Die russische Marine soll vor dem russischen Marine-Stützpunkt von Sewastopol auf der Halbinsel Krim trainierte Delfine zum Schutz der Flotte einsetzen.
Unterwassergehege für Delfine im Hafen von Sewastopol
Die US-amerikanische Zeitung Washington Post meldet unter Berufung auf den Satellitendienst MAXAR und das US NAVAL Institute, dass die russische Marine vor der Einfahrt zum Militärstützpunkt von Sewastopol zwei Delfingehege platziert habe (HIER). Die Gehege seien bereits im Februar dort in zeitlicher Nähe zum Angriff Russlands auf die Ukraine platziert worden (HIER). Der Marinespezialist H. I. Sutton wertet das als Zeichen dafür, dass die Tiere gezielt zum Schutz der Schwarzmeerflotte eingesetzt werden. So sei denkbar, dass die Delfine Sabotageakte an den Kriegsschiffen abwehren, indem sie auf feindliche Taucher aufmerksam machen (HIER).

Delfine zur Sabotage-Abwehr
Sewastopol ist der wichtigste russische Marinestützpunkt im Schwarzen Meer. Das US Navy Institute erläutert, dass sich innerhalb des geschützten Hafens eine große Anzahl der russischen Kriegs-Schiffe befinde. Diese seien zwar durch bauliche Maßnahmen geschützt vor Torpedoangriffen, wie sie unter anderem die später gesunkene „Moskva“ getroffen haben, jedoch nicht vor Sabotageakten. Hier soll die Delfin-Staffel zusätzlich schützen. Es ist unklar, ob die Ukraine tatsächlich Kampfschwimmer-Einsätze geplant hat, aber es ist unter Fachleuten unstrittig, dass sich Delfin-Staffeln als zuverlässige Abwehrmaßnahme dafür eignen (HIER).
„Private Dolphin“ – Delfine als Teil der Armee
Der Einsatz von Delfin-Staffeln hat durchaus Tradition. So hat die sowjetische Marine bereits während es Kalten Krieges verschiedene Programm mit Meeressäugern durchgeführt, unter anderem auch mit Delfinen. Diese waren bzw. sind noch immer ganz in der Nähe in Kazachya Bukhta stationiert. Außerdem befindet sich eine Einheit in der Arktis. Hier werden auch Beluga-Wale eingesetzt, mutmaßlich für Unterwasser-Spionage-Zwecke (HIER).
Auch die US-amerikanischen Navy setzt wie viele andere Armeen weltweit seit vielen Jahrzehnten auf den Einsatz von Delfinen. Es ist das außergewöhnlich gute Sonar der Tiere, das sie befähigt, hochfrequente Ultraschallwellen zur Ortung zu nutzen. Mit diesem Sonarsystem können Delfine ihre Umgebung dreidimensional erfassen, sie können damit organische Körper scannen und auch anorganische Masse wie z.B. Sand durchdringen, um so zum Beispiel eingegrabene Fische zu finden. Oder eben Minen, Taucher oder anderes Kriegsgerät (HIER). Dann haben die sehr intelligenten Tiere mit entsprechendem Training gelernt, Unterwassermeldegeräte mit ihren Schnauzen bedienen, um einen Alarm auszulösen. Mit diesen Fähigkeiten sind sie künstlich geschaffenen Ortungssystemen weit überlegen (HIER).
Killer-Delfine nur eine Legende
Laut Fachleuten sind die schlauen Meeressäuger aber nicht geeignet, unmittelbare und gezielte Angriffe auf Menschen durchzuführen. Dies würde die Tiere einem enormen Stress aussetzen und sie die weitere Zusammenarbeit verweigern. Solche Attacken durch „Killer“-Delfine sind eine Legende, die durch einen Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1973 entstanden ist. Der Plot des Films „The Day of the Dolphin“ sah einen Einsatz für ein Attentat vor (HIER).
Fazit
Satellitenaufnahmen von MAXAR zeigen zwei Unterwasser-Delfingehege innerhalb des Militärstützpunktes der russischen Kriegsmarine im Hafen von Sewastopol. Dies wird vom US Navy Institute nach Analyse der Satellitenbilder bestätigt.
Delfine werden aufgrund ihres außergewöhnlich guten Sonars seit vielen Jahrzehnten von Armeen weltweit für den militärischen Einsatz trainiert. Dabei können sie z.B. feindliche Kampfschwimmer bzw. -Taucher erkennen und eine Warnung auslösen.
Delfine eignen sich jedoch nicht für unmittelbare Attacken auf Menschen. Das ist eine durch einen Science-Fiction-Film ins Leben gerufene Falschinformation.
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