Bereits im Jahr 2021 wurde der „National Rape Day“ viral und sorgte für Aufregung. Doch auch damals handelte es sich um einen Hoax, der schnell enttarnt wurde. Verschiedene internationale Faktenchecks haben das Thema aufgegriffen und darüber berichtet (so wie HIER). Leider dürfte das nicht ausgereicht haben, denn aktuell greifen wieder viele User auf TikTok diesen alten Hoax auf und verbreiten ihn erneut.

Der „National Rape Day“ ist eine Form der Horror-Kettenbriefe, die mittlerweile als Video verbreitet werden. Ursprünglich wurde dieser Hoax als Sharepic und somit in Kettenbrief-Form verbreitet. Auf Facebook gibt es dazu noch Überbleibsel (HIER).

Der „national rape day“ ist ein Hoax
Der „national rape day“ ist ein Hoax

Diese Art von Kettenbriefen hat es in der Vergangenheit bereits häufiger gegeben. Horror-Kettenbriefe haben einen bitteren Beigeschmack: Sie erzeugen Phantomdiskussionen (ein Inhalt wird thematisiert, der gar keine Relevanz hat, da er in seiner diskutierten Form nicht existiert) oder es werden gar Trittbrettfahrer auf den Plan gerufen.

Bereits im Jahr 2016 hat das Phänomen der Horror-Kettenbriefe in Bezug auf die sog. Horrorclowns weltweit für Verunsicherung geführt (wir haben berichtet). Auch die Kettenbriefe rund um „Momo“ sind diesem Effekt zuzuordnen. Aufgrund der entstehenden Phantomdiskussionen bekommen Horror-Kettenbriefe schnell eine hohe Viralität, da viele Menschen aus Angst vor dem Inhalt diese weiterverbreiten. Das Motto dabei lautet: „better save than sorry“.

„National Rape Day“: Was wirklich wichtig ist

Es ist wichtig, dass Eltern und Schulen nicht auf diese Videos hereinfallen und sie dadurch noch weiter verstärken oder in irgendeiner Form manifestieren. Die Verbreitung von falschen Informationen in Bezug auf sexuelle Übergriffe kann auf verschiedenen Ebenen unangenehme Auswirkungen haben. Es ist daher von großer Bedeutung, dass jeder dazu beiträgt, dass diese Art von Hoaxes nicht weiter verbreitet werden.

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Es handelt sich hier um ein sehr sensibles Thema, das Aufklärung benötigt. Zum einen dürfen junge Menschen nicht durch Horror-Kettenbriefe verunsichert werden. Gleichzeitig steh auch das Thema der sexuellen Gewalt im Raum. Opfer sexueller Gewalt müssen ernst genommen und unterstützt werden. Phantomdiskussionen oder gar Fake-Videos um vermeintliche Missbräuche sind hier fehl am Platze!

Die Verbreitung von Hoaxes im Zusammenhang mit sexueller Gewalt kann dazu führen, dass Menschen diese Themen nicht mehr ernst nehmen oder gar selbst Missbrauchsfälle erfinden, um sich eine Öffentlichkeit im Rahmen des Hoaxes zu verschaffen. Es ist daher von großer Bedeutung, dass diese Form der Falschinformationen schnell enttarnt und dass Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig es ist, verlässliche Quellen zu nutzen.

Horror-Kettenbriefe stoppen!

Unterbrich die Kette! Ob „National Rape Day“, Momo oder Horrorclowns. All diese Horror-Kettenbriefe schaffen Unsicherheit und werden speziell durch unnötige Viralität verstärkt. Es lässt sich ganz klar sagen, dass der „National Rape Day“ ein Hoax ist,

Problematisch ist lediglich, dass die Videos dazu existieren und sich Menschen ihren „Fame“ mit (teils erfundener, teils falsch interpretierter) anekdotischer Evidenz abgreifen. TikTok täte gut daran, dieses Thema mit Markierungen zu Faktenchecks zu versehen.

Es ist überdies aber auch nicht allein wichtig, dass diese Falschinformationen effektiv enttarnt werden, sondern auch, dass Menschen darüber aufgeklärt werden, wie sie sich im Falle eines echten sexuellen Übergriffs verhalten sollten. Eltern und Schulen sollten darauf achten, dass sie keine falschen Informationen weiterverbreiten und dass sie ihren Schülern die Bedeutung von zuverlässigen Quellen vermitteln.

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)