Panikmache versus Sachlichkeit

In Zeiten, in denen Schlagzeilen wie „Gefährlicher Pilz: Neue Pandemie auf dem Vormarsch“ die Runde machen, kann es zu Verunsicherung und Ängsten in der Bevölkerung kommen. Diese Gefühle sind verständlich, besonders wenn wir noch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie spüren.

Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass eine gewisse Wachsamkeit gegenüber neuen Gesundheitsbedrohungen immer gerechtfertigt ist, Panik jedoch selten hilfreich ist und oft zu unnötigem Stress und unnötiger Beunruhigung führt. Deshalb nehmen wir uns die Zeit, das Thema Candida auris nüchtern und sachlich zu betrachten.

Wir haben viele Anfragen zu diesem Thema erhalten und es ist uns wichtig, klar und präzise zu informieren, ohne unnötige Ängste zu schüren. In diesem Sinne bitten wir Sie, sich nicht durch alarmierende Schlagzeilen verunsichern zu lassen. Unsere Priorität ist es, Ihnen zu helfen, informiert zu bleiben und sich auf Fakten statt auf Schlagzeilen zu verlassen.


Candida auris: Blick auf den Pilz in Österreich und Deutschland


In alarmierenden Schlagzeilen wird von einer neuen Bedrohung für die öffentliche Gesundheit berichtet: Candida auris, ein potenziell tödlicher Pilz. Aber wie gefährlich ist Candida auris wirklich? Hier werfen wir einen sachlichen Blick auf den Erreger, die Risiken und was wir tun können, um uns zu schützen.

Der Erreger: Candida auris

Bei Candida auris handelt es sich um einen Hefepilz, der bei einer 70-jährigen Patientin in Japan im Jahr 2009 zum ersten Mal im äußeren Gehörgang nachgewiesen wurde. Der Name „auris“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ohr“. Dieser Pilz unterscheidet sich von anderen Pilzen, die Krankheiten verursachen können, vor allem durch seine Resistenz gegen viele herkömmliche Antimykotika.

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Vorkommen und Infektionswege

Candida auris hat seit seinem ersten Auftreten weltweit Hunderte von Menschen infiziert, vorwiegend in Krankenhäusern. Das Reservoir ist der Mensch. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch und über kontaminierte Oberflächen.

Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Der Pilz kann Harnwegsinfektionen, Wundinfektionen und Blutvergiftungen verursachen. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass 30 bis 60 Prozent aller Infektionen, bei denen Candida auris in den Körper eindringt, tödlich verlaufen.

Die Behandlung von Candida auris ist schwierig, da der Pilz gegen viele gängige Antimykotika resistent ist. Es gibt nur wenige Antimykotika, die für die Behandlung betroffener Patienten eingesetzt werden können.

Vorbeugung und Risikogruppen

Gesunde Menschen, die mit Candida auris besiedelt sind, spüren in der Regel keine weiteren Auswirkungen. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen kann der Pilz jedoch zu schweren Erkrankungen führen. Um eine Ausbreitung in Krankenhäusern zu verhindern, ist die strikte Einhaltung von Hygienevorschriften und Infektionskontrollmaßnahmen von entscheidender Bedeutung.

Situation in Österreich und Deutschland

Candida auris wurde im Januar 2018 erstmals in Österreich nachgewiesen. Seit 2013 wurden insgesamt 620 Fälle in sieben europäischen Ländern gemeldet, etwa ein Viertel davon führte zu schweren Infektionen wie Blutvergiftungen.

Auch in Deutschland ist in den letzten zwei Jahren ein Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen, allerdings auf niedrigem Niveau. Etwa 40 Fälle sind seit dem Jahr 2015 dokumentiert worden. Mehr als die Hälfte dieser Fälle traten jedoch in den letzten zwei Jahren auf. Auch in Deutschland wurden Übertragungen des Erregers in Krankenhäusern registriert. Umfassende Infektionsschutzmaßnahmen konnten die Ausbrüche jedoch frühzeitig stoppen. Allerdings besteht in Deutschland derzeit keine Meldepflicht für Candida auris, so dass die tatsächliche Zahl der Fälle höher liegen könnte.

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Fazit: Obwohl Candida auris eine ernsthafte Bedrohung darstellt, ist es wichtig zu betonen, dass eine Infektion in der Regel nur bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder bereits bestehenden Erkrankungen zu schweren Krankheitsbildern führt. Der Schlüssel zur Vermeidung von Infektionen liegt in einer guten Hygiene und Infektionskontrolle, insbesondere in Krankenhäusern. Darüber hinaus wird weltweit intensiv nach wirksamen Behandlungsmethoden gegen den Pilz geforscht. Obwohl Candida auris ernst genommen werden muss, besteht kein Grund zur Panik. Es ist wichtig, informiert zu bleiben und die Hygieneempfehlungen zu befolgen.


Candida auris: Häufig gestellte Fragen (FAQs)


Frage: Was ist Candida auris?
Antwort: Candida auris ist ein Hefepilz, der beim Menschen schwere Infektionen verursachen kann. Er wurde erstmals 2009 in Japan identifiziert und hat seitdem auf der ganzen Welt Infektionen verursacht, vorwiegend in Krankenhausumgebungen.

Frage: Wie wird Candida auris übertragen?
Antwort: Candida auris wird von Mensch zu Mensch und über kontaminierte Oberflächen weitergegeben. Die Übertragung erfolgt höchstwahrscheinlich als Schmierinfektion.

Frage: Welche Symptome verursacht eine Candida auris Infektion?
Antwort: Candida auris kann verschiedene Arten von Infektionen verursachen, darunter Infektionen der Harnwege, Wundinfektionen und Blutvergiftungen. Zwischen 30 und 60 Prozent aller Infektionen, bei denen Candida auris in den Körper eindringt, enden tödlich.

Frage: Wer ist besonders gefährdet, eine Candida auris Infektion zu bekommen?
Antwort: Während Candida auris den gesunden Menschen besiedeln kann, ohne ernste Krankheiten zu verursachen, sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder bestehenden Vorerkrankungen stärker gefährdet.

Frage: Wie wird Candida auris behandelt?
Antwort: Candida auris ist gegen viele herkömmliche Anti-Pilz-Mittel resistent, was die Behandlung kompliziert macht. Es stehen jedoch einige Antimykotika zur Verfügung, mit denen betroffene Patienten behandelt werden können.

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Frage: Wie kann man sich vor Candida auris schützen?
Antwort: Die beste Vorbeugung besteht in guten Hygienemaßnahmen, besonders in Krankenhausumgebungen. Es ist auch wichtig, sich über den Pilz zu informieren und aufmerksam zu bleiben.

Frage: Gibt es Fälle von Candida auris in Deutschland und Österreich?
Antwort: Ja, es gab sowohl in Deutschland als auch in Österreich Fälle von Candida auris. Die Fallzahlen sind jedoch insgesamt noch auf niedrigem Niveau.


Quelle

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