260 kg Frau erdrückt die älteste Schildkröte der Welt? Nun ja, diese Geschichte hat ein kleines Geheimnis!

Wir erhielten Anfragen zu einem Artikel der Webseite News Spezial. Dabei geht es um Jonathan, der angeblich ältesten Schildkröte der Welt, die von einer übergewichtigen Frau als Bank genutzt wurde und so starb.

Die Geschichte rund um Margaret Sanders und ihrer fatalen Entscheidung klingt jedoch mehr als nur „unglaublich“. Sehen wir sie uns einmal genauer an:

Der Faktencheck

Die Schildkröte gibt es wirklich. Ihr Name lautet auch Jonathan und ihr Alter wird auf 187 Jahre geschätzt. Jonathan hat seinen Geruchssinn verloren und ist blind – hören kann er angeblich jedoch noch sehr gut.

Und die wichtigste Information: Er lebt noch!

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Und was ist dann dran an seiner Sterbegeschichte? Nun ja, gar nichts!

Sieht man genauer hin, entdeckt man über dem Artikel einen kleinen roten Luftballon. Darin steht „Satire“ geschrieben. Auch sonst bietet News Spezial sehr fragwürdige Inhale sowie weder Impressum noch andere Informationen.

Screenshot by mimikama.org
Screenshot by mimikama.org

Problemfall Satire bei Mimikama

Prinzipiell greift Mimikama keine Satire auf, um auf Satire hinzuweisen. Bei Satire handelt es sich übrigens auch nicht um eine Form der Fake-News, sondern Satire ist eben eine Satire und auch als solche zu konsumieren. Wir behandeln Satireseiten zumeist dann, wenn die Quelle nicht deutlich als Satire erkennbar ist, sie eine Scheinsatire betreibt oder es sich um eine junge und noch kaum bekannte Webseite handelt.

Oft passiert es, dass Leser/innen nur beim so genannten “Teaser” (Facebookvorschau) hängenbleiben und den Inhalt oft gar nicht selbst auf seinen Charakter prüfen.

Dabei kann es sehr einfach sein, einer Satire nicht auf den Leim zu gehen.

Welche Fragen sollte man sich als Leser/in stellen?

  • Wer schreibt? (Impressum)
  • Welchen Charakter hat die Webseite?
  • Welcher Gattung gehört der vorliegende Text an? (entsprechende Anmerkung über dem Inhalt oder unter dem Inhalt vorhanden?)

Darauf basierend knüpfen dann die klassischen Prüfpunkte an (falls überhaupt noch notwendig):

  • Inhaltlicher Gegencheck –> Suchmaschinen nutzen
  • Bildercheck –> Rückwärtssuche

Auch wenn es ein bisschen mehr Arbeit bedeutet, als schier eine Überschrift zu lesen, lohnt es sich am Ende! Allein schon, weil man seine Nerven schonen kann, die eine Empörung in Wallung bringt. Im Notfall Ruhe bewahren! Wer hinter die Kulissen blickt, entdeckt, dass man sich oft gar nicht so sehr in etwas reinzusteigern braucht.

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)