Aggressives Beharren: Verbannte Gruppen im Netz

Widerstandsfähigkeit verbannter Gruppen: Untersuchung zeigt, dass Aggressivität auch nach Sperren überlebt.

Autor: Sonja Bart

Digitale Plattformen sehen sich zunehmend gezwungen, Gruppen wegen Hassreden und extremistischen Inhalten zu sperren. Doch was passiert nach dem Ausschluss aus den sozialen Netzwerken? Eine Studie von Forschern der Polytechnischen Universität Katalonien und italienischen Hochschulen liefert aufschlussreiche Erkenntnisse, indem sie das Schicksal zweier solcher Gruppen, „GreatAwakening“ und „FatPeopleHate“, nach ihrer Verbannung von Reddit verfolgt.

Migration zu Voat: Eine Untersuchung des Nutzerverhaltens

In dieser Studie wurden die Aktivitätsmuster von Nutzern untersucht, die von Reddit zu Voat, einer Plattform mit weniger strengen Moderationsrichtlinien, abgewandert sind. Es wurde festgestellt, dass eine signifikant kleinere Anzahl von „FatPeopleHate“-Anhängern den Weg zu Voat gefunden hat, während mehr als 70 Prozent der „GreatAwakening“-Community den Übergang vollzogen haben. Die Identifikation mit der Gruppe scheint hier eine entscheidende Rolle zu spielen: Ein starkes Gemeinschaftsgefühl führt zu einer erhöhten Migrationsbereitschaft.

Von Reddit zu Voat: Veränderungen in Aktivität und Toxizität

Interessanterweise sank die allgemeine Aktivität der migrierten Nutzer auf Voat. Dies könnte darauf hindeuten, dass die neue Umgebung weniger einladend oder anregend für Diskussionen war. Gleichzeitig stieg jedoch die Toxizität der Beiträge beider Gruppen auf Voat deutlich an. Die Forscher verwendeten ein Klassifizierungsmodell für Hassreden, um diese Veränderungen zu quantifizieren. Sie stellten fest, dass insbesondere die Mitglieder von „GreatAwakening“ dazu neigten, ihre Netzwerke auf der neuen Plattform wieder aufzubauen und intensiver zu interagieren.

Folgen von Plattformsperren für Gruppen

Die Studie beleuchtet die unerwarteten Folgen von Verboten in sozialen Medien. Anstatt eine Gruppe zu zerschlagen, kann ein Verbot dazu führen, dass nur die hartnäckigsten und engagiertesten Mitglieder zurückbleiben. Sie setzen ihre Aktivitäten fort, oft mit gesteigerter Intensität und Aggressivität. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Plattformverbot nicht unbedingt bedeutet, dass eine toxische Gemeinschaft verschwindet, sondern lediglich in einen anderen Bereich des Cyberspace abwandert.

Fazit

Verbote in sozialen Netzwerken führen zu einer Filterung. Dabei zeigt sich, dass vor allem die motiviertesten und aggressivsten Mitglieder einer Gruppe ihre Aktivitäten in neuen Bereichen fortsetzen. Die Verlagerung von „GreatAwakening“ und „FatPeopleHate“ auf Voat zeigt, dass Verbote allein nicht ausreichen, um problematische Inhalte aus dem Internet zu verbannen. Diese Erkenntnis ist für die Moderation digitaler Gemeinschaften von entscheidender Bedeutung.

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Quelle: Pressetext.com

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