Auf einem Sharepic wird behauptet, dass es bereits 5.943 Todesfälle durch Impfungen gegeben habe. Doch hier wurden einfach wild Zahlen addiert.
Auf dem Sharepic mit weißer Schrift auf blauem Grund werden Zahlen addiert, welche aus der Europäischen Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen stammen. Demnach soll es bereits 272.781 gemeldete Impfschäden und 5.943 gemeldete Todesfälle durch Impfungen gegeben haben.
Um dieses Sharepic handelt es sich:

Ein Blick in die Datenbank
Um die Zahlen zu überprüfen, kann jeder selbst einen Blick in die Europäischen Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen werfen (siehe HIER).
Ende März gab es bereits ein ähnliches Sharepic, welches einen Wert von 3.963 Todesfälle nach Impfungen angab (wir berichteten). Doch sowohl bei dem alten Sharepic als auch bei dem aktuellen wurde ein Fehler gemacht:
Die Zahlen, welche aus den angegeben Daten der Impfstoffe von Pfizer, Moderna und AstraZeneca stammen, wurden ganz einfach miteinander addiert, wobei auch Nebenwirkungen hinzugezählt wurden, die zwar bei nach der Impfung Verstorbenen auftraten, jedoch nicht zwingend eine Folge der Impfung und auch nicht tödlich sind.
Zudem besaßen viele der Fälle mehrere Nebenwirkungen und nahmen auch andere Medikamente ein; diese Fälle fließen dann mehrfach in die Zahlen der Datenbank.
Ein Beispiel
In den Tabellen finden sich Werte, die tatsächlich als eventuelle Nebenwirkungen der Impfstoffe an die EMA gemeldet wurden, beispielsweise Sehstörungen oder Magen-Darm-Probleme. Allerdings sind in den Tabellen auch u.a. Schwangerschaften und soziale Umstände zu finden, welche ganz sicher keine Nebenwirkungen sind.
Dies liegt daran, dass nicht nur eventuelle Nebenwirkungen erfasst werden, sondern auch die anderen Umstände, in der sich jemand befand, der in zeitlicher Nähe zu der Impfung verstarb, inklusive anderer Medikamente, die jemand zu sich nahm.
Als Beispiel hier die individuellen Daten eines 90-jährigen Mannes, der nach einer Impfung verstarb:

Als mögliche Nebenwirkungen wurden Schüttelfrost, Delirium, Schmerzen und Juckreiz erfasst, allerdings auch eine ganze Liste anderer Medikamente, die der Mann nahm, unter anderem das eher harmlose Paracetamol, ein fiebersenkendes Mittel.
Nun kommt trotzdem niemand auf die Idee, dass der Mann an Paracetamol verstarb, obwohl er dies bis zu seinem Tode einnahm. Die Angaben sind aber äußerst wichtig, damit untersucht werden kann, ob bestimmte Umstände oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zum Tod geführt haben könnten.
Auch ist es so, dass bei der Aufzählung von eventuellen Nebenwirkungen die Personen mehrfach gezählt werden. Jener 90-jährige Verstorbene findet sich also bei den Zahlen für Schüttelfrost, Delirium, Schmerzen und Juckreiz.
Fassen wir zusammen
Die Zahlen an sich dürften zum Zeitpunkt der Erstellung des Sharepics zwar korrekt aus der Datenbank der EMA entnommen worden sein, wurden jedoch wild addiert. So werden der EMA Todesfälle nach Impfungen gemeldet, aber jede einzelne, vermutete Nebenwirkung einzeln verzeichnet, so dass viele Verstorbene mehrfach in die Zahlen einfließen.
Zudem gibt die Datenbank laut eigener Angabe (siehe HIER) Verdachtsfälle auf unerwünschte Nebenwirkungen auf, die aber nicht notwendigerweise mit dem Arzneimittel in Zusammenhang stehen oder von ihm verursacht wurden.
Zusätzlich betont die EMA, dass die Angaben zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen nicht so verstanden werden dürfen, als hätte das Arzneimittel oder der Wirkstoff die beobachtete Wirkung verursacht oder als sei das Arzneimittel oder der Wirkstoff nicht sicher in der Anwendung. Dazu bedarf es einer detaillierten Auswertung und einer wissenschaftlichen Überprüfung der Daten.
Also:
- Die Zahlen der tatsächlichen, vermuteten Nebenwirkungen beinhalten keine absoluten Zahlen, da viele Verstorbene mehrere Symptome hatten und demnach auch mehrfach in die Zahlen einfließen
- Die Zahlen der Nebenwirkungen sind folglich nicht dazu geeignet, die Anzahl der Verstorbenen zu berechnen
- Die EMA weist selbst darauf hin (siehe HIER), dass die Verdachtsmeldungen von Nebenwirkungen nicht zwangsläufig bedeuten, dass diese im Zusammenhang mit einer Impfung stehen
Die in dem Bild angegebenen Zahlen spiegeln somit nicht die Anzahl der Todesfälle nach COVID-19 Impfungen wider.
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Weitere Quelle: AFP
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