„BeReal“: Der Druck, online echt zu sein, und die Gefahren dahinter

In der heutigen digitalen Gesellschaft ist es wichtiger denn je, online „echt“ zu sein.

Autor: Tom Wannenmacher

Soziale Medien und andere Plattformen fördern ein Umfeld, in dem das Teilen von intimen Details und die Inszenierung eines perfekten Lebensstils zur Norm geworden sind. Doch dieser Druck, „BeReal“ zu sein, birgt auch viele Gefahren.

Was ist BeReal?

BeReal ist ein neues soziales Netzwerk, das seine Nutzer:innen in „authentischen Momenten“ ungestellt und ohne Filter zeigen möchte. Jeden Tag kann nur ein Foto gepostet werden. Wann das passiert, gibt die App vor. Alle Nutzer:innen bekommen zu einer bestimmten Uhrzeit die Benachrichtigung, dass „BeReal-Zeit“ ist. Sie haben dann zwei Minuten Zeit, um ein Foto zu posten. Wer die App öffnet, kann ein Foto von der Umgebung schießen. Zugleich wird aber auch ein Selfie aufgenommen. Am Posting ist dann zu sehen, was Nutzer:innen gerade machen und wie sie dabei aussehen. Dieses Foto ist dann 24 Stunden im Profil sichtbar. (Quelle)

Ist „BeReal“ ein Stressfaktor?

Zunächst einmal können die Erwartungen, die an den Begriff „BeReal“ geknüpft sind, zu einem enormen Stressfaktor werden. Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie nicht mithalten können oder nicht gut genug sind, wenn sie nicht dieselbe perfekte Fassade wie ihre Freunde oder Kollegen präsentieren können. Dies kann zu einem ständigen Druck führen, sich zu inszenieren oder sogar zu lügen, um den Ansprüchen gerecht zu werden.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Druck, „BeReal“ zu sein, dazu führen kann, dass Menschen ihre Privatsphäre und Sicherheit aufs Spiel setzen. Sie teilen intime Details und persönliche Informationen, um den Anschein zu erwecken, dass sie ein glückliches und erfolgreiches Leben führen. In vielen Fällen können diese Informationen jedoch von Dritten missbraucht werden, sei es durch Identitätsdiebstahl oder Cyberstalking.

Auch die emotionale Belastung kann enorm sein. Wenn man sich permanent im Vergleich mit anderen sieht und den Anspruch hat, perfekt zu sein, kann dies zu einer starken Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und der psychischen Gesundheit führen.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Erwartungen, die an den Begriff „BeReal“ geknüpft sind, oft unerfüllbar sind und dass das Teilen von intimen Details und persönlichen Informationen nicht immer die beste Wahl ist. Stattdessen sollten wir uns auf die positiven Aspekte des Internets konzentrieren und uns auf den Aufbau von echten Beziehungen und Gemeinschaften konzentrieren, die auf Vertrauen und Respekt basieren.

Um sicherzustellen, dass man nicht den negativen Auswirkungen von „BeReal“ ausgesetzt ist, sollten wir uns bewusst machen, dass wir nicht immer alles teilen müssen, was wir online tun. Wir sollten uns auch Zeit nehmen, um offline zu sein und uns auf die persönlichen Beziehungen zu konzentrieren, die uns wirklich wichtig sind. Es ist wichtig, dass wir uns nicht von den Erwartungen anderer unter Druck setzen lassen und unser eigenes Tempo und unsere eigenen Grenzen respektieren.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Druck, online „echt“ zu sein, eine komplexe Herausforderung darstellt. Es ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, welche Gefahren dahinterstecken, und uns auf das konzentrieren, was uns wirklich wichtig ist: echte Beziehungen, Respekt und Vertrauen. Indem wir uns selbst treu bleiben und uns nicht von den Erwartungen anderer unter Druck setzen lassen, können wir ein glückliches und erfülltes Leben führen.

10 Tipps für BeReal

Tipps, wie Sie authentisch sein und sich selbst treu bleiben können, ohne dabei Ihre Sicherheit oder Privatsphäre aufs Spiel zu setzen:

  1. Reflektieren Sie, welche Werte und Eigenschaften Ihnen wichtig sind und konzentrieren Sie sich darauf, diese in Ihrem Verhalten online und offline zu verkörpern.
  2. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und zu anderen. Vermeiden Sie es, Ihre Erfolge oder Ihr Leben zu inszenieren, um den Anschein zu erwecken, dass Sie perfekt sind.
  3. Teilen Sie nur Informationen und Details, die Sie auch offline mit anderen teilen würden.
  4. Achten Sie darauf, dass Ihre Einstellungen zur Privatsphäre auf Ihren sozialen Medien und anderen Online-Plattformen angemessen sind.
  5. Vermeiden Sie es, intime oder sensible Informationen zu teilen, die Sie oder andere gefährden könnten.
  6. Konzentrieren Sie sich auf die Beziehung zu echten Freunden und Familie, anstatt auf die Zahl Ihrer Online-Follower oder Likes.
  7. Vermeiden Sie es, Ihre Online-Aktivitäten ständig zu überwachen oder auf Ihre Online-Reputation zu achten.
  8. Setzen Sie Grenzen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie zu viel Zeit online verbringen und sich dabei unwohl fühlen.
  9. Vermeiden Sie es, sich mit anderen zu vergleichen oder deren Erfolge und Errungenschaften als Maßstab für Ihr eigenes Leben zu nehmen.
  10. Seien Sie sich bewusst, dass die Online-Welt nur einen kleinen Teil Ihres Lebens ausmacht und dass es wichtig ist, sich auch offline mit anderen zu verbinden und Zeit mit den Menschen zu verbringen, die Ihnen am Herzen liegen.

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