Aktuelles

Kirchenaustritt per Mausklick

Heutzutage kann man ja fast alles online erledigen, Kirchenaustritte allerdings nicht. Auch, wenn dies auf einer Webseite den Anschein macht.

Claudia Spiess,

Es gibt verschiedenste Gründe für Menschen, aus der Kirche auszutreten. Und gerne wählen viele auch bequeme Möglichkeiten für Amtswege, warum also nicht auch den Austritt aus der Kirche? Ganz einfach: Weil dies bis dato schlicht (noch) nicht möglich ist.
Doch eine Webseite lässt jedoch diesen Eindruck aufkommen. Die Polizei warnt:

In 2 Minuten zum Kirchenaustritt Antrag

Auf der Internetseite „kirchenaustritt24. de“ wird der Eindruck einer „offiziellen Webseite“ durch das Design vorgegaukelt. Die Seite verspricht: „In 2 Minuten zum Kirchenaustritt Antrag.“
Manch einer füllt diesen dann aus und meint, durch die einmalige Servicegebühr von 29,90 Euro seinen Kirchenaustritt bewerkstelligt zu haben. Tatsächlich erhielt der Geschädigte einige Tage später einen Brief mit dem Antrag. Mit diesem sollte er dann zum Amtsgericht gehen. Hier musste er ganz normal die Gebühr zum Austritt aus der Kirche bezahlen.

Wer genau auf der Seite liest, kann folgendes finden: „Für einmalig nur 29,90 EUR (inkl. MwSt. und zzgl. Behördengebühren) kann mit unserem Ausfüllservice ein schriftlicher Austrittsantrag online erstellt werden. …“
Genau diese Leistung „Erstellen eines Antrags“ wurde von der Firma, die hinter der Webseite steht, auch erbracht. Wie viele Menschen hier schon bezahlt haben, ist nicht bekannt. Klar dürfte jedoch sein, dass keiner die erhoffte, sondern nur die versprochene Leistung erhalten hat. Genau hinzuschauen lohnt sich!

Kirchenaustritt online nicht möglich

Wie die Evangelische Zeitung schreibt, ist ein Austritt aus der Glaubensgemeinschaft bis dato online noch nicht möglich. Um dies zu erledigen, muss man den Weg zum Amt in Kauf nehmen und ein Ausweisdokument vorlegen.

Ein Formular, wie es beispielsweise von kirchenaustritt24. de erstellt wird, ist nicht nötig.

Das könnte auch interessieren: Zalando liefert, obwohl über Vinted bestellt wurde?

Quelle: Presseportal, Evangelische Zeitung


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

  • Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum. Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fake News, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt deine Unterstützung!

Mehr von Mimikama