Im digitalen Zeitalter sind soziale Medien für viele Jugendliche zu einem festen Bestandteil ihres Alltags geworden. Die von Algorithmen gesteuerte Präsentation personalisierter Inhalte auf Plattformen wie TikTok und Instagram hat nicht nur die Art und Weise verändert, wie junge Menschen mit der Welt interagieren, sondern auch, wie sie sich selbst wahrnehmen. Forschungsarbeiten der Drexel University beleuchten die tiefgreifenden und oft problematischen Auswirkungen dieser Technologien auf die Selbstwahrnehmung und psychische Gesundheit von Jugendlichen.

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Identität und Algorithmus verschmelzen

Die Algorithmen, die Social-Media-Feeds personalisieren, sind darauf ausgelegt, den Nutzern Inhalte zu zeigen, die ihre Interessen und früheren Interaktionen widerspiegeln. Dies führt zu einer Feedback-Schleife, in der junge Menschen beginnen, diese algorithmisch kuratierten Inhalte als ein genaues Abbild ihrer eigenen Persönlichkeit zu betrachten. In einer Studie haben Nora McDonald, John Seberger und Afsaneh Razi von der Drexel University Interviews mit Teenagern geführt, aus denen hervorgeht, dass die Jugendlichen die Algorithmen als genaue und zuverlässige Spiegel ihrer selbst betrachten. Sie empfinden eine Art Bestätigung durch die Inhalte, die „genau das zeigen, was sie sehen wollen“, und interpretieren dies als Bestätigung ihrer Identität.

Gefahren der algorithmischen Selbstwahrnehmung

Die Identifikation mit algorithmisch generierten Bildern birgt jedoch erhebliche Risiken. Die Forscher stellten fest, dass Jugendliche dazu neigen, jede Diskrepanz zwischen den Inhalten ihres „Für-dich-Feeds“ und ihrem Selbstbild als Anomalie oder Fehler abzutun. Diese Sichtweise verhindert eine kritische Auseinandersetzung mit der Art und Weise, wie Algorithmen Daten verwenden und reflektieren, und fördert eine unkritische Akzeptanz des Selbstbildes, das durch soziale Medien vermittelt wird.

Mögliche psychische Folgen für Jugendliche

Die ständige Konfrontation mit idealisierten Selbstbildern kann zu Überempfindlichkeiten und psychischen Störungen wie Dysmorphophobie, einer krankhaften Besessenheit vom eigenen Aussehen, führen. Jugendliche sind für solche Störungen besonders anfällig, da sie sich in einer wichtigen Phase der Selbstfindung und -entwicklung befinden. Der Druck, sich mit oft unerreichbaren Normen und Bildern zu identifizieren, die durch Algorithmen gefördert werden, kann schwerwiegende Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl und die psychische Gesundheit haben.

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Frage 1: Wie genau sind die algorithmischen Spiegelbilder der Jugendlichen?
Antwort 1: Jugendliche halten ihre algorithmischen Spiegelbilder für sehr genau, sind sich aber oft nicht bewusst, dass diese Bilder stark von ihren Interaktionsmustern in sozialen Medien beeinflusst werden.

Frage 2: Warum sehen Jugendliche in ihren personalisierten Feeds keinen Grund zur Sorge?
Antwort 2: Sie glauben, dass die Algorithmen sie und ihre Vorlieben gut verstehen und nehmen die Inhalte als authentische Selbstreflexion wahr.

Frage 3: Welche Risiken birgt die Identifikation mit algorithmischen Inhalten?
Antwort 3: Diese Identifikation kann zu einer verzerrten Selbstwahrnehmung, Hypersensibilität und psychischen Problemen wie Dysmorphophobie führen.

Frage 4: Wie können junge Menschen vor den negativen Auswirkungen von Algorithmen geschützt werden?
Antwort 4: Durch Bildungsinitiativen, die ein kritisches Bewusstsein für die Funktionsweise von Algorithmen fördern, und durch technologische Lösungen, die die Privatsphäre und die psychische Gesundheit besser schützen.

Frage 5: Welche Rolle spielen Eltern und Pädagogen in diesem Zusammenhang?
Antwort 5: Sie können unterstützen, indem sie über die Mechanismen und potenziellen Gefahren sozialer Medien aufklären und einen offenen Dialog über die Online-Erfahrungen der Jugendlichen fördern.

Fazit

Studien der Drexel University zeigen deutlich, dass soziale Medien und ihre Algorithmen einen starken Einfluss auf die Selbstwahrnehmung junger Menschen haben. Es ist entscheidend, dass sowohl Bildungseinrichtungen als auch Eltern aktiv in die Medienerziehung eingreifen, um Jugendliche zu befähigen, die Inhalte, die sie online sehen, kritisch zu hinterfragen. Nur so kann langfristig sichergestellt werden, dass die psychische Gesundheit der nächsten Generation nicht durch eine unreflektierte Nutzung von Social Media untergraben wird.

Quellen: pressetext

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)