Ein VPN kann grundsätzlich die Daten beim Surfen verschlüsseln und somit sichern. Anonym ist der Nutzer deshalb jedoch noch lange nicht. Was ist also dran am Mythos, sich unsichtbar im Netz bewegen zu können?

Stolperfallen bei der Internetnutzung

Wer nach einem VPN in Deutschland sucht, wird im Netz schnell fündig. Dabei garantiert kaum ein VPN-Dienstleister eine so robuste Sicherheit der digitalen Privatsphäre wie NordVPN. Allein bei unseren Nachbarn hat der Anbieter mehr als 240 Server an 2 Serverstandorten. Insgesamt bietet er über 5.200 Server rund um den Erdball. So lässt sich von Österreich aus simpel via VPN-Tunnel mit dem Internet verbinden. Dabei hat der Nutzer die Option eine statische dedizierte IP-Adresse zu erwerben. Oder aber er setzt auf das Extra an Sicherheit und wählt ein Double VPN. Doch wofür auch immer er sich entscheidet – ist er wirklich anonym im Netz unterwegs?

Ab hier wird es ein wenig schwierig. Denn zwar verbindet sich der Rechner generell über den Internet-Provider mit dem Internet; der VPN-Tunnel sorgt anschließend jedoch dafür, dass die Daten des Nutzers verschlüsselt sind. So weit, so anonym. Allerdings stolpert der reguläre User im Anschluss über so manchen Fallstrick, wodurch die Wortbedeutung von anonym nicht mehr haltbar ist.

Schauen wir uns das genauer an. Generell dient die IP-Adresse eines Anschlusses dazu, diese mit einem Gerät zu verknüpfen, um es zu identifizieren. Sendet diese Person über das Internet unverschlüsselte Daten, lassen sich neben den Namensauflösungen der Websites (DNS-Request) ebenso Suchanfragen, Log-in-Daten und vieles mehr einsehen. Der VPN-Anbieter allerdings baut nun einen „Tunnel“ auf, mit dem die gesendeten und empfangenen Datenpakete verschlüsselt und der User erhält eine andere IP-Adresse, die des VPN-Servers.

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Mit dieser Technik schützen VPN-Anbieter wie NordVPN entsprechend Daten. Doch wirklich anonym ist der Nutzer eben dennoch nicht. Denn zum einen gibt es hochmoderne Tracking-Methoden, die nicht auf das Herausfinden der IP-Adresse fokussiert sind. Schließlich hinterlassen User im Netz auch andere Informationen, über die sie sich identifizieren lassen. Hierzu gehört etwa die genutzte Bildschirmauflösung, Cookies, welcher Browser mit welchen Browser-Erweiterungen genutzt wird und vieles mehr. Zwar ist der Anwender nicht namentlich bekannt, hinterlässt aber Spuren.

Zum anderen sind Menschen „Gewohnheitstiere“, die im Netz häufig in Online-Shops kaufen, soziale Netzwerke besuchen und zudem immer ein und denselben Browser nutzen. All das lässt sich aufgrund der immer gleichen Merkmale trotz VPN als Option zur Identifizierung nutzen. Etwa, wenn beim Shopping Realnamen hinterlegt sind.

Sind VPNs also unnütz?

Das definitiv nicht. Schließlich verschlüsseln sie die Datenpakete und sorgen dafür, dass Dritte eben nicht „einfach so“ in den Besitz wichtiger Informationen kommen. Allerdings verhelfen sie Menschen im Netz  nicht zur 100-prozentigen Anonymität. Diese gibt es auch gar nicht. Allein schon daher, dass der Nutzer aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit heraus immer gleiche Anwendungen nutzt und über menschliche Automatismen verfügt, ist er dann doch identifizierbar. Das kann zu Werbezwecken ausgenutzt werden. Dennoch ist ein zuverlässiges VPN bereits eine gute Maßnahme, um im Netz sicherer und privater zu sein.

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