbeben nach Verletzten.“
Auch auf der Foto-Plattform Shutterstock findet man dieses Foto. Auch hier ist Jaroslav Noska „Noska-Foto“ als Urheber angeführt.

Lesen Sie auch >   Smartphone und Sommerhitze: 5 Tipps zum Schutz bei hohen Temperaturen

Gegenüber der AFP bestätigte Noska außerdem, dass die Aufnahme für seine Foto-Serie inszeniert worden war.

Bereits 2020 wurde dasselbe Bild mit dem Erdbeben in der türkischen Stadt Izmir in Zusammenhang gebracht, wie die AFP damals berichtete.

Fazit

Bewertung: FALSCH

Das Foto, das einen Rettungshund beim Auffinden einer verschütteten Person zeigt, ist nicht aktuell und hat nichts mit dem Erdbeben in der Türkei im Februar 2023 zu tun.

Es stammt mindestens aus dem Jahr 2018 und wurde vom tschechischen Fotografen Jaroslav Noska aufgenommen. Es handelt sich hierbei um eine inszenierte Aufnahme.

Quelle:

AFP

Schon gelesen?
Mädchen schützt ihren Bruder unter Trümmern
Fake-Videos zu Erdbeben in Türkei und Syrien im Umlauf

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.