In Deutschland wird Cannabis seit 2017 in der Schmerztherapie eingesetzt. Doch kann Cannabis auch Tumore schrumpfen lassen?

Behauptung: Cannabis schrumpft Tumore

Es existieren zu wenig bzw. unzureichende Studien darüber, ob Cannabis tatsächlich Tumore schrumpfen lässt.
Dennoch wird Cannabis seit 2017 in der Medizin bei Schmerztherapien eingesetzt.

Immer wieder erhalten wir Anfragen zur Wirkungsweise von Cannabis. Es geht dabei um folgende Behauptung, dass Cannabis in der Lage ist, Tumore schrumpfen zu lassen:

Screenshot mimikama.org
Screenshot mimikama.org

Cannabis schrumpft Tumore und die Regierung weiss es seit dem Jahr 1974

Der Faktencheck

In der Vergangenheit erhielten wir bereits Anfragen zu ähnlichen Aussagen. (siehe hier und hier)

Dass Cannabis Tumore schrumpfen lässt, sei laut Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie vom Uniklinikum Jena, noch lange kein Fakt [Stand 20.12.2019]. Studien, die hierzu existieren seien nur Zellexperimente, in denen Cannabinoide lediglich das Wachstum von Tumorzellen gehemmt hatten. Das habe aber keinerlei Aussagekraft für die menschlichte Situation.

Dennoch darf in Deutschland seit dem Jahre 2017 gesetzlich cannabisbasierte Arzneimittel und medizinisches Cannabis verschrieben werden. Die Kosten werden nach einer Prüfung sogar durch die Krankenkasse übernommen.

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Der Deutschen Krebsgesellschaft zufolge, zeigte Cannabis bisher in Studien zur Therapie von Spastiken bei Multipler Sklerose, bei Übelkeit und Erbrechen während einer Chemotherapie und bei der Bekämpfung von Appetitlosigkeit bei HIV/AIDS-Patienten und -Patientinnen. Studien legen zudem den Fokus auf den Einsatz von Cannabisarzneimitteln in der Schmerztherapie.

Hier gelangen die Forscher sowohl im Jahre 2018, als auch 2019 zu dem Schluss, dass der derzeitige Wissensstand bezüglich der Verwendung von cannabisbasierten Medikamenten bei chronischen Schmerzen und besonders beim Einsatz von medizinischem Cannabis noch unzureichend ist. (siehe hier die Studie „Cannabis: Potenzial und Risken. Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme (CaPRis)“ und das Positionspapier zu medizinischem Cannabis und cannabisbasierten Medikamenten in der Schmerzmedizin ein)

Fazit:

Es existieren nach wie vor keine ausreichenden Studien zu der Behauptung, dass Cannabis „Tumore schrumpfen lässt“. Nichtsdestotrotz werden die Heilkräfte der Pflanze in der Medizin wahrgenommen und seit 2017 in Form von Arzneimittel, die auf Cannabis basieren, verschrieben.

Passend zum Thema: Cannabidiol (CBD): Trend am Rande der Legalität!

Artikelbild: Shutterstock / Von Yarygin


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