Immer wieder berichten wir davon, dass Promis ungerechtfertigt genutzt werden, um unseriöse Bitcoin Trading-Plattformen zu bewerben.

Aktuell haben es die Kriminellen auf den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen abgesehen. Dieser soll erfundenen Berichten zu Folge unseriöse Plattformen wie „Bitcoin Era“, „Bitcoin Prime“ oder „Crypto Revolt“ nutzen, um zusätzliches Geld zu verdienen. Glauben Sie diesen Berichten nicht. Denn: Wer in solchen Plattformen investiert, verliert sein Geld!

„Alexander Van der Bellen neueste Investition sorgt für Begeisterung bei Fachleuten und Angst bei den Großbanken.“ Mit dieser Schlagzeile versuchen FinanzbetrügerInnen aktuell ihre unseriösen Plattformen zu bewerben!

Was steckt hinter der Bitcoin-Schlagzeile?

Der erfundene Artikel bezieht sich auf einen angeblichen Auftritt des österreichischen Bundespräsidenten in der ORF-Diskussionsendung „Im Zentrum“. Dort soll Alexander Van der Bellen ein „großes Geheimnis“ gelüftet haben:

„Ich bin erfolgreich, weil ich Möglichkeiten schnell und ohne zu zögern wahrnehme. Und im Moment ist meine Haupteinnahmequelle ein neues Programm zum automatischen Handel mit Kryptowährungen namens Bitcoin Era. Es ist die beste Möglichkeit, schnell ein kleines Vermögen aufzubauen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Ich rate jedem/jeder, es schnell auszuprobieren, bevor die Banken es stoppen.”

Damit nicht genug: Die MacherInnen hinter dem Artikel luden Alexander Van der Bellen zu einem angeblichen Exklusiv-Interview ein, in diesem bestätigt er nochmal, wie er mit einer Trading-Plattform zu seinem Vermögen gekommen ist. Nebenbei erklärt der Bundespräsident, dass solche Plattformen immer wieder als Betrug verunglimpft werden, weil Großbanken Angst um ihre Unternehmensgewinne haben.

ACHTUNG: Diese Behauptungen sind erfunden. Alexander Van der Bellen hat in der Sendung „Im Zentrum“ nie Trading-Plattformen beworben und auch kein Exklusiv-Interview zu diesem Thema gegeben!

Worum geht es den BetrügerInnen?

Mit dem gleichen Text bewerben die Kriminellen unterschiedliche Plattformen wie zum Beispiel „Bitcoin Era“, Bitcoin Prime“ oder „Crypto Revolt“. Am Ende des Artikels erklären die Kriminellen wie die jeweilige Plattform funktioniert und dass es nur noch wenige Plätze für Österreich gibt:

„Wir haben soeben erfahren, dass nahezu alle für Österreich verfügbaren Plätze gefüllt sind. Bitcoin Era kann nur noch eine beschränkte Anzahl an Nutzern akzeptieren, um die Gewinne pro Nutzer attraktiv zu halten. In diesem Moment sind noch (37) Plätze frei, beeilen Sie sich also und melden Sie sich an.“

Damit versuchen die BetrügerInnen Sie zu einem raschen Handeln zu bewegen. Wenn Sie den Anweisungen der BetrügerInnen folgen, landen Sie auf der Webseite der jeweiligen Plattform. Auch dort wird nochmal Druck aufgebaut mit folgendem Warnhinweis: „Aufgrund der extrem hohen Mediennachfrage werden wir die Registrierung zum 30/04/2021 schließen!“, daneben findet sich ein Countdown.

Direkt unter diesem Hinweis können Sie sich registrieren. Nach erfolgreicher Anmeldung werden Sie aufgefordert, Geld einzuzahlen, um mit dem Bitcoin-Handel zu beginnen – der Mindestbetrag liegt bei 250 Euro.

Keine Auszahlung bei unseriösen Bitcoin-Investmentplattformen

Nach der Überweisung erfolgt der Handel vollkommen automatisiert. Sobald Sie sich angemeldet haben, werden Sie außerdem von persönlichen InvestmentberaterInnen per Telefon dazu aufgefordert, mehr Geld einzuzahlen. Auf Ihrem Konto werden gleichzeitig die ersten Gewinne angezeigt, das soll Sie motivieren immer mehr zu investieren. Dadurch sind die Schadenssummen, die bei dieser Betrugsmasche entstehen oftmals enorm.

Sie bekommen jedoch weder Ihren Einsatz noch den angeblichen Gewinn ausbezahlt. Stattdessen versuchen die Kriminellen Sie mit unterschiedlichen Ausreden hinzuhalten. So heißt es zum Beispiel, dass Sie ein Ausweisdokument hochladen müssen, bevor Sie Ihr Geld bekommen. Machen Sie das auf keinen Fall, denn Kriminelle nutzen einen solchen Ausweis wahrscheinlich für weitere Betrugsmaschen in Ihrem Namen!

Was können Opfer tun?

Gestehen Sie sich ein, dass es sich um eine unseriöse Plattform handelt und Ihr Geld verloren ist. Für viele ist dieser Schritt sehr schwierig. Sie sollten jedoch keinesfalls weitere Beiträge einzahlen, auch wenn die vermeintlichen BetreuerInnen noch so hartnäckig sind. Stattdessen raten wir zu folgenden Schritten.

Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihr Kreditkarteninstitut und suchen Sie um eine Rückholung Ihres einbezahlten Geldes an. Die Erfolgschancen sind allerdings gering.
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei! Melden Sie die jeweilige Plattform bei der Finanzmarktaufsicht!

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Artikelbild „Bundespräsident und Bitcoin“: Shutterstock / D Von Drop of Light

via Watchlist Internet


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