Erneut taucht ein Handyvideo des Asylbewerbers aus dem Jahr 2019 in den sozialen Medien auf, wie zuletzt am 27. Juni 2023.

Ein Asylbewerber, der Autos zerstört - Fake oder Fakten?
Screenshot: Twitter vom 27.6.2023

Viele unserer Nutzer haben uns kontaktiert und uns nach dem Wahrheitsgehalt des Videos gefragt: Handelt es sich um einen inszenierten Fake?

Das kontroverse Video des Asylbewerbers im Rückblick

Ist das, was wir auf dem Video sehen, wirklich passiert, oder handelt es sich um eine geschickt inszenierte Fälschung, die dazu dient, eine bestimmte Agenda oder ein bestimmtes Narrativ voranzutreiben?


2019 tauchte ein Video auf, das sofort für Aufregung und Kontroversen sorgte. Es handelte sich um einen Handy-Clip, der die nackte Realität auf brutale Weise zeigte und die sozialen Medien in Aufruhr versetzte. Das Video zeigte einen Mann, der scheinbar wahllos die Scheiben parkender Autos einschlug. Sein Werkzeug: ein armdicker Ast. Wir haben damals bereits HIER darüber berichtet.

Die rohe Gewalt und die scheinbare Willkür des Asylsuchenden ließen das Video schnell zu einer öffentlichen Sensation avancieren. Auf Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube wurde es geteilt, geliked und kommentiert. Sehr viele Nutzer äußerten ihre Meinung, ihre Besorgnis und ihr Unverständnis, und das Video ging viral. Es wurde zum Gegenstand heftiger Debatten und Diskussionen über den mutmaßlichen Täter, seine Motive und die Folgen seiner Tat.

Vier Jahre später, im Jahr 2023, tauchte das Video erneut auf und löste eine Welle der Verunsicherung und Spekulation aus. Das Video warf bei vielen Nutzern Fragen auf und löste erneut hitzige Diskussionen aus.

Faktencheck: Es handelt sich um keinen Fake!

Polizeiliche Bestätigung

In einer Meldung vom 10.07.2019 berichtet die Polizei über einen Vorfall in einer Asylbewerberunterkunft in Donauwörth. Ein 19-jähriger Nigerianer hatte an mehreren Autos die Scheiben eingeschlagen und einen Schaden von rund 50.000 Euro verursacht. Die Polizei schrieb 2019:

Lesen Sie auch >   Falsches ‘Simpsons’-Sharepic nach Attentatsversuch auf Trump aufgetaucht

„Heute Morgen gegen 08.50 Uhr wurde die Polizei vom Sicherheitspersonal der Asylbewerberunterkunft in der Sternschanzenstraße darüber informiert, dass ein Mann in der Unterkunft vor einem Gebäude randaliere. Ein 19-jähriger Nigerianer schlug mit einem armdicken Ast die Front- und Heckscheiben von geparkten Fahrzeugen der dort beschäftigten Mitarbeiter ein und kletterte dazu auch auf die Motorhauben von zwei Autos. Der dabei entstandene Sachschaden wurde auf rund 50.000 Euro geschätzt. Der Mann wurde anschließend von Polizeibeamten der PI Donauwörth festgenommen. Nach ersten Erkenntnissen ist der 19-Jährige nicht in Donauwörth untergebracht, sondern stammt aus einer Außenstelle im Landkreis Augsburg. Die Hintergründe seines Handelns werden derzeit noch genauer zu ermitteln versucht, er selbst machte bei seiner Festnahme nur wirre und unzusammenhängende Angaben, weshalb er zunächst zur ärztlichen Begutachtung in das BKH Donauwörth eingeliefert wurde“.

Anmerkung:

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Video nach Jahren wieder auftaucht und erneut viral geht. Häufig ist dies eine bewusste Taktik der Content-Ersteller oder anderer Parteien, um eine bestimmte Botschaft zu verbreiten, ein bestimmtes Narrativ voranzutreiben oder einfach Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Video, das starke Emotionen hervorruft – sei es Entsetzen, Wut, Mitleid oder Schadenfreude – hat das Potenzial, sich wie ein Lauffeuer zu verbreiten.

Die Wiederaufnahme dieses speziellen Videos könnte auf den Wunsch zurückzuführen sein, eine Diskussion über Themen wie Migration, Sicherheit und soziale Ordnung auszulösen oder zu beeinflussen. Es könnte aber auch einfach als Klickköder dienen, um mehr Aufrufe und Interaktionen zu generieren.

Das erneute Teilen eines solchen Videos kann aber auch erhebliche Auswirkungen auf Nutzer haben. Es kann alte Wunden aufreißen, Ängste schüren oder Vorurteile bestätigen. Gleichzeitig kann es aber auch zu einer erneuten Überprüfung der Fakten und zu einer tieferen Auseinandersetzung mit den zugrundeliegenden Themen führen. Es ist ein zweischneidiges Schwert: Während es bei einigen Zuschauern negative Emotionen auslösen kann, kann es bei anderen zu einem erhöhten Bewusstsein und zu konstruktiven Diskussionen führen. Dies unterstreicht einmal mehr die Macht und Verantwortung, die mit der Erstellung und Verbreitung von Inhalten in sozialen Medien einhergeht.

Lesen Sie auch >   Attentat auf Donald Trump in Pennsylvania: Nährboden für Verschwörungstheorien

Lesen Sie auch: Der unsichtbare Köder: Wie Betrüger auf Facebook Ihre Gefühle und Ihr Vertrauen missbrauchen

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)